So schlägt sich das neue iPhone 7 im Alltag

Verliebt in die Kamera

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Eine Milliarde iPhones hat Apple bis zur Veröffentlichung der 7er-Modellreihe verkauft - etliche kamen seitdem hinzu.

Wie schlagen sich die neuen Edel-Smartphones iPhone 7 und 7 Plus im Alltag? Ein Zwischenfazit nach fast einem Monat Dauertest - inklusive Wasserbad.

Seit knapp einem Monat gibt es Apples neue iPhone-Generation. Die anfängliche Hysterie ist verflogen, die anfangs schnell ausverkauften Modelle sind wieder ohne Engpässe erhältlich. Wie sich die neuen Smartphones seit dem Verkaufsstart im Alltag geschlagen haben und was Sie vor dem Kauf wissen sollten, erfahren Sie hier.

Form und Farben:

Apple schreibt dank seines Dauerbrenners derart schwarze Zahlen, dass man sich für die neuen iPhone-Modelle 7 und 7 Plus gleich zwei dunkle Farbtöne einfallen hat lassen: Schwarz und Diamantschwarz. Zu Letzterem sollte man sich gleich noch ein Paar Samt-Handschuhe oder alternativ einen Jahresvorrat an Mikrofaser-Putztüchern bestellen. Ein Magnet für Fingerabdrücke! Die matte Version wirkt dagegen äußerst edel. Geschmackssache waren, sind und bleiben die Farbvarianten Gold und Rose Gold. Irgendwo unauffällig dazwischen: Silber. Am Front-Design hat sich auf den ersten Blick wenig geändert - es herrscht seit dem iPhone 6 eine gewisse Design-Monotonie und deshalb akute Verwechslungsgefahr mit der Vorgänger-Reihe.

Die Kamera:

Eine der größten Neuerung und gleichzeitig das Highlight der neuen iPhone-Generation befindet sich auf der Rückseite: Die 12-Megapixel-Kamera macht scharfe, natürliche Fotos und verfällt dank f/1.8-Blende auch bei schwierigen Lichtsituationen nicht sofort in einen Pixelrausch. Zudem besitzt nun auch das „normale“ iPhone 7 einen optischen Bildstabilisator für wackelfreie Aufnahmen und Videos (bis zu 4K möglich!). Doppelt hält besser (drauf): Beim 7-Plus-Modell kommt eine zweite 12-Megapixel-Kamera hinzu. Während eine Linse für Weitwinkel-Fotos gedacht ist, entspricht die andere einem Tele-Objektiv. Im Zusammenspiel erreicht das System einen zweifachen optischem Zoom sowie eine zehnfache Digitalvergrößerung, was Kompaktkameras obsolet macht und deutlich schärfere Ergebnisse als bei anderen Smartphones liefert. Einziger Nachteil: Die Aussparung alter Schutzhüllen ist zu klein. Da hilft nur Neukauf oder sachte Schneidearbeit.

Das Profi-Porträt:

Per Update soll Ende des Jahres noch ein spezieller Porträtmodus nachgeliefert werden, bei dem der Hintergrund künstlich unschärfer wird und die abgelichtete Person sich förmlich aus dem Bild schält. In diesem Zuge legt Apple hoffentlich bei seiner Foto-App noch einen Pro-Modus für alle möglichen Einstellungen nach, wie ihn andere Top-Geräte bieten, um mehr Freiraum für Experimente zu bieten. Für Selfies ideal: die neue 7-Megapixel-Front-Kamera, die ebenfalls hervorragende Ergebnisse liefert.

Die Sache mit den Kopfhörern:

Ja, der Aufschrei war groß. Das neue iPhone 7 hat aus Platzersparnisgründen keine 3,5-mm-Kopfhörerbuchse mehr. Apple hat eines der letzten analogen Überbleibsel in einer zunehmend digitalen Welt über Bord geworfen und setzt stattdessen vollends auf den Lightning-Anschluss. Passende Kopfhörer liegen bei. Zudem gibt's einen Adapter für die alten Klinken-Kopfhörer. Alles halb so wild also? Im Praxistest hat sich oft gezeigt: Wer seine Kopfhörer Zuhause vergessen hat, kann sich nicht mehr x-beliebigen Ersatz vom Kollegen leihen. Schlimmer noch: Wie das Computermagazins „c't“ berichtet, hat sich die Signalqualität messbar verschlechtert. Zumindest, wenn unkomprimierte 24-Bit-Dateien über Ü100-Euro-Kopfhörern abgespielt werden. Bei verlustbehafteten MP3s oder AACs dürften die meisten Anwender den Unterschied jedoch kaum bemerken. Deshalb aber aus lauter Verzweiflung gleich ein Loch in das neue Smartphone bohren, wie es feiste Youtuber getan haben - und von hirnverbrannten Nutzern nachgeahmt wurden? Lieber nicht.

