Diana Staehly

„Wenn es mir gefällt, bin ich treu“

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Diana Staehly verkörpert die neue Hauptkommissarin in der „SOKO Köln“. Die Staffel startet am 4. Oktober, die Folgen sind immers dienstags, 18.05 Uhr, im ZDF zu sehen.

Drehen mit Heimvorteil - Diana Staehly übernimmt in ihrer Heimatstadt Köln die Leitung der „SOKO“. Die 38-Jährige spielt die neue Hauptkommissarin Anna Maiwald.

Die „SOKO Köln“ hat mit Diana Staehly als Hauptkommissarin Anna Maiwald eine neue Chefin. Genau wie ihre Figur ist auch Staehly gerne gut vorbereitet. Auf Nachfrage kann sie innerhalb von Sekunden alle anderen „SOKO“-Reihen aufzählen, betont aber lachend, dass dies natürlich nicht zum Einstellungsgespräch gehöre. Privat schätzt die Schauspielerin vor allem Beständigkeit - die gebürtige Kölnerin freut sich wahnsinnig, seit Januar in ihrer Heimatstadt drehen zu dürfen. Im Interview spricht die 38-Jährige über Heimat, Zuhause und wie es sich anfühlt, befördert zu werden.

nordbuzz: Herzlichen Glückwunsch, Sie sind befördert worden: Von der Finanzcontrollerin bei den „Rosenheim Cops“ zur Hauptkommissarin bei der Kölner „SOKO“ ...

Diana Staehly: Stimmt, in gewisser Weise bin ich das - ein beruflicher Aufstieg (lacht). Es ist schon lustig, dass ich am Dienstag, am gleichen Tag auf dem gleichen Sender nur einen Sendeplatz früher jetzt als Hauptkommissarin zu sehen sein werde, wo ich vorher als Finanzcontrollerin in Erscheinung trat. Wer hätte das gedacht!

nordbuzz: Immerhin hatten Sie sich zuvor bei den „Rosenheim Cops“ als Kölnerin in einem „bayerischen“ Format durchgesetzt ...

Staehly: Ja, ich wurde akzeptiert, obwohl ich als „Saupreißin“ gelte (lacht).

nordbuzz: Und Sie haben mit der Rolle der Patrizia Ortmann viele Fans gewonnen. Wie erklären Sie sich das?

Staehly: Ich glaube, dass die Patrizia Ortmann eine sehr gute antagonistische Figur war. Sie war eben nicht die klassische Sympathieträgerin, aber dadurch, dass sie nachvollziehbare Macken hatte und durchaus einen weichen Kern besaß, hat die Figur viele Herzen gewonnen.

nordbuzz: Wie war es, als die Neue zur „SOKO Köln“ zu stoßen - immerhin gibt es die Sendung bereits seit 13 Jahren ...

Staehly: Das war tatsächlich der erste Gedanke, der mir bei dem Angebot damals kam: Wie werde ich dort wohl aufgenommen? Doch ich muss sagen, die Kollegen vor und hinter der Kamera haben mir den Einstieg leicht gemacht. Nach einer Woche habe ich mich bereits gefühlt, als wäre ich seit einem Jahr dabei. Dazu kommt natürlich, dass ich gebürtige Kölnerin bin und das Ganze für mich ein Heimspiel ist. Ich liebe die Menschen in Köln und vor allem ihren besonderen Humor. Das, was man über die rheinische Frohnatur sagt, stimmt eben.

nordbuzz: Zu Hause zu drehen ist für Sie also etwas Besonderes?

Staehly: Ich wohne seit zehn Jahren in Potsdam, deshalb ist es nicht wirklich mein Zuhause. Aber es ist meine Heimat, und in der Heimat zu drehen, ist natürlich etwas sehr Besonderes. Mein allererster Drehtag im Januar fand gegenüber von meinem alten Kindergarten statt. Ich drehe bei der „SOKO“ an Stätten meiner Erinnerung und merke, wie mein Herz immer noch an dieser Stadt hängt.

nordbuzz: Sie haben jetzt allerdings einen Unterschied zwischen zu Hause und Heimat gemacht!

