Illusionen für die Massen

Was Sie jetzt über Sonys PlayStationVR-Brille wissen müssen

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Sony betritt mit seiner PlayStationVR-Brille die Virtuelle Realität. Was das neue Spielzeug kann, was es kostet und was Sie sonst noch wissen müssen - hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen!

Sony betritt mit seiner PlayStationVR-Brille die Virtuelle Realität. Was das neue Spielzeug kann, was es kostet und was Sie sonst noch wissen müssen - hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen!

HD? 3D? Alles Schnee von gestern. VR ist das Thema der Stunde. Bereits im Frühjahr wagte sich Facebook mit seiner Oculus-Rift-Brille in die Virtuelle Realität, wenig später folgte HTC mit seinem „Vive“-System. Allein: Das Eintauchen in digitale Welten, bei dem die Kopfbewegungen des Nutzers registriert und übertragen werden, ist bis heute ein sehr exklusives und kostspieliges Vergnügen. Neben den Headsets für mehrere hundert Euro sind vor allem extrem leistungsfähige (und damit teure) PC nötig, um die 360-Grad-Illusion zu ermöglichen. Nun macht Sony das „Mittendrin-statt-nur-dabei“-Gefühl der breiten Masse zugänglich - und das zu einem halbwegs erschwinglichen Preis. Was das neue Spielzeug kann, was es kostet, wie übel einem bei den ersten Ausflügen wird und was Sie sonst noch wissen müssen - hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen!

Wann gibt's die PlayStation VR zu kaufen? Und wie teuer ist sie?

Offiziell erscheint die VR-Brille am 13. Oktober. Der Preis des Standardpakets liegt bei 399 Euro. Allerdings wird zusätzlich eine PlayStation4-Kamera benötigt, die weitere 55 Euro kostet. Sie ist erforderlich, um das leuchtende Headset zu erkennen und anhand dessen die Kopfbewegungen des Spielers präzise auf die virtuelle Umgebung zu übertragen.

Was ist im Lieferumfang enthalten?

Neben der VR-Brille liegt dem Paket eine externe Prozessor-Einheit in Form eines kleinen Kästchens samt Netzteil bei - sowie alle nötigen USB-, HDMI- und sonstigen Verbindungskabel. Die mitgelieferten Kopfhörer sind allerdings nur eine Notlösung.

Was macht das kleine Kästchen?

Die sogenannte Prozessoreinheit ist das Bindeglied zwischen VR-Brille und PlayStation4. Sie fungiert sie als HDMI-Splitter, der das Signal an die Brille und den TV-Schirm weiterleitet - oder bei deaktivierter Brille einfach durchschleift. Das gilt für reguläre 1080p-Signale. Eine Unterstützung für UHD- und 4K-Inhalte ist vorgesehen. HDR beherrscht die Prozessoreinheit jedoch nicht - egal, in welcher Auflösung.

Mit welchen PS4-Modellen ist die PlayStation VR kompatibel?

Mit allen! Egal, ob „alte“ PS4, aktuelle „Slim“-Variante oder kommendes „Pro“-Modell. Eine Nutzung mit anderen Konsolen oder dem PC ist nicht möglich.

Womit wird gesteuert?

Auch wenn es einige Spiele gibt, die auf die seit PS3-Tagen bekannte und noch immer kompatible Bewegungssteuerung Move zurückgreifen, ist der Dualshock-4-Controller vorerst das Haupteingabegerät für die VR-Nutzung. Die PS Camera kann die Leuchtleiste genauso wie die Leuchten am PSVR-Headset erfassen.

Was steckt in der VR-Brille?

Von außen betrachtet deutlich schöner als die Konkurrenten HTC Vive und Oculus Rift designed, steckt im Inneren der PlayStationVR ein 5,7 Zoll großes OLED-Display mit einer Auflösung von 1920x1080 Pixel, wobei auf jedes Auge nur 960x1080 Pixel entfallen. Die Bildwiederholrate liegt bei 120 Hertz, was Übelkeit beim Spielen vorbeugen soll. Als Blickwinkel gibt Sony 100 Grad an.

Wie komfortabel ist die VR-Brille?

