Lego Star Wars: Das Erwachen der Macht

Krieg der Klötze

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Vielen Kinogänger haben die neuen Helden Rey, Finn und BB-8 mit gemischten Gefühlen aufgenommen - doch in LEGO-Form ist das neue „Star Wars“-Trio rundum sympathisch.

Alte Bekannte, neue Helden und sogar ein kurzer Abstecher in die Ära von „Rückkehr der Jedi-Ritter: Das erste “Lego Star Wars"-Spiel seit fünf Jahren verabschiedet sich von liebgewonnenen Figuren, führt neue Charaktere ein und bemüht sich sogar um ein paar frische Spielelemente.

Im Grunde das Gleiche nochmal - nur leicht anders. Parallelen zwischen dem allerersten „Star Wars“-Film und der jüngsten Episode 7, „Das Erwachen der Macht“, gibt es zuhauf - vom jungen Hoffnungsträger auf einem Wüstenplaneten bis hin zur Vernichtung eines Todessterns. Dem Vorwurf, regelmäßig dasselbe mit wenigen Variationen zu veröffentlichen, müssen sich auch die Macher der „Lego“-Games gefallen lassen. Egal, ob „Jurassic Park“, „Indiana Jones“ oder „Harry Potter“: Die mittlerweile weit über 20 Umsetzungen prominenter Filmmarken ähneln sich wie ein Bauklotz dem anderen. „Das Erwachen der Macht“ bildet da keine Ausnahme. Wobei die ausreichend abwechslungsreiche Mischung aus Kämpfen, Knobeleinlagen und Flugsequenzen tatsächlich um ein paar Elemente erweitert wurde ...

Ja, es hat sich etwas getan beim ersten „Star Wars Lego“-Auftritt seit fünf Jahren. So dürfen die Plastik-Pendants der neuen Filmhelden Rey, Finn und Poe, aber auch die alten Hasen Han Solo, Chewbacca sowie 160 andere Figuren (Regisseur J.J. Abrams inklusive) nun aus einem Haufen virtueller Klötzchen oft mehr als nur ein neues Utensil zusammensetzen, um voranzukommen - was die ohnehin nicht anspruchsvollen Rätsel ein bisschen fordernder gestaltet.

Neu ist auch, dass nun aus der Deckung heraus auf die Schergen der Neuen Ordnung geschossen werden darf. Diese Einlagen sollen ebenso wie die geradlinigen Raumschlachten den Actionfaktor und das Spieltempo erhöhen. Spürbar anders wird das bekannte Konzept dadurch aber nicht.

Geblieben ist der respektlos-ironische Humor - vor allem in den vielen Videoszenen, die berühmte Passagen aus der Vorlage durch den Kakao ziehen. Etwa, wenn das Laserschwert des Darth-Vader-Nachfolgers Kylo Rens im entscheidenden Moment einen Wackler hat oder man endlich den Grund erfährt, warum das Licht an Bord der Sturmtruppen-Landungsfähre im Film so nervös flackert ...

Dass sich das Lego-Erwachen nicht in jedem Detail an die Story des aktuellen Ablegers der Space Saga hält und sich stattdessen auf die erzählerische Peripherie des Films mit all ihren kleinen Nebengeschichten einlässt, ist eine ausgesprochen clevere Entscheidung. Und die kommt nicht nur dem Spielspaß im Einzel- oder Koop-Modus auf der Couch, sondern vor allem der Eigenständigkeit des Abenteuers zugute. Sie macht „Das Erwachen der Macht“ und die Suche nach dem menschlichen Mythos Luke Skywalker eher zur Interpretation als zur stumpfen Umsetzung. Dass diese Lego-typisch ausgesprochen kindlich und albern ausfällt, versteht sich fast von selbst.

Wer die „Star Wars“-Filmvorlage schätzt, wird auf PC und Konsolen zweifellos mächtig Spaß haben - allerdings nicht, weil das Gameplay ein Quell der Innovation ist, sondern weil die sympathische Umsetzung des „Krieg der Sterne“-Stoffes durch viel Detailliebe und Spielfreude besticht. Als interaktiver Simpel-Baukasten mit hohem Schmunzel-Faktor und Fluten versteckter Areale funktioniert auch dieses Lego-Abenteuer tadellos, wenngleich viele der Szenarien hoffnungslos überladen wirken: An allen Ecken und Enden kullert, rasselt, kalauert und brabbelt es - weniger wäre hier wohl mehr gewesen. Schön dagegen, dass im Film zu kurz geratene Nebenhandlungsstränge wie jener um den Möchtegern-Jedi Lor San Tekka oder Han Solos Abenteuer mit den Oktopus-ähnlichen Rathtaren-Monster näher ausgeführt werden: So muss Fan-Service aussehen!

tsch

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