Bella Donna ungezügelt

Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio auf der Rennstrecke

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Test auf der Rennstrecke: Was kann die Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio?

Sie ist wunderschön, hat extrem sportliche Gene und bringt frischen Wind in die Mittelklasse: Mit der neuen Giulia meldete sich Alfa Romeo Anfang Mai eindrucksvoll zurück.

Sie ist wunderschön, hat extrem sportliche Gene und bringt frischen Wind in die Mittelklasse: Mit der neuen Giulia meldete sich Alfa Romeo Anfang Mai eindrucksvoll zurück. Die neue Sportlimousine des italienischen Autobauers macht dabei nicht nur bella figura, auch technisch hat die rassige Schöne mächtig was unter der Haube. Spitzenmodell ist der Quadrifoglio mit einem 510 PS starken Sechszylinderantrieb, der bis 307 km/h spurten kann. Wir haben die inneren Werte und den Spaßfaktor der heißblütigen Quadrifoglio getestet.

Das Blechkleid ist schlicht umwerfend: kurvig, elegant und doch sportlich-aggressiv. Markant an der Front sind der große schwarze Scudetto-Grill, die wuchtigen Lufteinlässe und darunter der ausfahrbare Splitter. Seitlich wirkt die viertürige Giulia mit der coupéartigen Silhouette wie eine sprungbereite Wildkatze. Über den mächtigen 19-Zöllern prangt das obligatorische Kleeblatt (italienisch: Quadrifoglio). Das Heck besitzt einen Schuss Maserati und vier kraftstrotzende Endrohre.

Autor Uwe Fajga ließ sich von der schnellen Giulia Quadrifoglio beflügeln. Und konnte die Ferrari-Gene der Italienerin spüren.

Der Innenraum und das Ambiente sind dabei italienisch elegant. Im Cockpit mit seinen klassischen Rundinstrumenten und dem nahtlos integrierten breiten Monitor ist alles funktional. Es gibt auffällig wenig Schalter und Knöpfe. Hinter dem Kunststoff-Knauf der Sechsgang-Handschaltung befindet sich ein Dreh-Drückregler. Mit dem lässt sich das Infotainment-System leicht und intuitiv handhaben. Daneben der DNA-Fahrdynamikschalter mit vier Fahrstufen – darunter Race. Das Raumangebot ist auch auf den bequemen Rücksitzen gut, das Kofferraumvolumen beträgt 480 Liter.

Ferrari-Feeling überkommt uns, als wir in die tiefen, eng anliegenden Sportsitze gleiten, das griffige Sportlenkrad umfassen und auf dem Tacho den ausgewiesenen Spitzenwert von 330 km/h sowie den knallroten Startknopf entdecken. Der ist nicht irgendwo versteckt, sondern wie bei einem Sportwagen direkt im Lenkrad platziert. Durch Drücken des Knopfes erwacht der 2,9-Liter-V6-Biturbo-Benziner. Schon im Leerlauf blubbert und röhrt das Alu-Triebwerk. Beim Tritt aufs Gaspedal erwacht die rasante Schöne vollends, brüllt leidenschaftlich auf wie ein Ferrari. Dessen Gene wurden dem Giulia-Antrieb teilweise verpasst.

Beim Einlegen des ersten Gangs und beherztem Gasbefehl läuft’s uns eiskalt den Rücken runter: Der Antritt der Giulia ist brachial! 510 Pferdestärken treiben das dank Leichtbau nur knapp 1,6 Tonnen schwere und 4,64 Meter lange V6-Powerpaket nach vorn und lassen es über den Asphalt fliegen. In nur 3,9 Sekunden sprintet unsere Extremsportlerin von null auf 100 km/h. Maximal sind mit der Giulia QV sogar 307 km/h möglich. Denn Alfa pfeift auf das Abriegeln des Motors und erlaubt seinem V6-Vollblut, aufs Ganze zu gehen. Das ist allerdings nur auf einer Rennstrecke möglich.

Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio.

Dort haben wir einige Runden mit der Giulia Quadrifoglio gedreht, die es ausschließlich mit Heckantrieb gibt. Adrenalin schießt uns beim Tanz durch die enge Kurven ins Blut: anbremsen, einlenken, Vollgas! Tempo 250 km/h wirkt wie 150 km/h in unserem privaten Mittelklasse-Pkw. Bei schnellen Kurven und beim Bremsen öffnet sich automatisch ein aktiver Front-Spoiler aus Kohlefaser. Der erhöht den Anpressdruck auf die Vorderachse, maximiert die Einlenktraktion und hält unser Powerpaket bei jeder Geschwindigkeit und Strecke präzise in der Spur. Selbst bei abgeschaltetem ESP im Race-Modus und tänzelndem Heck ist die Giulia dank Sperrdifferenzial und aktivem Torque-Vectoring jederzeit kontrollierbar. Geht man vom Gas, pendelt sich der gut ausbalancierte Super-Alfa von allein wieder ein. Hilfreich ist dabei eine sehr direkte Lenkung und das relativ weich abgestimmte Fahrwerk.

Das Herz der neuen Giulia Quadrifoglio ist ein nagelneuer 2,9-Liter-Biturbo-V6-Motor. Er leistet 510 PS und hat ein Drehmoment von 600 Nm bei 2500 bis 5000 U/min. Der Alfa-Supersportler ist ab sofort ab 71 800 Euro im Handel.

Die normale Giulia gibt’s auch günstiger mit weniger Pferdestärken: Drei Turbodiesel mit 2,2 Litern Hubraum zwischen 136 und 180 PS sind ab 33 100 Euro zu haben. Im Herbst folgt ein Zweiliter-Vierzylinder-Benziner mit 200 PS.

Fazit

Die neue Alfa Romeo Giulia garantiert emotionales Fahrvergnügen pur. Und die sportliche italienische Schönheit hat das Potenzial, ein weiterer Klassiker der Traditionsmarke zu werden.

Uwe Fajga

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