DieLochis: #zwilling

„Ein kleines bisschen“ überflüssig

DieLochis - #zwilling

Mit „#zwilling“ präsentieren die YouTube-Stars DieLochis ihr Debüt-Album. Doch am Ende beweisen die Zwillinge nur: ein akzeptabler Parodist ist noch längst kein guter Songschreiber.

Mit gerade einmal zwölf Jahren startete das Zwillings-Duo Heiko und Roman Lochmann 2011 seinen YouTube-Kanal. Schon in ganz jungen Jahren räumten sie damit als „Newbie“ den deutschen Webvideopreis, einen Play Award in der Kategorie „Comedy“ und den „Golden Play Button“ für das Erreichen von einer Million YouTube-Abonnenten ab. Und da es bekanntlich vielversprechend ist, sich breit aufzustellen, versuchten sich die Brüder im letzten Jahr auch gleich an ihrem ersten Kinofilm. Bei „Bruder vor Luder“ spielten sie die Hauptrollen und führten auch selbst Regie. Doch damit hatten sie sich wohl etwas übernommen - der Film floppte. Dass es manchmal wohl schlauer ist, sich auf das zu konzentrieren, was einem liegt, beweisen DieLochis jetzt auch mit ihrer ersten Langspielplatte „#zwilling“.

Mit ihren Parodien und Songübersetzungen haben sich DieLochis noch vor der Volljährigkeit via YouTube eine riesige Fanbase aufgebaut. Schon bald verwerteten die beiden nicht mehr nur die Melodien anderer Künstler, sie versuchten sich auch an eigener Musik. Bis auf „Durchgehend online“ und „Ich bin blank“, die sich zumindest über hintere Chartplatzierungen freuen durften, glänzten die Songs aber bisher eher durch Trivialität. Was vorher gut parodiert war, wird jetzt schlecht abgekupfert.

Der erste Langspieler bestätigt dieses Bild: Schon bei den ersten Takten von „Lieblingslied“ wird deutlich: Hier wurde Cros „Einmal um die Welt“ schlicht und ergreifend geklaut - um nur das offensichtlichste Beispiel zu nennen. Das gesamte Album wirkt wie eine Blaupause des Rappers. Man beachte hierbei, dass zu den meistgeklickten Videos der Lochis die Videos zählen, in denen sich die Zwillinge über Cro lustig machen. Ob einem Cros Pandamasken-cheezy-glattes-Deutsch-Rap-Gehabe gefällt oder nicht, sei mal dahingestellt. Doch zumindest muss er seinen Input nicht von Personen generieren, die er öffentlich zur Schau stellt.

Dieses Trauerspiel hätte wohl nur gerettet werden können, würden DieLochis zumindest textlich Originalität und Raffinesse beweisen. Doch auch hier lässt sich leider nur ein Ungenügend vergeben. Zeilen wie „Oh Baby, du machst mich crazy“ verstärken die Belanglosigkeit, besonders in Verbindung mit den simplen und einfallslosen Beats. Selbst wenn „ein kleines bisschen cool / ein kleines bisschen sweet / ein kleines bisschen sexy / ein kleines bisschen fies“ irgendwie witzig gemeint sein soll, können die Zwillinge hier mit ihrer eigenen Musik keine Lacher gewinnen.

DieLochis auf Tournee:

28.08.2016, Waldbühne Hardt, Wuppertal

29.08.2016, Zeltfestival Ruhr, Bochum

31.08.2016, Kultursommer, Gießen

09.09.2016, Freilichtbühne, Hanau

20.09.2016, Festival KulturImZelt, Braunschweig

05.11.2016, Milchwerk, Radolfzell am Bodensee

06.11.2016, Congress Innsburck - Dogana, Innsbruck

11.11.2016, AMO Kultur- und Kongreßhaus, Magdeburg

23..11.2016, Löwensaal, Nürnberg

24.11.2016, Posthalle, Würzburg

25.11.2016, AIRPORT-EVENTHALLE, Obertraubling

26.11.2016, BigBOX, Kempten

04.12.2016, Alter Schlachthof, Dresden

10.12.2016, Pier 2, Bremen

11.12.2016, Ringlokschuppen, Bielefeld

18.12.2016, Maimarktclub, Mannheim

19.12.2016, Garage, Saarbrücken

20.12.2016, Rhein-Mosel-Halle, Koblenz

03.01.2016, Grosse Freiheit 36, Hamburg

04.01.2016, Huxleys Neue Welt,Berlin

12.01.2016, LKA-Longhorn, Stuttgart

20.01.2016, Händel HALLE, Halle

29.01.2016, Sparkassen-Arena, Kiel

tsch

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