Europäischer Gerichtshof fällt Grundsatzurteil zu Verlinkungen im Internet

Links auf urheberrechtliche geschützt Inhalte können illegal sein

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Die Richter des EuGH während einer Verhandlung.

Wie der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschied, kann das Setzen von Links auf illegale Inhalte unter bestimmten Umständen eine öffentliche Wiedergabe darstellen und damit ebenso illegal sein.

Das entscheidende Kriterium sei dabei die Frage, ob hinter der Verlinkung eine „Gewinnerzielungsabsicht“ stehe. Privatpersonen seien demnach also nicht verpflichtet, zu prüfen, ob die Inhalte gegen das Urheberrecht verstoßen. Das Urteil der Richter geht auf die Klage gegen den niederländischen Klatsch-Blog „Geenstijl“ zurück, der auf seiner Webseite auf urheberrechtlich geschützte Playboy-Fotos der TV-Moderatorin Britt Dekker verlinkte. Wie die Richter erklärten, habe es sich in dem Fall um eine „öffentliche Wiedergabe“ gehandelt, bei der die Betreiber wussten, dass die Inhalte ohne Zustimmung der Rechteinhaber hochgeladen wurden. Man könne von kommerziellen Anbietern eine Prüfung der Inhalte erwarten, auf die verlinkt werde, so die Richter weiter. Das Urteil des EuGH dürfte in den Online-Redaktionen für Unmut sorgen. Diese müssen nun stets prüfen, ob die verlinkten Inhalte urheberrechtlich geschützt sind.

tsch

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