Zeitverzögerte TV-Signale bei der EM

Warum die Nachbarn immer früher jubeln

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Fußballgucken vor dem eigenen Fernseher kann auch ganz nett sein - wenn die Nachbarn nicht immer früher jubeln würden.

Es gibt Dinge, die sind einfach nervig. Wenn zum Beispiel Eure ganze Nachbarschaft beim EM-Gucken schon feiert, Ihr aber noch gefühlte Ewigkeiten auf die entscheidende Szene warten müsst. Echt ätzend! Wer als Erster jubeln darf, hängt von der Übertragungsart des TV-Signals ab.

56 Sekunden – so groß kann der Zeitversatz bei einer Live-Übertragung der Fußball-EM sein. Je nachdem, welches Signal bei Euch ankommt. Das haben die Experten des Fachmagazin „c't“ herausgefunden. Allerdings benötigen auch moderne Flachbildfernseher bereits ein paar Sekunden für die Bildaufbereitung.

Ganz weit vorne seid Ihr auf jeden Fall, wenn Ihr ARD oder ZDF über Satellit SD, DVB-T 2 HD oder Satellit HD empfangt. Hier gibt es fast keine Verzögerungen. Ebenfalls noch relativ zügig, allerdings schon mit einigen Sekunden Delay, kommen die Signale via DVB-T, Kabel analog, Kabel HD und Kabel SD bei Euch an. Zwischen vier und acht Sekunden müsst Ihr hier auf Euer „Live-Bild“ warten.

Noch länger dauert es laut „c't“, wenn Ihr IPTV-Angebote nutzt. Da der Provider das Signal erst noch aufbereiten muss, kann es bei Entertain HD zu Verzögerungen von elf beziehungsweise 15 Sekunden (bei der alten Entertain-Version) kommen.

Wer streamt, braucht Geduld

Richtig viel Geduld braucht Ihr, wenn Ihr auf Streaming-Angebote angewiesen seid. Bei der ZDF-Mediathek wartet Ihr zum Beispiel geschlagene 37 Sekunden auf die Bilder zum entsprechenden Jubel Eurer Nachbarn. Am längsten, nämlich die besagten 56 Sekunden, hängt Ihr den „echten“ Live-Bildern beim Steaming-Dienst „Magine TV“ hinterher, wie „c't“ ermittelt hat. Allerdings könnten sich die Daten im Turnierverlauf noch ändern, so die Experten.

Wenn Ihr in Sachen Spannung und Jubel bei der EM auf Nummer sicher gehen wollt, das TV-Signal aber eher gemütlich bei Euch eintrudelt, solltet Ihr folgende Ratschläge beherzigen.

- Dreht den Fernseher auf volle Lautstärke, um jegliche Geräusche von nebenan und draußen zu übertönen.

- Wenn das auch nicht hilft, helfen immer noch Kopfhörer.

- Geht zum Public Viewing, da sitzt Ihr alle im selben Boot.

- Nehmt ein Bier in die Hand, besucht Eure Nachbarn (die, die immer früher wissen, was los ist) und schaut Euch das Spiel dort gemeinsam an.

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