Die Vorsehung - Solace

Wenn Blumenstengel Visionen auslösen

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Seit dem Krebstod seiner Tochter und dem Zerwürfnis mit seiner Frau lebt der hellsehende Psychologe Dr. Clancy (Anthony Hopkins) wie ein Einsiedler.

Was wie ein Mystery-Thriller um einen Serienkiller aussieht, diskutiert eigentlich eine Form von Sterbehilfe. Ethische Fragen liefern in "Die Vorsehung" das Alibi für logischen Unsinn.

Ob er okay sei? "Ich bin okay", gibt der Psychologe Dr. John Clancy (Anthony Hopkins) stets auf die oft gestellte Frage zurück. Doch wenn er jemanden berührt, hat er unter Umständen Visionen von den schrecklichen Dingen, die der anderen Person zustoßen. Dass sich in "Die Vorsehung - Solace" (2014) neben Clancy sogar noch weitere Hellseher finden, ist einerseits visuell vielversprechend. Andererseits birgt es das Risiko, das Erhabene des Übersinnlichen mit dem Lächerlichen zu verwechseln. Nach überschaubarem Erfolg im Kino erscheint der Mystery-Thriller von Regisseur Afonso Poyart nun auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

Ein rascher, tiefer Stich in den Nacken, der sofort zum Tode führt - immer wieder stoßen FBI-Agent Joe Merriweather (Jeffrey Dean Morgan) und seine Kollegin Katherine Cowles (Abbie Cornish) auf Opfer, die auf diese Art ermordet wurden. Beim letzten Mal liegen noch ein paar seltsame, mit der Schreibmaschine getippte Zeilen dabei. Die Beamten gehen von einem Serienkiller aus. Doch nach welchem Muster wählt er seine Opfer aus?

Nur widerstrebend können sie Dr. Clancy zur Unterstützung bewegen, der nach dem Krebstod seiner Tochter und dem Zerwürfnis mit seiner Frau wie ein Einsiedler lebt. Nicht zuletzt dank seiner übernatürlichen Sehergabe erkennt er, dass bei allen Opfern der Ausbruch einer tödlichen Krankheit bevorstand. Doch Clancy ist nicht der einzige Seher: Auch der Täter, Charles Ambrose (Colin Farrell), besitzt jene übernatürliche Fähigkeit. Man nimmt Kontakt auf ...

Anthony Hopkins inszeniert außer seinem Silberhaar eine sehr feine Artikulation, wenn seine Vorstellungen mal nicht plastisch werden, sondern als kunstvoller Wortschwall über die Lippen strömen. Wenn er jedoch selbst bei der Berührung von Blumenstengeln ohne Blütenkopf vielsagende Bilder vor dem inneren Auge hat, wird's doch einigermaßen parodistisch.

Ab wann schadet das Hellsehen dem Thriller? Oder dessen Fehlen? Warum weiß Dr. Clancy nicht im Vorhinein, dass gleich bei einer Routinekontrolle ein Polizist erschossen wird? Indem Hellsehen alles und doch nicht genug erlaubt, gerät "Die Vorsehung" untragbar unglaubwürdig. Das Bekenntnis des Täters, mit seinem Wissen nicht mehr fertig zu werden und deshalb die Todeskandidaten erlösen zu wollen, soll von solchen Fragen ablenken, tut es aber nicht.

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