Star Fox Zero

Mit dem Zweiten zielt man besser

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Ob Nintendo mit "Star Fox Zero" den Steuerknüppel bei der Wii U endlich wieder herumreißen kann?

Plüschige Piloten, affige Endgegner, gigantische Raumschlachten und ein ungewöhnliches Kontroll-Konzept: Mit "Star Fox Zero" versucht Nintendo einer seiner populärsten Marken zu einem Comeback auf der Wii U zu verhelfen. Aber kann die Neuauflage an das Kult-Original heranreichen?

Plüschige Piloten, affige Endgegner, gigantische Raumschlachten: Mit "Star Fox Zero" will Nintendo eine seiner bekanntesten Marken auf der schwächelnden Wii-U-Konsole wiederbeleben. Doch der Versuch glückt nicht ganz - trotz prominentem Entwicklerteam.

Immerhin hat man mit der anspruchsvollen Aufgabe die actiongestählten Kollegen von Platinum Games beauftragt - also jenes Team, das mit "Bayonetta 2" und "The Wonderful 101" bereits eindrucksvolle Wii-U-Arbeiten abgeliefert hat. Für "Star Fox Zero" wählen die Effekt-Experten aus Japan allerdings eine ungewöhnliche Herangehensweise. Vor allem, was den Einsatz des Gamepads betrifft ...

Wenn Held Fox McCloud zusammen mit seinen tierischen Flügelmännern Falco Lombardi, Slippy Toad und Peppy Hare über die Oberfläche eines Planeten düst oder in einer Raumschlacht zwischen riesigen Schlachtschiffen manövriert, muss der Spieler gleich zwei Bildschirme im Auge behalten: Auf dem TV hat er den Überblick über das rege Treiben im All-, Luft- und Bodenkampf und schüttelt Gegner durch halsbrecherische Manöver ab.

Das Display des Wii-U-Gamepads simuliert dagegen den Blick aus dem Cockpit von Jäger, Roboter und Panzer und ist für präzises Zielen da: Auch hier darf das Schiff mit Hilfe der beiden Analogsticks gesteuert werden - davon unabhängig erfolgt die Fein-Abstimmung des Fadenkreuzes durch Neigen und Bewegen des Gamepads. Nettes Detail: Der Pilot darf auf diese Weise nach links oder rechts aus dem Cockpit des Jägers blicken, während er trotzdem weiter geradeaus fliegt - ein Manöver, das sich ein bisschen nach Virtual Reality anfühlt.

Doch die ungewöhnliche Steuerung, die Nintendos neuesten Wii-U-Titel von Weltraumflügen auf anderen Konsolen abheben soll, ist zugleich seine größte Schwäche: Der ständige Blickwechsel zwischen TV-Mattscheibe und Controller-Display irritiert in hohem Maße. Intuitiv geht anders. Außerdem verhindert er, dass "Star Fox Zero" so etwas wie Spielfluss oder Dynamik entwickelt.

Immerhin: Multitaskingfähige Tüftler können dem ständigen Kampf gegen die Steuerung zumindest ein wenig Spaß abringen. Knifflig bleibt das Kontrollschema aber allemal - selbst dann, wenn man im Pause-Menü die bewegungsgestützte Steuerung des Fadenkreuzes deaktiviert. Durch diesen Kniff möchte Platinum Games "Star Fox Zero" wohl im Subgenre der künstlich verkomplizierten Spielerlebnisse verorten. "Dark Souls" & Co. lassen infernalisch grüßen. Trotzdem: Ein hoher Schwierigkeitsgrad und ein gelungener Kontroll-Mechanismus sollten sich nicht gegenseitig ausschließen. "Unhandlich" ist nicht gleichbedeutend mit "herausfordernd".

Auch andere Vehikel wie der Robo-Kampfläufer oder der "Landmaster"-Panzer machen es dem Piloten unnötig schwer: Ein umfangreiches Tutorial erklärt zwar deren Steuerung, aber komfortabel ist sie deshalb noch lange nicht.

Schade um die ausgesprochen hübsche Präsentation der Weltraum-Sause: Die kommt zwar mit einem überdeutlichen Schuss Retro-Chique, aber gerade traditionsbewusste "Star Fox"-Piloten dürften den mitunter etwas steril und kantig geratenen Look begrüßen.

Platinum hätte jedoch besser auf die zwanghafte Nutzung des Gamepads verzichtet und stattdessen einen zwar routinierten, aber spaßigen Arcade-Shooter ohne konfusen Kontroll-Schnickschnack abgeliefert. So aber bleibt "Star Fox Zero" allenfalls mitgealterten Serien-Fans und jenen Spielern vorbehalten, die sich mit Nerven aus Stahl in die Schlacht stürzen. Für die ist das neue Abenteuer von Fox & Co. aber zumindest eine stimmig präsentierte Arcade-Ballerei mit clever aufeinander abgestimmten Feindformationen. Und als einstimmendes Beiwerk gibt's den hübsch animierten 15-Minüter "Star Fox: Der Kampf beginnt" auf Youtube.

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