Die Leistung:

Hand aufs Herz: Kaum eine App reizte das Vorgängermodell aus. Dennoch dreht Apple weiter am Leistungsrad. Den Vier-Kernprozessor A10 und Grafikchip bringt im Alltag deshalb kaum etwas in Bedrängnis: weder grafisch anspruchsvolle Games wie „Oz: Broken Kingdom“, noch professionelle Bildbearbeitung oder Videoschnitt in 4K. Nur nach einer Face-Swap-Orgie in „Snapchat“ werden die Smartphones zu Hosentaschenwärmer.

Der Akku:

Der A10-Fusion genannte Chip soll durch clevere Aufgabenverteilung den Akku schonen. Ausdauerwunder darf man sich dadurch zwar nicht erwarten, aber die neuen iPhones 7 und 7 Plus sind zuverlässige Alltagsbegleiter. Im Web-Browsing-Test über LTE kamen die Geräte auf 8,62 und 9,02 Stunden Laufzeit. Einen normalen Tag mit Mails-Check, Fotos posten, Streaming und natürlich Telefonaten halten sie also locker durch - danach müssen sie wieder an die Steckdose. Flott ist das Aufladen aber nicht. Etwas über 2 Stunden benötigt das iPhone 7, um von null auf 100 Prozent zu kommen, das iPhone 7 Plus sogar satte 3 Stunden - zumindest, wenn die mitgelieferten 5-Watt-Netzteilen zum Einsatz kommen. Mit den 12-Watt-iPad-Netzteilen geht's spürbar flotter.

Die Wasserfestigkeit:

Das neue iPhone ist durch den Verzicht der Kopfhörerbuchse und den „festen“ Home-Button im Vergleich zum Vorgänger staub- und wasserfester geworden und erreicht nun die Schutzklasse IP67. Bedeutet: Wer im strömenden Regen Fotos macht oder sein edles Smartphone in eine seichte Pfütze fallen lässt, muss nicht gleich in Panik verfallen. Spritzwasser und kurze Wasserkontakte können ihm nichts anhaben. Aber: Alle Unterwasser-Experimente finden auf eigenes Risiko statt! Flüssigkeitsschäden im Inneren des Geräts schließt der Hersteller nach wie vor von Garantieleistungen aus. Von Tauchgängen in korrosivem Meerwasser, Bädern (Seife!), Fahrten mit dem Jet Ski oder Telefonaten unter der Dusche rät Apple sogar ausdrücklich ab. Auch bei Saunabesuchen sollte das neue iPhone lieber im Umkleide-Spind bleiben. Immerhin: iOS 10 warnt vor feuchten Lightning-Steckern. Und: Ein nass gewordenen iPhone sollte man leicht schütteln und dann trocknen lassen. Kühle Luft hilft, ein heißer Föhn nicht - wegen des Klebstoffes im Inneren des Geräts.

Bild & Sound:

An der Auflösung der Bildschirme hat sich gegenüber den Vorgängermodellen nichts geändert. Doch die neuen Displays leuchten heller und zeigen mehr Farben an, was nicht nur eine rein subjektive Wahrnehmung ist, sondern auch den hartgesottenen Testern bei Displaymate.com Höchstnoten entlockt hat. Zudem gibt's nun von zwei Lautsprechern satten Stereosound auf die Ohren.

Das Fazit:

Die Leistungsunterschiede zum Vorgänger sind kaum spürbar, das Design hat sich so gut wie nicht geändert. Und dennoch machen viele kleine Verbesserungen das neue iPhone begehrenswert - allen voran die Doppelkamera des 7 Plus. Die Zoomfunktion liefert tolle Ergebnisse. Und der Wasserschutz lädt beim Fotografieren und Filmen zum Experimentieren ein, wenngleich auf eigenes Risiko. Hinzu kommen viele weitere Details wie der Homebutton mit haptischem Feedback, die Stereo-Lautsprecher oder die perfekte Abstimmung von Hardware und Software (iOS 10).

tsch

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