Neue Herausforderung

ZDFinfo wagt sich „unter Junkies“ und „unter Hooligans“

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Der Ex-Knacki und Sozialarbeiter Sascha Bisley wagt sich im Rahmen von „Szene Deutschland“ zunächst „Unter Junkies“. Später begibt er sich „Unter Hooligans“.

Sascha Bisley (42) ist kein Kerl von trauriger Gestalt.

Der Sauerländer selbst wurde früh straffällig. Er saß im Knast, hat dort die ganz harten Jungs kennengelernt. Inzwischen geläutert arbeitet Bisley heute als Honorarkraft für Jugendämter und das Innenministerium von Nordrhein-Westfalen. Er ist zudem Filmemacher. Diese neue Herausforderung führt Bisley nun in der neuen Reihe „Szene Deutschland“ bei ZDFinfo dorthin, wo sich andere nicht hinbegeben wollen. Der Sozialarbeiter wagt sich „Unter Junkies“ und „Unter Hooligans“. Bisley sagt über das neue Reportage-Format: „Der Zuschauer erfährt in meiner Sendung die Wahrheit, auch wenn sie eklig, nicht nachvollziehbar oder zutiefst dunkel ist. Ungeschönte Frontberichte von jemandem, der nicht wie ein Blinder von Farben erzählt, sondern mittendrin ist beziehungsweise war.“ Gerade das Problemthema Hooligans hat während der noch bis Sonntag, 10. Juli, laufenden Fußball-Europameisterschaft in Frankreich aktuell wieder an Gewicht gewonnen. Sicherheitskräfte glaubten im Vorfeld des Turniers die Schlägertrupps soweit unter Kontrolle. Bisley dagegen wundert die neue Eskalation der Gewalt rund um den Fußball nicht. „Diese Gewalt und ihre Auswirkungen sind in jeder Gesellschaftsschicht zu finden. Die klassischen Problem-Menschen mit der üblichen Geschichte bilden längst nicht mehr die Mehrheit“, erklärt er. Mit seinen Berichten von der Front, wie er sie selber nennt, will der Sozialarbeiter aber nicht den Zeigefinger heben. Seine Herangehensweise ist direkter und so auch ehrlicher. Er sagt: „In persönlichen Gesprächen habe ich versucht, Leute zu Wort kommen zu lassen, die sonst oft nur in ihrer Abwesenheit Bestandteil der Diskussion waren.“ ZDFinfo zeigt „Unter Junkies“ am Freitag, 24. Juni, 14.20 Uhr. „Szene Deutschland - Unter Hooligans“ folgt ab Dienstag, 5. Juli, 1.15 Uhr.

tsch

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