Axel, der Mann für alle Fälle

T3 & Co.: Ein Besuch beim Bremer Bulli-Schrauber

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Marita Seifert und Axel Reher.

Es sind kleine Museen auf vier Rädern, nahezu jedes Exemplar ist ein Unikat. Und ja: Ständig geht irgendetwas kaputt. Wer mit einem alten VW-Bulli unterwegs ist, kann ein Lied davon singen. Ihr könnt selbst schrauben? Umso besser. Für alle anderen haben wir einen heißen Tipp: Die Bremer Mobilbus Börse. Ein Besuch.

Hier, auf dem Betriebsgelände an der Braukuhle 4-6, hat sich Chef Axel Reher sein kleines Reich aufgebaut. Ein Reich, das aus unzähligen Ersatzteilen, Werkzeugen und all dem besteht besteht, was ein echter Schrauber eben so braucht. Sein Steckenpferd ist der T3, die dritte Generation des VW-Transporters. „Für den haben wir wirklich alles da“, sagt Axel. Die Ersatzteile beschafft er sich ganz klassisch: Jeder Wagen, der absolut nicht mehr zu retten ist, wird ausgeschlachtet.

Und das hat sich herumgesprochen: Fast 300 Fahrzeuge reparieren er und sein Team im Jahr – Tendenz steigend. „Unsere Kunden kommen nicht nur aus Bremen und umzu, sondern seit einiger Zeit auch immer öfter aus ganz Deutschland“, berichtet Marita Seifert, die sich im Büro um den Papierkram kümmert. „Es läuft wirklich super.“

Ein Anblick, der die Herzen von T3-Fans höher schlagen lässt. 

Vor ziemlich genau zehn Jahren haben die beiden ihre Bremer Mobilbus Börse aus der Taufe gehoben. Damals noch im ganz kleinen Rahmen. Denn sie wollten mit dem Projekt nicht über Kopf gehen. Nicht schon wieder. Zwischen 1991 und 1998 hatten sie es mit einer eigenen Kfz-Werkstatt mit angeschlossenem Autoteile-Shop versucht. Am Ende stand der Konkurs. „Wir konnten aber alle Rechnungen bezahlen, da bin ich mit mir im Reinen“, sagt Marita.

Die Nachfrage steigt spürbar an

Und jetzt, da der Laden läuft, vergrößert sich der Betrieb zunehmend. Neue Stellplätze, eine weitere Halle, die Zukunft scheint rosig zu werden. Nicht zuletzt deshalb, weil die Nachfrage nach den alten Modellen mit Heckantrieb in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen ist. Jahr für Jahr muss mehr Geld für einen gepflegten T3 auf den Tisch gelegt werden. Von den noch älteren Modellen T1 und T2 ganz zu schweigen. Die Leidenschaft für das unvergleichliche Fahrgefühl im Bulli zieht sich übrigens durch alle Altersklassen – vom Student bis zum Rentner

Kein Wunder, ist es doch ein erhabenes Gefühl, fast direkt auf der Stoßstange sitzend, durch die Lande zu fahren. Klar, Geschwindigkeitsrekorde werden nicht gebrochen, aber gerade beim Bulli-Trip ist der Weg ein großes Stück des Ziels. Obligatorisch der Gruß per Lichthupe und Handzeichen, wenn ein anderer Bulli in Sichtweite ist. Und natürlich suchen passionierte T3-Liebhaber oft die Nähe anderer Mitstreiter auf Park- und Campingplätzen. Und sei es nur, um sich die individuelle Gestaltung anzuschauen.

Sommerurlaub ist nicht drin

Aber warum schwören so viele Bulli-Liebhaber auf die Dienste von Axel Reher? Wir haben bei Horst und Marion nachgefragt. Seit 1996 sind sie mit ihrem T3 16-Zoll-syncro, einer echten Rarität, mehr als 200.000 Kilometer gefahren. Eigentlich machen sie alles selbst, aber wenn sie einen Fachmann brauchen, gehen sie zu Axel. „Wichtig ist, dass er ein echter Handwerker ist. Er versucht erst, etwas zu reparieren, bevor er es austauscht“, erklärt Horst.

Nur ein kleines Problem haben Axel und Marita: An einen längeren Sommerurlaub im eigenen Bulli ist nicht zu denken. „Maximal ein paar Tage in Norddeutschland, mehr ist nicht drin. Schließlich haben wir Saison“, sagt Marita. Und Axel ergänzt: „Wenn ich nicht da bin, kommen die Kunden nicht.“

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