4 Könige

Weihnachten in der Jugendklapse

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Laras (Jella Haase) Gemüt wechselt teilweise schlagartig zwischen Frohsinn und Verschlossenheit.

Weihnachten nicht zu Hause verbringen zu müssen, dürfte für viele Jugendliche befreiend sein. Aber Weihnachten in der Jugendpsychiatrie? "4 Könige" erzählt davon.

"Was kommt euch als Erstes in den Sinn, wenn ihr über Weihnachten nachdenkt?", fragt Psychiater Dr. Wolff (Clemens Schick) bei einem winterlichen Spaziergang in die Runde. "Druck", heißt die wohl ehrlichste Antwort der sonst so stillen Alex (Paula Beer). Druck, den sie in ihrem zerrütteten Elternhaus spürt, von einer labilen, selbstzerstörerischen Mutter, die sie als seelischen Mülleimer missbraucht. Druck von einem Vater, der jede Geduld und jedes Einfühlungsvermögen vermissen lässt. Für sich selbst findet Alex im Leben keinen Platz, zu gedrängt geht es dort zu und zu groß ist ihre Verantwortung für andere. Also springt das junge Mädchen kurz vor Weihnachten aus dem fahrenden Auto ihres Vaters, der sie gerade der Mutter entriss. Sie landet in einer Jugendpsychiatrie und trifft dort auf die anderen drei der "4 Könige" (2015). Nach kurzer Kinopräsenz erscheint das Drama nun auf DVD und als Video-on-Demand.

"Schon wieder eine Zwanghafte", wird die verbeulte Alex in der Einrichtung von Lara (Jella Haase) begrüßt. Für einige Zeit scheint sie für den Betrachter die interessanteste der vier Jugendlichen zu sein, die über Weihnachten in der Einrichtung bleiben werden. Sie ist eine aufsässige, in ihren Tiefen aber äußerst zerbrechliche Jugendliche, die Aufmerksamkeit sucht, sich aber lieber eingraben würde.

Mit Laras aufbrausenden Gemüt kann der Dritte im Viererbunde, Fedja (Moritz Leu), wenig anfangen. Schwerst misshandelt von seinen Klassenkameraden schnauft und wimmert er sich gebückt und ohne jedes Körpergefühl durch die Gänge der Anstalt. Vor allem die Ankunft seines neuen Zimmerkollegens Timo (Jannis Niewöhner) bringt das Angstfass zum Überlaufen. Den zeichnet nämlich eine überbordende Aggressivität aus.

Was Theresa von Eltz inszeniert hat, sind keine ellenlangen Gruppentherapiegespräche, in der die vier sich öffnen, ihr Leid beschreiben. Man erwischt die vier in einem frühen Stadium der Therapie, in der Dr. Wolff vor allem Vertrauen gewinnen will. Dafür lässt er sie ein ums andere Mal gewähren, nimmt in Kauf, dass sich Fedja aus Furcht vor Timo selbst etwas antut und erlaubt der Gruppe, ohne Aufsicht ins anrainende Waldstück loszuziehen.

Wolffs lange Leine erlaubt auch, dass die vier zueinander finden. Ohne peinliche Teenie-Tuerei schenken sich die "4 Könige" nach einem sanften Herantasten Selbstlosigkeiten, die sie aus ihrem vorherigen Leben nicht kennen: Akzeptanz, Respekt und Zuneigung. Was sie allerdings nicht vor weiteren Problemen schützt ...

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