Gaming-Neuerscheinung: „We Happy Few“

Adventure-Dystopie mit einem Schuss Stanley Kubrick

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Geschminkte Grinse-Gestalten und ein durch Drogenkonsum aufgehübschtes Weltbild: Das Universum von „We Happy Few“ ist ziemlich kaputt.

Irgendwo zwischen Kubricks „Uhrwerk Orange“ und „Equilibrium“ verortet, ist das PC- und Xbox-One-exklusive „We Happy Few“ einen genauen Blick wert - und das, obwohl das dystopische Adventure gerade erst als „Early Access“-Frühfassung auf der Plattform Steam erhältlich ist.

Entwickler Compulsion versucht darin, eine anspruchsvolle und systemkritische Erzählung mit einem Open-World-Ansatz und Survival-Elementen zu kreuzen. Der Schauplatz Wellington Wells ist in einer alternativen Zeitlinie der britischen Geschichte angesiedelt und geht davon aus, dass die Insel während der 60er-Jahre beinahe von den Kommunisten eingenommen worden wäre. Zwar konnte man die Invasion im letzten Moment abwehren, doch der Sieg wurde so hart erkauft, dass man die zerstörerischen Folgen nur mithilfe von Drogen übersteht: Für jene, die brav ihre „Joy“-Pillen einwerfen, ist Wellington Wells ein bunter, plüschiger Quell der Glückseligkeit. Auf Entzug verwandelt sich das vermeintliche Paradies in einen Alptraum voller heruntergekommener Bruchbuden und durchgedrehter Gewalttäter. Um der Drogen-Utopie zu entkommen, muss der Spieler erst geduldig an seinen eigenen Survival-Talenten arbeiten und jede Menge schräge Missionen erledigen. 

Die sehen übrigens bei jedem Neustart des Spiels ein bisschen anders aus, denn Wellington Wells und Umgebung werden prozedural, also nach dem Zufallsprinzip gestaltet. Die Pre-Alpha-Version zeigt bereits das Potenzial des Spiels, ist allerdings noch reichlich unfertig: Einen echten Story-Modus gibt es noch nicht, stattdessen erforscht der Spieler eine verbuggte Spielwelt, die aber immerhin schon hervorragend aussieht. Am besten also, man wartet noch bis zur offiziellen Veröffentlichung in sechs bis zwölf Monaten, bis man für „We happy Few“ rund 30 Euro hinblättert. Aber: Unbedingt im Auge behalten!

tsch

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