Homeworld: Deserts of Kharak

Heimat für Veteranen

+
Vor der Odyssee im All war das Durchkämmen der Wüste: "Deserts of Kharak" erzählt die Vorgeschichte von "Homeworld".

16 Jahre nach dem Weltraumstrategie-Epos "Homeworld" schiebt Blackbird Interactive das Prequel "Deserts of Kharak" nach und versucht, an den Zauber des Klassikers anzuknüpfen.

17 Jahre nach der Veröffentlichung des revolutionären 3D-Strategie-Klassikers "Homeworld" erzählt Blackbird Interactive die Vorgeschichte der Odyssee im Weltall - und verfrachtet PC-Spieler in die "Deserts of Kharak". Dort warten wüste bis hektische Schlachten zwischen Dünen und Felsschluchten, während eine Art Mutterschiff langsam durchs Sandmeer gleitet ...

Auf dem Wüstenplaneten Kharak orten die Kiithid ein geheimnisvolles Objekt. Ein Forschertrupp unter Leitung der Wissenschaftlerin Rachel S'Jet macht sich in dem gigantischen Trägerschiff Kapisi auf den Weg zur Fundstelle. Man setzt große Hoffnung in dieses Unterfangen, das vielleicht langfristig das Überleben im Universum sichern könnte. Doch auch die feindlichen Gaalsien bekommen Wind von der Expedition - und setzen ihre Streitkräfte auf die Kapisi an. In 13 spannend inszenierten Missionen erzählt die Kampagne von "Homeworld: Deserts of Kharak" die Story um Rachels Expedition und ihre hitzigen Auseinandersetzungen mit den gegnerischen Militärs.

Mit dem Bau von Basen, wie er in anderen traditionellen Echtzeitstrategie-Spielen üblich ist, muss man sich im "Homeworld"-Prequel nicht aufhalten. Sämtliche Einheiten werden direkt im Trägerschiff Kaipisi produziert - von Nutzfahrzeugen zum Sammeln von Rohstoffen über schwere Panzer, Geschütztürme oder Minenleger bis hin zu Bombern und Jägern für den Luftkampf. Rachel selbst verfügt über einige besondere Fähigkeiten und kann beispielsweise Fahrzeuge des Gegners hacken und so unter ihre Kontrolle bringen. Durch siegreiche Einsätze gewinnen die Einheiten an Erfahrung und Effizienz.

Wer mit "Homeworld" bereits vertraut ist, wird sich in den Wüsten von Kharak sofort zuhause fühlen - auch wenn die taktische Tiefe des Weltraums auf die Höhenunterschiede von Sanddünen eingedampft wurde: Das Design der Spielewelt und der Einheiten greift die alte "Homeworld"-Optik wieder auf. Auch der Wechsel zwischen Kampfan- und strategischer Übersicht funktioniert genauso sanft und reibungslos wie im Original.

Wie kaum anders zu erwarten, sucht man in "Deserts of Kharak" die großen Innovationen vergebens. Stattdessen nimmt das Spiel PC-Besitzer mit auf eine angenehme Reise zurück in die große Echtzeitstrategie-Vergangenheit. Zwar bietet "Kharak" auch nach heutigen Maßstäben etwas fürs Auge, dennoch erscheinen viele Modelle aus der Nähe ernüchternd wenig detailliert. Ferner leidet auch "Kharak" an alten Echtzeitstrategie-Krankheiten, als da sind: hakelige Steuerung bei der Platzierung von Einheiten auf Anhöhen, Schwächen in der Wegfindung und eine nicht besonders schlaue Computer-Gegner. Ebenfalls schade: Man verfügt in "Kharak" nur über sehr beschränkte Entwicklungsmöglichkeiten, die Reihe der erforschbaren Technologien ist äußerst begrenzt.

Der Charme von "Deserts of Kharak" speist sich im Wesentlichen aus dem alten "Homeworld"-Feeling, der mit Video-Zwischensequenzen spannend inszenierten Story und der überaus dichten Atmosphäre, zu der auch der geniale Soundtrack stark beiträgt.

Wenig berauschend fällt der magere Mehrspieler-Modus aus: Auf fünf Karten können bis zu sechs Spieler auf der Seite der Koalition oder der Gaalsien antreten. Darüber hinaus bietet "Deserts of Kharak" noch einen Duell-Modus, in dem man Zufallsgefechte gegen Computergegner austrägt.

Alles in allem ist "Deserts of Kharak" ein solider Vertreter des klassischen Echtzeitstrategie-Genres. Nicht mehr und nicht weniger.

System PC
Spielname Homeworld: Deserts of Kharak
Hersteller Blackbird Interactive
Vertrieb Steam
Genre
Erhältlich ab 20.01.2016
Bewertung Gesamt gut

Kommentare

Das könnte Dich auch interessieren