Staehly: Für mich ist das tatsächlich ein Unterschied. Meine Heimat ist der Ort, an dem ich geboren und aufgewachsen bin. Heimat benennt für mich außerdem das Gefühl, das aufkommt, wenn ich den Kölner Dom sehe oder wenn ich über die Rheinbrücken fahre. Mein Zuhause ist aber ganz klar in Potsdam. Da ist meine Familie, mein Mann und mein Kind, da sind meine Freunde, da ist mein Haus. Potsdam ist der Ort, wo ich Kraft tanke, wo ich runterkomme, wo ich Bodenhaftung gewinne und all das.

nordbuzz: Ihre Rolle, Anna Maiwald, liest alte Akten und hört dazu in voller Lautstärke klassische Musik, um runterzukommen. Wäre das nicht auch etwas für Sie?

Staehly: Nicht wirklich. Ich muss zu meiner Schande gestehen, ich habe keine Ahnung von Klassik, sondern bin eher in der Mainstream-Schiene anzusiedeln. Ich höre Pop, Rock oder HipHop. Also eher moderne Musik.

nordbuzz: Was gefällt Ihnen an Anna Maiwald?

Staehly: Sie hat eine sehr besonnene Art, ist ein wenig verkopft, aber wahnsinnig loyal. Aber sie ist auch ein wenig distanziert und wirkt dadurch unzugänglich für andere Menschen. Das ist auch der große Unterschied zu mir. Ich bin ein eher emotionaler Mensch.

nordbuzz: Anna Maiwald trifft in der ersten „SOKO Köln“-Folge ihre große Liebe wieder, die Sie leider vor Jahren verloren hat. Bei Ihnen privat scheint aber ja alles bestens zu laufen?

Staehly: Absolut ja. Ich bin seit fast zehn Jahren mit meinem Mann verheiratet und bin 2012 zum ersten Mal Mutter geworden.

nordbuzz: Ihre Tochter ist jetzt vier. Hat das Mutter-Dasein Sie sehr verändert?

Staehly: Mutter zu sein hat viel mit mir als Person gemacht. Diese Verantwortung, die man einerseits plötzlich hat, aber auch diese unbedingte Liebe, die man auf der anderen Seite erfährt - das bringt einen zurück zu den Sachen, die wirklich wichtig sind im Leben. Diesen Effekt haben wahrscheinlich nur Kinder auf uns Erwachsene.

nordbuzz: Hat das auch Ihre Arbeit beeinflusst?

Staehly: Jein. Auf der einen Seite ist es so, dass ich in meinem Alter tatsächlich vor allem Mutter-Rollen angeboten bekomme. Damit kann man sich natürlich gut identifizieren, wenn man selbst Kinder hat.

nordbuzz: Und sonst?

Staehly: Wenn ich ein Angebot kriege, frage ich mich schon immer: Wo wird was gedreht? Drehen heißt ja, dass man weg von zu Hause und weg von seinem Kind ist. Damit war Potsdam, beziehungsweise Berlin, immer auf Platz eins meiner Wunsch-Drehorte, weil ich da zum Schlafen eben nach Hause kommen kann. Köln folgt direkt auf Platz zwei. Meine Familie kann mit herkommen und meine Tochter sieht ihre „Oma-Köln“, wie sie sagt. Deshalb habe ich mich auch so über meine Rolle in der „SOKO“ gefreut.

nordbuzz: Ihr Mann ist Regisseur. Gibt es in Zukunft vielleicht einmal ein Familienprojekt?

Staehly: Ich hoffe es. Wir haben noch nie als Regisseur und Schauspielerin zusammengearbeitet. Naja, bestimmt würde die Arbeit auch gewisse Konflikte mit sich bringen. Einerseits kennt man sich natürlich wahnsinnig gut, andererseits hat jeder seine ganz eigene Vorstellung von der Inszenierung eines Films. Da man Profi ist, will man sich durchsetzen. Das wäre sicher spannend, mal sehen.

nordbuzz: Sie sind vor allem in Serien zu sehen - woran liegt das?

Staehly: Ich schätze es sehr, wenn ich die Menschen um mich herum kenne, wenn ich mich geborgen fühle und wenn ich keine Energie dafür aufbringen muss, alle paar Monate aufs neue ein Team bestehend aus 40 Leuten kennenzulernen. Es ist toll, eine gewisse Vertrautheit mit den Kollegen zu haben, innerhalb solch langfristiger Produktionen entstehen außerdem echte Freundschaften. Am Set einer Serie fühle ich mich einfach gut aufgehoben.

nordbuzz: Anscheinend schätzen Sie also die Beständigkeit?

Staehly: Durchaus ja, wenn es mir gefällt, bin ich treu. Ich bin ja auch schon seit 15 Jahren mit meinem Mann zusammen (lacht).

tsch

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