Nintendo ändert "Fire Emblem: Fates" wegen Diskriminierungsvorwürfen

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Für die Veröffentlichung in Europa nimmt Nintendo an "Fire Emblem: Fate" Veränderungen vor. Das japanische Original diskriminiert angeblich Homosexuelle.

Abermals stolpert Nintendo über das Thema Homosexualität in Spielen.

Das kommende Strategie-Highlight "Fire Emblem: Fates" (2016 für Wii U) wird in Europa inhaltlich abgeändert erscheinen, weil es zahlreiche Beschwerden über ein Handlungselement im japanischen Original gab: Hier nippt die homosexuelle Kämpferin Soleil regelmäßig an einer magischen Tinktur, um ihre Nervosität in Gegenwart schöner Frauen zu reduzieren. Das Getränk sorgt für eine Art vorgegaukelten Geschlechtertausch: Frauen nimmt Soleil nach der Einnahme als Männer wahr, Männer dagegen als Frauen. Als ihr der Wirkstoff im Laufe des Spiels ohne ihr Wissen verabreicht wird, verliebt sich Soleil in einen Mann - und zwar weil sie ihn als Frau sieht. Als die Wirkung des Zaubers nachlässt, liebt sie ihren männlichen Kollegen immer noch, hat aber kein sexuelles Interesse mehr an ihm. Dieser erzählerische Kniff wurde von vielen als eine Art Umwandlungstherapie für Homosexuelle missverstanden. Darum hat Nintendo of America nun angekündigt, die Story des Titels entsprechend zu ändern. Kritiker von Nintendos Vorgehensweise wiederum beharren darauf, dass die Autoren des Spiels ein Recht darauf hätten, die Originalversion ihrer Geschichte veröffentlicht zu sehen. Außerdem pochen sie darauf, dass homosexuelle Gefühle hier nicht kritisiert oder diffamiert, sondern lediglich humorig reflektiert werden. Nicht der erste Ärger, den sich Nintendo einhandelt: Im 3DS-Spiel "Tomodachi Life", das bereits Mitte 2013 in Japan erschien und im Juni 2014 auf den deutschen Markt kam, wurde die Möglichkeit, gleichgeschlechtliche Ehen zu schließen, per Update aus dem Spiel entfernt. Schwul sein - ein Bug? Nintendo verkündete seinerzeit wörtlich, dass "menschliche Beziehungen, die seltsam werden" nun nicht mehr möglich seien. Nintendos Ablehnung sowie die Formulierung sorgten allerdings für noch mehr Ärger, sodass das Unternehmen zurückruderte: "Wir bitten um Entschuldigung, dass wir viele Menschen enttäuscht haben, weil homosexuelle Partnerschaften nicht Teil von 'Tomodachi Life' sind. Wir versprechen aber, dass der nächste Teil der 'Tomodachi'-Serie ein komplett neues Gameplay bietet, das alle unsere Spieler besser repräsentiert", schrieb das Unternehmen damals auf seiner US-Seite.

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