Trotz ihres Gewichts von 610 Gramm (ohne Kabel) ist die PlayStationVR angenehm zu tragen. Die Last wird auf Stirn und den hinteren Kopf verteilt. Durch ihre Konstruktion drückt das Headset nicht gegen Gesicht und Nase - vielmehr hängt es vor den Augen. Was auch Brillenträgern zupass kommt: Die PSVR bietet genügend Platz für Sehhilfen, der Abstand zwischen Display und Auge lässt sich anpassen.

Wie lange dauert der Aufbau?

Die Installation verursacht jede Menge Kabelsalat, klappt aber reibungslos. Sollte alles richtig miteinander verbunden sein, blinken die blauen Lichter auf der Rückseite der VR-Brille auf. Es folgt die Feinjustierung der Kamera und des Headsets.

Lassen sich „normale“ PS4-Titel mit PlayStation VR spielen?

Mithilfe des sogenannten „Kinomodus“ lassen sich alle bislang veröffentlichten PS4-Games über das Headset spielen - die Brille wird quasi zur riesigen, virtuellen Leinwand. Auch Blu-ray-Filme und Youtube-Videos können auf diese Weise angeschaut werden - allerdings keine 3D-Inhalte! Rein theoretisch macht PlayStationVR ein herkömmliches Display überflüssig, weil auch das PS4-Menü im Headset dargestellt wird. Das bedeutet auch: Jemand anderes kann den Fernsehkanal wechseln oder den Fernseher ganz ausschalten.

Ist PSVR ein einsames Vergnügen?

Nein. Weil über die Brille und den Fernseher, den Sony kurzerhand zum Social-Screen umtaufte, separate Bilder angezeigt werden können, lassen sich damit auch Party-taugliche Spiele konzipieren - vergleichbar mit manchen Wii-U-Titeln, wo ein Gamepad mit Touchscreen zum Einsatz kommt und dem Nutzer eine völlig andere Perspektive zeigt. Die beiliegende Minispielsammlung PlayRoom VR gibt einen - zugegeben - kleinen Vorgeschmack darauf. „Keep Talking“ and „Nobody Explodes“ schlagen in eine ähnliche Kerbe. Aber: Es kann immer nur ein PSVR-Headset mit einem PS4-System verwendet werden.

Wie schlimm fällt der „Fliegengittereffekt“ aus?

Die schwarzen Linien zwischen den Pixeln sind sichtbar - stören aber nicht so sehr wie bei Oculus Rift und HTC Vive.

Wie viele Spiele gibt es schon? Und was kommt danach?

Sony will im Launch-Zeitraum, der bis zum Ende des Jahres reicht, rund 50 VR-Games auf den Markt bringen. Aktuell befinden sich 100 weitere Titel in der Entwicklung - sowohl bei kleinen Indie-Studios als auch großen Publishern. Die wichtigsten Start-Titel sind die futuristische Ballerei „Battlezone“, das Weltraumspektakel „Eve: Valkyrie“ (ca. 70 Euro) sowie die Horror-Achterbahnfahrt „Until Dawn: Rush of Blood“ (ca. 25 Euro), wobei es einem hier schnell den Magen umdrehen kann.

Lassen sich PSVR-Gaming-Sessions aufzeichnen oder live streamen?

Ja, und zwar genauso, wie das bislang bei der PS4 funktioniert. Die Aufnahme entspricht dabei dem Bild, das auch auf dem Social Screen - sprich: dem Fernseher - zu sehen ist.

Was hat es mit der 3D-Audiowiedergabe auf sich?

Die 3D-Audiowiedergabe soll simulieren, dass der Ton aus unterschiedlichen Richtungen und Entfernungen auf die Ohren trifft, um das Gefühl des Eintauchens zu verstärken. Über die Klinken-Buchse lassen sich auch andere Kopfhörer anschließen.

Wie viele Platz wird zum Spielen benötigt?

Sony empfiehlt einen Bereich von drei mal zwei Metern freizuräumen. Als ideale Entfernung zwischen Headset und PS Camera gibt die Firma 1,5 Meter an. Herumlaufen sollte man allerdings nicht. Die klare Empfehlung von Sony: sitzen bleiben!

Wie übel wird einem?

Das hängt ganz vom jeweiligen Spiel und der eigenen Spielweise ab. Der Hersteller empfiehlt nach jeder Stunde eine Pause von 15 Minuten einzulegen. Die meisten werden anfangs die Brille jedoch deutlich früher absetzen. Deshalb: Langsam angehen lassen - und aufhören, wenn einem unwohl wird.

tsch

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