Andrea Kaiser

Warum Tiere glücklich machen

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„Die wunderbare Welt der Tierbabys“ geht in eine zweite Runde. Moderatorin Andrea Kaiser ist weiterhin mit dabei. Die Staffel startet am Sonntag, 26. Juni, 17.55 Uhr, bei SAT.1.

„Ich esse definitiv nichts, was ich streicheln kann“: Andrea Kaiser erklärt im Interview, warum sie Vegetarierin ist und so ein großes Herz für Tiere hat.

Zweiter Versuch für die Tierbabys: Trotz mäßiger Quoten der ersten Staffel laufen ab Mitte Juni vier neue Folgen der TV-Serie „Die wunderbare Welt der Tierbabys“ (ab Sonntag, 26. Juni, SAT.1, 17.55 Uhr) mit „ran“-Moderatorin Andrea Kaiser. Wie die 34-Jährige im Interview verrät, soll es diesmal weniger wild zugehen als noch in der ersten Staffel. In den neuen Folgen wird das TV- und Experten-Team um Kaiser vor allem Familien dabei unterstützen, das richtige Haustier zu finden. Eine Aufgabe, wie gemacht für die sonst in der Sportmoderation beheimatete Münchnerin, die selbst einen Hund, eine Katze und zwei Pferde besitzt - und gerade ihr erstes Kind mit Ehemann und Rallye-Fahrer Sébastien Ogier (32) erwartet.

nordbuzz: Was war für Sie die spannendste Situation der neuen Folgen?

Kaiser: An unserem letzten Drehtag haben wir mit meiner eigenen Hündin Babytraining gemacht. Man kann nie wissen, wie gerade ein junger Hund reagiert, sobald ein Kind da ist. Wir haben mit einer Baby-Puppe und einem Hundetrainer geübt. Ich war total begeistert! Sie kommt aus dem Tierheim und hätte eigentlich jeden Grund, Neuem gegenüber skeptisch zu sein - aber sie hat wesentlich entspannter reagiert, als ich erwartet hätte.

nordbuzz: Sie haben sich für die neuen Folgen auch Hilfe von einer Katzentherapeutin geholt. Was macht die genau?

Kaiser: Wer eine Katze hat, weiß, dass man diese Tiere nicht trainieren kann. Die Therapeutin hilft einem eher, die Katze zu verstehen. Sie erklärt den Familien, wie die Katze tickt und wie man bestimmte Verhaltensweisen verhindern kann. Es ist ähnlich wie mit einer Beziehungstherapie: Man ändert den anderen - in dem Fall die Katze - nicht, aber man kann das Beste daraus machen. Wenn der Hund der Mann wäre und die Katze die Frau - dann braucht man bei Katzen einfach etwas mehr Psychologie.

nordbuzz: Was ist die größte Herausforderung bei einem Dreh mit Tieren?

Kaiser: Schlussendlich sind sie unberechenbar - das ist aber auch das Schöne! Viele Anmoderationen meinerseits waren gut - und dann macht der Hund irgendetwas, das man so nicht bringen kann. Es geht in erster Linie um das Tier und nicht den Menschen. Das ist ähnlich wie bei einem Dreh mit Kindern, sie sind zu 100 Prozent ehrlich. Wenn sie die Schnauze voll haben, dann ist das einfach so.

nordbuzz: Ist es mit Sportlern denn einfacher?

Kaiser: Für Fußballer oder Boxer ist das auch immer ein Geschäft, es ist ihr Job. Für Tiere ist es echt und natürlich. Mein Hund ist vor der Kamera genauso wie zu Hause. Wenn er vor etwas Angst hat, ist das sein gutes Recht. In solchen Fällen hören wir auch auf zu drehen und machen Pause.

nordbuzz: Tiere haben ihren eigenen Willen - war es Ihnen wichtig, das auch in der Sendung zu transportieren?

Kaiser: Absolut. Nicht alle unsere Teammitglieder sind mit Tieren aufgewachsen. Und ein Kameramann hat in dem Moment einfach einen anderen Job. Ich habe das eher als meine Aufgabe aufgefasst, mich um die Tiere zu kümmern. Wenn ich gemerkt habe, ein Tier steht unter Stress, habe ich gesagt: Stopp, jetzt ist gut und wir machen Pause. Auch den Familien habe ich gesagt, sie sollen ehrlich sein. Das Tier steht bei uns im Vordergrund, und wenn etwas nicht stimmt, ist niemandem geholfen.

nordbuzz: Sie selbst sind ja vor allem als Sportmoderatorin bekannt, woher kommt denn Ihre Leidenschaft für Tiere?

