Zayn: Mind Of Mine

Einer, der auszog ...

Zayn - Mind Of Mine

Im Guten habe er One Direction verlassen, wollte Zayn Malik vor einem Jahr noch glauben machen. Heute liest sich das alles etwas anders. Kommt nun der Rundumschlag in Form seines ersten Soloalbums?

Er kann es nicht lassen: Jedes Mal, wenn Zayn Malik ein Mikrofon ins Gesicht gedrückt bekommt, so scheint es, hält er eine Stichelei gegen seine ehemaligen Kollegen bereit. Denn genau ein Jahr vor "Mind Of Mine", seinem Solodebüt, stieg der Sänger bei One Direction aus, der erfolgreichsten Teenie-Schmachtband der Gegenwart. Seine Begründung damals: Er habe die Nase voll vom Pop-Business, wolle ein normaler 22-Jähriger sein, der nicht im Scheinwerferlicht steht. Nur wenige Wochen später waren die Spots dann aber wieder auf ihn gerichtet. Medienwirksam unterschrieb er einen Solo-Deal. Er wolle endlich "echte Musik" machen, hieß es dann schon bei Twitter. Das Talent dazu hat er.

Für nicht wenige Experten war Zayn eh eine Ausnahmeerscheinung im One-Direction-Gefüge. Er sei der beste Sänger der zweifellos talentierten Sangesknaben, sein R'n'B-Stil hebe sich zudem ab von den anderen, die schon in ihrer Stimme und Darbietung den Pop verpflichtet scheinen. Ein Vorsteher war Zayn dagegen nicht, kein Sprachrohr, nicht der Liebling Nummer eins bei den Fans. Eher still, auf die Musik bedacht, wie er es heute erklären und verkaufen mag.

Dass er dann auf seinem Debüt "Mind Of Mine" alles etwas anders machen will: ein Selbstverständnis. Es ist tatsächlich R'n'B, der es dem nun 23-Jährigen angetan hat. So wird auf der Platte natürlich nicht wenig geschmachtet, geliebt, verflucht und vergeben. Von warmen tiefen Tönen bis zum mal schmerzerfüllten ("It's You") mal lieblichen ("Drunk") Falsett liefert die Tenor-Stimme durchaus ab. Nur fehlt dem Briten mit pakistanischen und irischen Wurzeln die besondere Färbung. Man hat nicht unweigerlich ein Gesicht vor dem inneren Auge, wenn Zayn singt.

Auch die Produktionen aus Standard-Gefrickel aus Synthie und Sampler, hier und da mal eine Gitarre und natürlich das unverzichtbare Klavier sind doch sehr vorhersehbar. Ohnehin geht es sehr stringent auf dem Album vor. Die Bridge am Ende von "Rear View" ist da schon ein Erlebnis. Mit der Sängerin Kehlani in "Wrong" - einem der stärksten Stücke - ist auch nur ein Gast zugegen. Das ist erstmal zu loben: Zayns Produzenten vertrauen auf ihren Protagonisten. Doch viel Spielraum und -wiese gönnen sie ihm auch nicht.

So wie der junge Mann also vorher in seiner Band trotz großer Begabung unterging, droht es ihm nun auch in der R'n'B-Welt zu ergehen; zumindest wenn das Pop-Geschäft nach solchen Werten sich richten würde. Doch Zayn Malik weiß sich zu inszenieren, postet seit Monaten kräftig Bilder von ihm und Modelfreundin Gigi Hadid, gerne auch mal anzüglich. Die Kommentare über seine Nichtbeziehung zu den alten Kollegen zünden natürlich auch. Angeblich durfte er noch im Kreise der Boyband keinen Bart tragen. Das sind natürlich Schlagzeilen für die Yellow Press und umgewandelt ein Kaufgrund für "Mind Of Mine". Er könnte ja auf der Platte genau da weitermachen. Tut er übrigens nicht ...

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