Song of the Deep

Unterwasser-Märchen mit Blubb

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Es muss nicht immer Blockbuster sein: Insomniac kann auch kleine, feine Games wie „Song of the Deep“ programmieren.

„Ratchet & Clank“-Macher Insomniac auf den Spuren von Jules Verne: „Song of the Deep“ entführt PlayStation4-Besitzer 20.000 Meilen unter das Meer und erzählt dabei eine zauberhafte Geschichte.

Eigentlich ist Insomniac für Spiele im Blockbuster-Format bekannt: „Spyro“, „Resistance“, „Sunset Overdrive“ und natürlich die „Ratchet & Clank“-Titel gehen auf das Konto des traditionsreichen US-Studios. In „Song of the Deep“ schlägt man ausnahmsweise deutlich leisere Töne an: Das von einem kleinen 15-Mann-Team umgesetzte Unterwasser-Abenteuer zitiert üppig aus den Maschinen-Märchen von Jules Verne, vermengt das mit einem Schuss „Prinzessin Mononoke“ und packt alles in das Gewand eines horizontal scrollenden Independent-Games.

„Song of the Deep“ navigiert mit seiner Geschichte haarscharf zwischen Traum und Realität: Um ihren auf hoher See vermissten Vater zu finden, zimmert sich Teenagerin Merryn kurzerhand ein kleines Unterseeboot zusammen, mit dem sie auf abenteuerliche Tauchfahrt geht. An Bord ihres kleinen Gefährts dümpelt sie durch eine Wunderwelt voller versunkener Städte, Schätze und magischer Kreaturen wie riesenhafte Einsiedler-Krebse und mechanische Seepferdchen.

Insomniac fängt den digitalen Seemans-Garn in Manier alter Videospiel-Tage ein: In „Song of the Deep“ schlingert man von oben nach unten und links nach rechts über den Bildschirm - vorbei an bizarren Gewächsen und aufdringlichen Quallen.

Neben der meist harmlosen Action sind es vor allem die zahlreichen Rätsel, die Merryns nautische Odyssee auf Touren bringen: Nach und nach rüstet die kleine Heldin ihr Vehikel auf und dringt damit in Level-Regionen vor, die zuvor unpassierbar waren. Auf diese Weise erforscht das Mädchen finstere Grotten, Städte und Schiffswracks.

Auch die Umgebung spielt eine wesentliche Rolle: Mit dem Greifhaken werden Felsen, Krustentiere und explosive Ladungen durch die Gegend gewuchtet, um sensible Konstruktionen zum Einsturz zu bringen. Mit einem Feuerschuss lassen sich Eisblockaden zum Schmelzen bringen. Und mit Antriebs-Upgrades wiederum steuert das Untersee-Bötchen unbeschadet durch heftige Strömungen, Scheinwerfer und Torpedos wiederum helfen dabei, die Meeresbewohner zu verscheuchen.

Die clevere Kombination aus Knobeleinlagen, Geschicklichkeits-Elementen und seichter Action wird märchenhaft präsentiert, die raffinierte Verbindung von 3D- und klassischer 2D-Grafik fängt die Atmosphäre des Unterwasser-Paradieses perfekt ein. Obendrein bietet das intuitiv spielbare Abenteuer jede Menge Wiederspielwert - schade nur, dass es ihm an dramaturgischen Höhepunkten mangelt.

tsch

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