Kaiser: Ich bin mit Tieren groß geworden, wir hatten sieben Hunde, vor allem von meinem Vater habe ich diese Tierliebe. Ich wollte immer Urlaub auf dem Bauernhof machen, das stand für mich nie zur Wahl. Meine Eltern haben mich oft schmutzig im Kuh- oder Schweinestall gefunden und mich abends dann mit dem Gartenschlauch abgespritzt. Meine Tierliebe kommt mit Sicherheit auch vor dem Sport.

nordbuzz: Können Sie in Ihrem Privatleben beides vereinen?

Kaiser: Ich reite, aber mein Pferd ist für mich kein Sportgerät. Ich möchte mit Tieren keinen Sport machen, für mich soll das ein Miteinander sein. Diesen Leistungsaspekt sehe ich bei mir eher im Job. Überhaupt sehe ich beim Sport zwar gerne Leistung, aber ich will sie nicht selbst erbringen. Ich bin Passivsportler.

nordbuzz: Ist Ihr Mann auch so tierlieb wie Sie?

Kaiser: Nicht ganz so sehr. Am Anfang wollte er immer, dass der Hund draußen bleibt - das hat genau einen Tag angehalten. Jetzt sitzt der Hund immer auf seinem Schoß. Ich frage mich, ob das beim Kind genauso wird: Ich erziehe, er verzieht. Auch beim Pferd hatte er keine Angst, hat sich einfach drauf gesetzt und ist galoppiert. Das ist schon recht ungewöhnlich, da die meisten Männer kein gutes Händchen für Pferde haben, das ist eher etwas Feminines. Wieder etwas, das er wohl besser kann als ich - habe ich gedacht.

nordbuzz: Was ist das Tolle daran, als Kind ein Tier in der Familie zu haben?

Kaiser: Mir hat das vor allem psychisch gut getan. Man bekommt Bestätigung. Es gibt da jemanden, der einen bedingungslos liebt, wenn in der Schule mal was blöd gelaufen ist. Das ist ein Freund, ein Vertrauter und Gefährte, jemand, dem du alles erzählen kannst - vielleicht mehr als der Familie. Und man lernt, Verantwortung zu tragen.

nordbuzz: Wie bringt man das den Kindern bei?

Kaiser: Indem man ihnen nicht alles abnimmt. Man erklärt ihnen, dass eine Beziehung besteht, und die kann man nicht einfach cutten. Dass es sich um ein Lebewesen und kein Spielzeug handelt. Das muss man vorleben und erklären. Ich würde zum Beispiel Eltern empfehlen, ihrer Tochter erst nach der Pubertät ein Pferd zu kaufen. Den ersten Freund abzuwarten, um zu sehen, wie sehr sie das will. Denn ein Pferd kostet einfach Zeit und Geld.

nordbuzz: Worauf müssen sich Familien einstellen, die sich ein Tier wünschen?

Kaiser: Man muss mit den nächsten 15 Jahren planen. Und damit, dass der Welpe nicht nur süß ist, sondern auch echt nerven kann, wenn er dann drei- oder viermal pro Nacht raus muss. Es ist wunderschön, ein Tier zu haben. Aber man muss sich einschränken, es verändert dein Leben.

nordbuzz: In der neuen Staffel besucht Ihr Team auch ein Tier-Casting. Käme es für Sie in Frage, so etwas auch mit Ihrem Tier zu machen?

Kaiser: Nein. Ein Fernsehtier zu sein, ist nicht das Gelbe vom Ei. Es gibt mit Sicherheit Tiere, die das toll machen. Gerade Hunde haben richtig Spaß daran, zu lernen und Tricks zu machen. Aber eben nicht alle, für meinen wäre das nichts. Sie war auf der Tötungsstation, dann im Tierheim, das wäre nur Stress für sie. Aber wenn dann würde ich kein Casting empfehlen, sondern eher eine Agentur. Da gibt es sehr gute, die besonders auf die Bedürfnisse der Tiere achten. Der Spaß steht immer im Vordergrund, wenn die Sache mit Zwang und Qual verbunden ist - auf keinen Fall.

nordbuzz: Sind Sie Vegetarierin?

Kaiser: Ja, seitdem ich 18 Jahre alt bin. Ich esse ab und zu Fisch wegen des Eisengehalts und weil es mir schmeckt. Aber ich esse definitiv nichts, was ich streicheln kann. Damit lebe ich auch sehr gut und habe bisher nichts vermisst. Selbst mein Mann isst mittlerweile weniger Fleisch.

nordbuzz: Wollen Sie so auch Ihr Kind erziehen?

Kaiser: Es wird auf jeden Fall kein Schweine- oder Rindfleisch geben. Aber vielleicht Geflügel vom Bauern nebenan. Ich finde, wenn man nachvollziehen kann, woher das Fleisch kommt und wie die Zucht ist, dann muss man auch nicht päpstlicher als der Papst sein. Aber ein bis obenhin mit Antibiotika vollgestopftes Tier zu essen, das nicht ansatzweise ein schönes Leben hatte - das würde ich meinem Kind nicht erlauben.

tsch

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