Mit Vollgas durch Down Under

Forza Horizon 3

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Alle zwei Jahre lässt Microsoft die „Forza Horizon“-Reihe von der Leine. Diesmal darf man sich in Australien austoben.

„Forza Horizon 3“ verfrachtet PC- und Xbox-One-Spieler nach Down Under - und schickt sie durch eine der schönsten virtuellen Rennspiel-Kulissen überhaupt.

Im Gegensatz zu „Forza Motorsports“ steht beim noch jungen Ableger „Horizon“ die große Freiheit und unkomplizierte Freude am Fahren in einer offen gestalteten Welt im Fokus. Machte man im Original von 2012 noch den US-Bundesstaat Colorado mit Ferraris, Lamborghinis und Bugattis unsicher, durfte man sich in der Fortsetzung in Südfrankreich und Italien austoben. Nun dient ein ganzer Kontinent als Kulisse für ein abgefahrenes PS-Spektakel: Mit Vollgas geht es durch ein prachtvoll in Szene gesetztes Australien - von den Traumständen an der Ostküste durch Wüsten, Regenwälder und Canyons immer Richtung Westen.

Der Marke „Forza Horizon“ gelingt seit jeher mühelos der Spagat zwischen Spaßveranstaltung und ernsthaftem Rennspiel. Teil drei führt diese Tradition fort. Fans der Serie werden sich von der ersten Sekunde an heimisch fühlen - vom ungewohnten Linksverkehr auf den Straßen in Down Under einmal abgesehen. Neulinge wiederum verfallen schon nach ein paar Kilometern dem virtuellen Geschwindigkeitsrausch, wenn sie aufs Gaspedal drücken und keiner roten Linie folgen müssen. Stattdessen hat man in „Forza Horizon 3“ nahezu völlig freie Hand hat: beim Fahren, Tuning, Design der Autos, bei der Wahl der Fahrhilfen - selbst bei der Wahl der Plattform, auf der man es spielen möchte. Käufer der Digital-Version können ihren „Xbox Play Anywhere“-Titel sowohl auf der Xbox One als auch Windows-10-Rechnern nutzen.

Bei der Anzahl und Inszenierung der fahrbaren Untersätze gibt sich „Forza Horizon 3“ keine Blöße. Mehr als 350 Boliden aus mehreren Jahrzehnten stehen zur Auswahl. Und egal, ob Oldtimer, SUV oder Supersportler: Sie alle sehen atemberaubend aus. Neu hinzugekommen sind unter anderem Modelle von Rolls Royce, W Motors und dem australischen Hersteller Holden. Und wer Platz in seiner Garage machen möchte, versilbert überflüssige Autos im Auktionshaus.

Bei den Proportionen der Spielwelt haben die Macher geschickt getrickst und versucht, die goldene Mitte zwischen zu viel Leerlauf und Kompaktheit zu finden. Während Google Maps als Fahrzeit für die Strecke zwischen zwei Städten an er Ostküste über eine Stunde angibt, schafft man den Trip bei „Forza Horizon 3“ in gut fünf Minuten.

Eine Schnellreisefunktion gibt es dennoch, was auch nötig ist, denn anstatt wie bisher Teilnehmer eines Vollgas-Festivals zu sein, ruft der Spieler selbst vier solcher Events ins Leben. Die vorgegebenen Standorte wurden so gewählt, dass die landschaftliche Vielfalt Australiens voll zur Geltung kommt: „Byron Bay“ - beliebter Badeort und östlichster Punkt des Kontinents - bietet viele Strände. In „Surfers Paradise“, einem Ortsteil der real existierenden Stadt Gold Coast nahe Brisbane, warten Straßenrennen durch Hochhausschluchten. Das als „Outback“ bezeichnete Hinterland wird von Wüste und Grasland dominiert - ideal für Querfeldeinrennen. Und im „Yarra Valley“ sieht es aus wie im Dschungel.

Gute Idee: Erst wenn der Spieler ein Festival errichtet oder erweitert, tauchen die in der Nähe befindlichen Rennen und Herausforderungen auf der Karte auf. Neben Radarfallen und Tempozonen dürfen sich Spieler diesmal auch an Driftstrecken, Sprüngen und knackigen Nachtrennen versuchen.

In „Forza Horizon 2“ mussten 168 - aus mehreren Rennen bestehende - Meisterschaften bestritten werden. Kaum ein Spieler hatte einen dermaßen langen Atem. Deswegen haben sich die Entwickler etwas Neues einfallen lassen. Anstatt den Spieler zu zwingen, Meisterschaften mit Autos einer bestimmten Klasse zu fahren, kann jedes Rennen mit jedem beliebigen Fahrzeug in Angriff genommen werden. Noch besser: Mithilfe von „Blaupausen“ lassen sich im Handumdrehen eigene Rennen zusammenstellen und dabei unter anderem Fahrzeugklasse, Wetter und Tageszeit sowie die Rundenanzahl festlegen.

Beendet der Spieler ein Rennen, eine Meisterschaft oder eine Herausforderung, wird er mit Geld, Erfahrungspunkten und - ganz neu - Fans belohnt. Letztere sind wichtig, um seine Festivals auszubauen und die legendären Schaurennen, etwa gegen einen Zug, einen Düsenjäger oder gegen Schnellboote freizuschalten. Interessant für alle, die gerne gemeinsam mit ihren Freunden durch die Gegend fahren, dürfte sein, dass sich im Online-Modus nicht alles um die Jagd nach dem ersten Platz dreht. Auch das gemütliche Cruisen in der Kolonne ist möglich.

Fahrzeuge, Streckenobjekte und Weitsicht - grafisch bewegt sich „Forza Horizon 3“ auf allerhöchstem Niveau und unterstützt auf der Xbox One S und entsprechenden TV-Geräten sogar HDR für leuchtende Farben. Optische Höhepunkte sind die wechselnden Wetterbedingungen: Man fährt bei strahlendem Sonnenschein los, gerät nach ein paar Kilometern in einen Platzregen und wird kurz vor dem Ziel vom Nebel überrascht - grandios! Und in der Nacht ist der ganze Himmel von Sternen übersät. Allein die häufigen und etwas langen Ladezeiten sorgen für kleine Drehzahleinbrüche.

Acht Radiostationen spielen Dance, Rap, Metal - oder Klassik. Neu: Bestimmte Songs werden von den Moderatoren als „Fähigkeitslieder“ angekündigt. Solange diese Stücke laufen, steigt das Punktekonto deutlich schneller. Eigene Musik kann auch eingebaut werden. Allerdings ist das Nutzern des Microsoft-eigenen Streaming-Services Groove Music vorbehalten.

tsch

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