Inklusive Bundesliga-Highlights

Neuer Sport-Streamingdienst DAZN ist online

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DAZN ist via App sowohl auf Smart-TVs als auch auf diversen mobilen Endgeräten verfügbar.

Ein sportliches Angebot mit einem seltsamen Namen: Der Streamingdienst DAZN ist ab sofort online. Die große Frage bei der Präsentation in München: Was ist mit der Bundesliga?

Es gibt einen neuen Streamingdienst. Speziell für Sportbegeisterte. Er heißt DAZN. Ausgesprochen wird der Name, warum auch immer, in etwa so: „Dasoun“ (mit einem leichten Röhren auf dem „o“). Hinter dem Produkt steckt die in London ansässige Perform Group, die seit zehn Jahren eifrig Rechte an Sport-Inhalten sammelt und mit diesen handelt. Zeitgleich mit dem Launch von DAZN in Deutschland, Österreich und der Schweiz (Japan kommt Ende August auch noch dazu) stellten Simon Denyer (CEO Perform Group) und Kay Dammholz (Managing Director DAZN) das neue Angebot in München vor. Kleine Überraschung: Die Bundesliga ist auch dabei, schon jetzt.

Eine Art „Sport-Netflix“

Wer schon im Vorfeld etwas mitbekommen hatte, durfte Großes erwarten. Immer wieder wurde DAZN in den Medien als eine Art „Sport-Netflix“ umschrieben. Auf einen Vergleich mit dem US-amerikanischen Streamingriesen, der symbolisch für den grundlegenden Wandel der Sehgewohnheiten vor allem bei Serien steht, verzichtete der aus London angereiste Denyer. Dass DAZN etwas Großes ist oder zumindest werden könnte, davon ist er jedoch überzeugt: „Das hier ist die Zukunft der Sportübertragung.“ Warum diese Zukunft ausgerechnet in Deutschland starten soll, wo die Leute gerne viel Geld für Autos ausgeben, aber nicht für Unterhaltung? Weil man hier die stärkste Wirtschaft und die größte Population Europas vorfindet, erklärt Denyer. Deshalb sei Deutschland „der perfekte Ort für den Start“, bevor in den Folgejahren weitere Märkte erschlossen werden.

Was also hat das neue VoD-Angebot - das erste seiner Art, wie immer wieder betont wird - zu bieten? Auf den ersten Blick alles, was das Sportnarren-Herz begehrt: Internationaler Live-Fußball unter anderem aus England (Premier League), Spanien (La Liga), Frankreich (Ligue 1), Italien (Seria A), dazu US-Sport (NBA, NFL), Motorsport, Tennis, Darts, Rugby, Pferderennen, Fischen, Handball ... Es wird sich „für jeden Sportfan etwas“ finden, verspricht Kay Dammholz. Mit der Perform Group im Rücken will DAZN etwa 8.000 Live-Übertragungen jährlich bieten, teilweise bis zu 20 davon gleichzeitig.

Live-Übertragungen 30 Tage abrufbar

Zudem sind die Matches - Flexibilität ist alles, wie Denyer mehrfach betont - 30 Tage nach der Live-Übertragung auf Abruf verfügbar. Unterfüttert wird das Ganze von zahlreichen Sportstatistiken, die ebenfalls aus dem großen Perform-Pool stammen, und exklusiven Rahmensendungen, produziert von einem etwa 100-köpfigen Team, dem unter anderem auch die Kommentatoren Uwe Morawe, Markus Götz und Marco Hagemann angehören.

Das alles bekommt der geneigte Sportfan zu Konditionen, wie man sie ganz ähnlich auch von anderen, sportfremden Streamingdiensten kennt: DAZN kostet nach einem kostenlosen Probemonat 9,99 Euro monatlich und ist jederzeit kündbar. Wer sich also beispielsweise nur für Fußball interessiert, kann zur Sommerpause kündigen und danach „wiederkommen“, wenn die neue Saison startet.

Darüber hinaus legen die DAZN-Macher großen Wert auf einen soliden technischen Unterbau: Die Inhalte werden standardmäßig mit HD-Auflösung und dem Surroundsound-Format Dolby Digital Plus 5.1 angeboten. Auf smarten Fernsehern und mobilen Geräten führen die enthusiastischen DAZN-Mitarbeiter in München ihr Produkt vor. Man erkennt die Spielernummern auf den Leibchen, hat vernünftigen Klang und eine bei 50 Bildern pro Sekunde weitestgehend flüssige Übertragung - alles nicht zu unterschätzende Faktoren, wie sportaffine Streamer wissen. Auch Übertragungen in Ultra HD sollen mittelfristig kommen, man arbeite daran („ein wichtiges Thema“).

Die Sache mit der Bundesliga

Soweit also alles gut. Wäre da nicht die Sache mit der Bundesliga. Live-Übertragungen deutscher Erst- und Zweitligaligaspiele wird es bei DAZN auf absehbare Zeit nicht geben - zumindest nicht für deutsche Nutzer. Erst kürzlich wurden die Rechte für über eine Milliarde Euro pro Saison an Sky, Eurosport und das ZDF vergeben. Aber: Aufgrund einer 5-Jahres-Kooperation mit dem Axel Springer Verlag, der aktuell die entsprechende Lizenz hält, darf DAZN die Highlights der Bundesliga doch schon ab der kommenden Spielzeit zeigen. In der Hinsicht ist also zumindest für das Minimum gesorgt. Ganz ohne deutschen Profi-Fußball geht's halt nicht.

So präsentiert sich der neue Streamingdienst mit dem komischen Namen zum Start als ein On-Demand-Service, der viel bietet, sogar sehr viel, aber eben doch nicht alles. Neben großen Boxkämpfen vermisst man - zumindest für den Moment - beispielsweise auch die Formel 1. Soviel aber steht fest: Eine Bereicherung für den VoD-Markt ist DAZN definitiv, und bei einem erschwinglichen Preis noch dazu eine höchst attraktive Alternative für alle Allround-Sportfanatiker, die sich bisher gerne mal auf illegalen Streaming-Plattformen herumtrieben. Auch wenn die meisten User den Namen womöglich nie richtig aussprechen werden.

tsch

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