Dream The Electric Sleep: Beneath The Dark Wide Sky

Aller guten Dinge sind drei

Dream The Electric Sleep - Beneath The Dark Wide Sky

Schlaflos in Kentucky: Das Rock-Trio Dream The Electric Sleep veröffentlicht mit „Beneath The Dark Wide Sky“ sein drittes Album.

Lassen wir die Katze gleich zu Beginn aus dem Sack: Nick Raskulinecz ist der große Name. Der Grammy-gekrönte Produzent von Bands wie den Foo Fighters oder Alice In Chains reagierte positiv auf eine Anfrage von Dream The Electric Sleep, und nach einem Treffen in Nashville war die Zusammenarbeit eingetütet. Aber nicht nur deshalb ist „Beneath The Dark Wide Sky“ eine der vielversprechendsten Veröffentlichungen des Jahres im magischen Alternative-Prog-Rock-Dreieck.

Es ist die Art Prog, die weder allzu verkopft noch verstaubt klingt. Die sich wunderbar mit aufbäumenden Rockwellen vom Schlage Muse oder Oceansize verbinden lässt. Die eine „post“-ishe Attitüde besitzt, melancholisch sein darf, ja sogar sein soll. Gut vorstellbar, dass nicht nur ein Nick Raskulinecz, sondern auch ein Steven Wilson von diesem Trio angetan wäre. Auch aufgrund der starken Verbindung zu anderen Künsten: „Beneath The Dark Wide Sky“ wurde von Dust-Bowl-Fotografien aus den 30-ern inspiriert, seine visuelle Ästhetik maßgeblich von Nils Karsten beeinflusst, einem New Yorker Künstler mit Hamburger Wurzeln.

Raskulinecz produzierte nicht nur, sondern half der Band auch, die „besten Versionen“ ihrer Songs zu finden. Was in dem Falle wohl hieß: Gemeinsamkeiten unterschiedlicher Kompositionen herausschälen, so dass die klangliche Homogenität gewahrt bleibt. Denn vom düsteren Instrumentalszenario („We Who Blackout The Sun“) über die traumbepackte Reise zu den Wolken mit Akustikstart („Flight“) bis zum dicken Rocker-Doppelpack („The Good Night Sky“, „Headlight“) wirft das in Lexington im US-Bundesstaat Kentucky gegründete Trio jede Menge Futter ins Gehege.

Bereits die ersten beiden Platten von Dream The Electric Sleep fanden in einschlägigen Kreisen Beachtung. Obgleich sie Eigenproduktionen waren. Mit „Beneath The Dark Wide Sky“ dürfte es endgültig unmöglich sein, diese Band zu ignorieren. Zu zwingend, zu stringent fällt ihr Konzept aus. Der Schritt vom Geheimtipp zum Anwärter für die große Weltbühne des Rock ist - womöglich auch dank Nick Raskulinecz, der eine wunderbar luftige Produktion abliefert - ohne jedes Anzeichen eines Strauchelns vollzogen worden.

tsch

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