Untersuchung zu Sehgewohnheiten

Netflix-Serien: Deutsche Nutzer sind außergewöhnlich

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Neueste Umfrage von Netflix zeigt, bei welcher Folge Zuschauer angefixt sind.

Beverly Hills - Der Steaming-Dienst Netflix hat jetzt seine Untersuchung zu den Sehgewohnheiten seiner Kunden ausgeweitet. Das Ergebnis: Die Zuschauer weltweit lassen sich von denselben Dingen fesseln - nur die Deutschen nicht.

In der neuesten Studie zum Sehverhalten seiner Kunden geht der Streaming-Dienst besonders auf die Frage ein: an welcher Stelle einer Serie können die Zuschauer nicht mehr ablassen und sind angefixt, um sie bis zum Ende weiterzuschauen? Dazu wurden die Gewohnheiten von Netflix-Mitgliedern aus rund 35 Ländern weltweit analysiert. 

Das Ziel: die Episode einer Serie zu definieren, die aus Zuschauern Fans macht; das ist per Definition die Folge, die dazu führt, dassmindestens 70 Prozent der Zuschauer die gesamte Staffel der Serie zu Ende schauen. Netflix fand heraus, dass Menschen auf der ganzen Welt ein fast identisches Verhalten an den Tag legen, wenn es um Unterhaltung geht. Allerdings sieht es bei den Deutschen ein wenig anders aus. Aber dazu später mehr.

Das Mysteriöse macht Lust auf mehr

Die Angst vor dem Ungewissen ließ beispielsweise die Zuschauer von "Stranger Things" nicht mehr los. Fragen wie: Wo ist Will? Wo ist Barb? Und was ist ein Demogorgon? (Folge 2). Bei "Scream" war es hingegen der Moment in Folge drei, als der Killer Emma zu einem gefährlichen Spiel einlädt, der das Publikum fesselte und aufschreien ließ.

Die Unterwelt der politischen Korruption, ob es Pablo Escobars Durst nach Macht in Kolumbien ist oder Robert Taros Kampf zur Machterhaltung in Frankreich, hat Netflix-Mitglieder bei "Narcos" und "Marseille" jeweils in Folge drei in seinen Bann gezogen. 

Wenig überraschend führte die Faszination von Crime-Stories - ob echt oder fiktiv - dazu, dass Zuschauer schnell gefesselt waren: Bei "Making a Murderer" war es die Befragung von Brendan Dassey in der vierten Folge. Ebenfalls in Folge vier war es auch um die Zuschauer von Marvel’s "Jessica Jones" geschehen und noch eine Episode früher waren sie von "How to get Away With Murder" angefixt.

Auch Liebesgeschichten haben ihren Reiz

Es muss aber nicht immer das Morbide, Dunkle oder Tödliche sein, dass Zuschauer zu Fans einer Serie macht. Liebe war der Schlüssel, der das Publikum mit "Gilmore Girls" vereinte. Nach Rorys erstem Kuss in Folge sieben konnten die Meisten nicht mehr abschalten. Und familiäre Beziehungen gaben den Ausschlag bei "The Get Down". Als Mylenes eine strahlende Zukunft winkt, aber ihre Beziehung zu ihrem Vater einen Tiefpunkt erreicht (Folge 2). Und bei "The Ranch" war es der Moment, als die Zuschauer in Episode drei realisieren: das Einzige, was größer ist als Colts Ego, ist Beaus Sturheit. Ein Mix aus beiden Elementen funktionierte bei "Fuller House", als Hund Cosmo den Tanner-Clan in Folge vier komplettierte.

Und wie ist es in Deutschland?

Auch in der Bundesrepublik gibt es sehr große Übereinstimmungen mit dem weltweiten Ergebnis, allerdings ließ sich feststellen, dass die deutschen Netflix-Mitglieder im Schnitt eine Folge eher angefixt waren, als Zuschauer in vielen anderen Ländern: im Durchschnitt nämlich schon in Folge drei. Zudem zeigte sich, dass der Prozess des Angefixtseins bei den Deutschen anscheinend immer schneller geht: Bei der letztjährigen Untersuchung dauerte es im Schnitt noch bis Folge vier.

“Wir haben immer geglaubt, dass großartige Geschichten universell sind. Das Internet erlaubt es uns, diese Geschichten mit einem weltweiten Publikum zu teilen und was wir aus den Daten lesen können, ist, wie ähnlich unsere Mitglieder schauen und empfinden”, sagt Cindy Holland, Vice President of Original Content bei Netflix.

ps

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