Sensationsfund Homo naledi (Terra X:) - So. 10.04 - ZDF: 19.30 Uhr

Die Wiege der Menschheit

+
Das oberirdische Team der Homo-naledi-Expedition: Lee Berger und seine Mitarbeiter verfolgen gespannt auf Bildschirmen, was ihre Mitarbeiter in der Rising-Star-Höhle entdecken.

Wie wurde der Mensch zu dem, was er heute ist? Eine Frage, die bis jetzt die Wissenschaft bewegt und deren Beantwortung die Doku "Sensationsfund Homo naledi" im ZDF versucht.

Was macht uns zu Menschen? Woher kommen wir? Das sind zwei Fragen, die die Dokumentation "Sensationsfund Homo naledi" zu Beginn stellt und die gerade dieser Tage wieder aktueller erscheinen denn je. Die Doku widmet sich eineinhalb Stunden lang der Entdeckung und Bergung verschiedener Skelette, die eine neue Sicht auf den Evolutionsprozess bis zum heutigen Menschen schaffen.

Mit beeindruckenden Bildern und afrikanischer Musik nimmt "Terra X: Sensationsfund Homo naledi" den Zuschauer mit nach Südafrika in die "Wiege der Menschheit". 2013 machte ein Team rund um Forscher Lee Berger in der "Rising-Star-Höhle" einen Jahrhundertfund. Sie entdeckten Knochen, die auf eine noch unbekannte Vorform des Menschen hindeuteten. Sie nannten den ausgestorbenen Verwandten des modernen Menschen "Homo naledi". Rund zweieinhalb Millionen Jahre sollen die rund 14 Skelette auf dem Buckel haben.

Damit ist die Vorstellung von einem "Urvater" des Menschen überholt. Zur "Stunde Null" gab es offenbar mehrere Arten großer Menschenaffen. Der Mensch stammt also unter Umständen von mehr als nur einer Art ab.

Das Kamerateam ist bei dieser aufwendigen Dokumentation mit in Südafrika dabei und begleitet die Forscher bei diesem für Wissenschaftler so großartigen Fund. In der "Rising-Star-Höhle" bargen Lee Berger und sein Team 2013 innerhalb von sechs Wochen fast 2.000 Knochenfragmente. Die Dokumentation zeigt die schwierigen Bedingungen, denn der Weg zum Fundort im hintersten Teil der Höhle führte durch einen nur 18 Zentimeter breiten Engpass. Daher war bei den Wissenschaftlern, die die Bergung vornahmen, neben fachlicher Qualifikation auch eine entsprechend zierliche Statur gefragt.

Psychologisch hilft die "Die Stunde Null des Menschen" dem Zuschauer bei einer etwaigen Identitätssuche natürlich nur bedingt weiter. Wissenschaftlich ist das Ganze aber eine runde Sache, die anschaulich und spannend die Entdeckungen des Forscherteams begleitet. Einer der Wissenschaftler sagt passend: "Die Natur ist chaotisch, sie ist kompliziert, sie schert sich nicht um unser Bedürfnis, Fossilien nette neue Artennamen zu geben." Für Wissenschaftsfans ist die packende Doku ein Muss, aber auch Laien bekommen Zugang zu komplexen Theorien.

Kommentare

Das könnte Dich auch interessieren