RTL Nitro überträgt erstmals das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring - in bahnbrechender Länge (ab Sa., 28.05., 15 Uhr)

Weltrekordjagd durch die Grüne Hölle

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Höchstbelastung für Mensch und Maschine: Ein Rowe-BMW heizt durch den Steilstreckenabschnitt "Karussell".

25 Stunden und 50 Minuten nonstop Live-Berichterstattung: RTL Nitro will die Faszination Nordschleife in Rekordlänge einfangen.

Eigentlich müsste jetzt noch schnell das Geruchsfernsehen erfunden werden, um die ganze Faszination dieses Rennsportklassikers begreiflich zu machen. Erst wenn es Nacht wird in der Eifel und sich in der Nase die Gerüche von Grillfleisch und Reifenabrieb mit einer feinen Kraftstoffnote mischen, kann man wirklich eintauchen in die 24 Stunden vom Nürburgring. Zu verachten ist es dennoch ganz und gar nicht, dass das olfaktorisch limitierte Fernsehen der Gegenwart diesen ganz besonderen Termin im Motorsportkalender nicht verpasst. In diesem Jahr entsendet erstmals der Spartensender RTL Nitro eine Übertragungsmannschaft an die sogenannte Nordschleife, den archaischen Teil des Nürburgrings, der sich lindwurmartig durch die Eifelwälder zieht. Wenn am Samstag, 28. Mai, gegen 15.30 Uhr, die Startampel auf Grün springt, haben die TV-Macher nichts weniger als einen Weltrekord im Blick.

25 Stunden und 50 Minuten nonstop Live-Berichterstattung: So etwas hat es laut den Statistikern des berühmten Guinnessbuchs der Rekorde im Fernsehen weltweit noch nicht gegeben. Beim Spartenkanal Sport1, der vom Langstreckenklassiker in den letzten Jahren berichtete, war man weit von einer solchen Marke entfernt. Während im TV nur segmentweise Live-Bilder gezeigt wurden, war allerdings das gesamte Rennen als Live-Stream im Internet zu sehen. Solche halben Sachen machen sie beim Sender RTL Nitro, der mit Qualispielen zur Fußballeuropameisterschaft erfreuliche Sporterfahrungen sammelte, nun nicht.

Schön, dass der besondere Reiz der Traditionsveranstaltung gewürdigt wird von einer Sendergruppe, die bekanntlich auch die ungleich glamourösere Formel 1 im Portfolio hat. Zum spürbar anämisch gewordenen Kommerzspektakel um Rosberg, Vettel und Co. verhält sich das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring komplementär. Hier präsentiert sich der Motorsport noch ganz volksnah und lichtecht. Auf einem Rundkurs, der schon vor 50 Jahren wenig mit zeitgemäßen Sicherheitsstandards zu tun hatte. 20 Kilometer Länge. 73 Kurven. Die Streckenabschnitte tragen klingende Namen wie Fuchsröhre, Schwalbenschwanz, Kesselchen oder Galgenkopf. Viel Auslauf links und rechts der Strecke gibt es nicht. Noch immer gilt das Diktum des großen Schotten Jackie Stewart, der die Nürburgringnordschleife als "Grüne Hölle" umtaufte.

Durch diese Hölle werden auch in diesem Jahr hochgerüstete Supersportwagen in wenig angemessener Geschwindigkeit preschen. BMW, Porsche, Mercedes, Aston Martin und der Vorjahressieger Audi stellen Werkswagen der GT3-Klasse. Wenn Cracks und Nordschleifenkenner wie Frank Stippler, Sabine Schmitz, Uwe Alzen und Maxime Martin Richtung Gesamtsieg hetzen, wird auch wieder mancher Kleintourenwagen der VW-Polo-Preisklasse in ihren Rückspiegeln verschwinden. Ebenfalls wieder dabei: ein Opel Manta, Baujahr 1990. Das einst als Serienfahrzeug vom Band gelaufene Vintage-Fahrzeug hat nicht nur eine eigene Fangemeinde am Ring, sondern seit Jahren auch eine Sondergenehmigung für den Fuchsschwanz, der stilecht an der Antenne flattert.

Über solche Skurrilitäten und Eigenheiten gibt es viel zu erzählen in den angepeilten knapp 26 Rekordstunden aus der Eifel. Alex Hofmann, der ehemalige Moto GP-Profi mit Nürburgring-Erfahrung, ist berufen, als Moderator durch die XXL-Sendestrecke zu führen. Ihm zur Seite steht der ehemalige Formel-1- und aktuelle DTM-Pilot Timo Glock als Experte. Als Kommentatoren wechseln sich Peter Reichert, Roland Hofmann und BMW-Werksfahrer Dirk Adorf im Schichtbetrieb ab. Als Reporter an der Rennstrecke sind Felix Görner, Jean-Pierre Kraemer, Jule Gölsdorf sowie "Action-Model" und Stuntfrau Miriam Höller im Einsatz. Ein zarter Hauch Glamour. Er wird dem hemdsärmeligen Mythos Nordschleife gewiss nicht schaden.

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