Lina: Official

Aufbruch-Liebe-Mädchen-Träume

+
Schafft sie es auch ohne „Bibi & Tina“? Lina Larissa Strahl veröffentlicht ihr erstes Album abseits des Kino-Kinder-Hypes.

Lina Larissa liebt Skater-Punk, Emocore und Metal. Allerdings auch Taylor Swift. Auf ihrem ersten eigenen Album abseits des „Bibi & Tina“-Universums mischt die 18-Jährige diese Einflüsse mit ganz viel euphorischem Aufbruchspop.

Lina Larissa Strahl ist einem sehr jungen Millionenpublikum und dessen Eltern als Bibi bekannt. Aus Bibi soll aber Lina werden. Nur wenige Tage nach dem Abitur veröffentlicht sie ihr erstes Album abseits der erstaunlich erfolgreichen „Bibi & Tina“-Kinderfilm-Soundtracks. Mit der verbreiteten Meinung, dass Lina die Kinderzimmer-Hits zumindest mitgeschrieben habe, muss man allerdings aufräumen. Die so klug produzierte und spielerisch viele Pop-Genre integrierende Musik aus den drei Filmen stammt von Ex-Rosenstolz-Mitglied Peter Plate. Lina Larissa Strahl gibt freimütig zu, dass sie die Songs nur eingesungen hat. Umso wichtiger ist dem 18-jährigen Kinderidol aus Seelze bei Hannover ihr erstes eigenes Album - und das klingt schon deutlich anders.

Songwriting 2.0 nennt Lina ihre Arbeitsweise, in der sie Textfragmente, Melodien und sonstige Ideen mit ihren Co-Songwritern aus dem Umfeld des Produzenten Peter Hoffmann (Tokio Hotel) hin- und herschickt. Natürlich ganz spontan, zu jeder Tages- und Nachtzeit und mit Hilfe ihres Smartphones in knalligem Mädchenrosa. Gemeinsam erschuf man so die Musik für „Official“, und es ist klar, dass das Album ganz und gar Linas eigene Themen transportieren soll. Stilistisch legen die 15 Lieder ein ziemliches Tempo vor. Die starke, vorab veröffentlichte Single „Ohne dieses Gefühl“ gibt so den Takt vor: Lina singt zu schnellen Rhythmen eines Hybridgebildes aus Schrammelgitarren und synthetischen Boostern. Es sind Ohrwurmmelodien über Liebe, Leidenschaft und Aufbruch.

Das Spektrum zwischen Linas persönlicher Favoritenmusik - etwa Bring Me The Horizon, Foo Fighters, 30 Second To Mars, Green Day, aber auch Taylor Swift und Selena Gomez - wird geschickt aufgespannt. Da sind punkrockigere, ziemlich rotzige Stücke wie „Kein Bock“, „Wie ich bin“ oder „X“ - letzteres mit Ska-Offbeat. Während andere Stücke stärker die Popseite bedienen: „Sie reden ja eh“ mit YouTuber und Ex-Y-Titty-Mitglied Phil Laude oder das romantische „Mädchen mag das Feuer“ - ebenfalls mit Partner vorgetragen: Aaron Lovac von 3A.

Balladen sind eher Mangelware bei Lina, „Unser Platz“ mit Tilman Pörzgen (François aus „Bibi und Tina: Mädchen gegen Jungs“) ist allerdings eine gute. „Ich brauch' kein Happy End, wenn wir Geschichte schreiben“, singt Lina im letzten Lied des Albums („Ich brauch kein Happy End“). Ein weiterer jener Euphorie-Songs, die diese wuchtige Aufbruchsplatte vorwiegend bestücken. Auf „Official“ wird das Hier und Jetzt gefeiert, sich über Nervkram beschwert und der Kopf im Rhythmus geschüttelt. „Das Beste im Leben geht ohne Überlegen“, heißt es in einem anderen Song zu jenen Eurodance-Synthie-Riffs, die auf großen Dancefloors immer so schön die Spannung steigern.

Lina singt über Liebe, Enttäuschung, Pläne und wie man sie hasst. Am meisten jedoch über das pure Glücksgefühl, jung zu sein und am Leben teilzunehmen. All das ist solide produziert und in Sachen Songwriting nicht übel. Die Sprache Linas ist authentisch und deutlich weniger „altersweise“ auf jung getrimmt wie in den „Bibi & Tina“-Texten der Plate-Kompositionen. Insgesamt darf man Lina attestieren: Es kann durchaus was werden mit der Karriere ohne Bibi.

Lina auf Tournee:

20.06.2016, Osnabrück, Rosenhof

24.06.2016, Hannover, Capitol

28.06.2016, Hamburg, Markthalle

29.06.2016, Leipzig, Täubchenthal

01.07.2016, München, Ampere

02.07.2016, Stuttgart, Im Wizemann

04.07.2016, Düsseldorf, Zakk

05.07.2016, Frankfurt am Main, Zoom

07.07.2016, Berlin, Columbia Theater

Kommentare

Das könnte Dich auch interessieren