The Hateful 8 - ab Montag auf DVD und Blu-ray

Warten auf Blut

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Zum zweiten Mal nach „Death Proof“ spielt Kurt Russell in einem Film von Quentin Tarantino eine Hauptrolle.

Er macht sich die Welt, widewide wie sie ihm gefällt: Quentin Tarantino bittet sein Publikum in einer verschneiten Hütte zu Tisch und lässt es lange auf den Hauptgang warten. „The Hateful 8“ ist ein typischer Tarantino und erscheint am 30. Mai auf DVD und Blu-ray.

Sieben Männer, eine Frau, eine abgeschiedene Hütte, ein blutiger Showdown - klingt nach einem spannenden Setting. Dabei passiert lange Zeit fast nichts in „The Hateful 8“ (2015), dem achten Film von Quentin Tarantino. Hätte irgendein namenloser Nachwuchsregisseur diesen Film vorgelegt, gut möglich, dass er ihm um die Ohren gehauen worden wäre. Aber irgendeinem namenlosen Nachwuchsregisseur wäre es eben auch nicht gelungen, eine solch grandiose Schauspielerriege zusammenzuführen wie Tarantino. Nachdem hierzulande über eine Million Kinotickets gelöst wurden, erscheint das sehenswerte Kammerspiel am Montag, 30. Mai, auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

Irgendwo in Amerika, kurz nach dem Bürgerkrieg: In einer Kutsche treffen der Kopfgeldjäger John Ruth (Kurt Russell) und seine Gefangene Daisy Domerque (Jennifer Jason Leigh) auf Major Marquis Warren (Samuel L. Jackson), gleichfalls Kopfgeldjäger, und den Deserteur Chris Mannix (Walton Goggins). Da ein Schneesturm droht, macht die Kutsche Station bei Minnies Kleinwarenladen, der zugleich eine Kneipe ist.

Dort sitzt der Rest der „Hateful 8“: der schweigsame Cowboy Joe Gage (Michael Madsen), der ehemalige General Sandford Smithers (Bruce Dern), der Maxikaner Bon (Demian Bichir) und der Henker Oswaldo Mobray (Tim Roth). Man redet, feixt, misstraut einander, während draußen der Sturm tobt. Es ist das gesammelte prahlerische Geschwätz eitler, selbstverliebter Amerikaner Mitte des 19. Jahrhunderts. Rassismus, Gewalt, Stolz - Stammtisch anno 1870. Aber weil das hier ein Tarantino-Film auf der Basis eines Tarantino-Buches ist, wartet man geduldig - wenn es sein muss auch mal zwei Stunden lang, ehe das passiert, was es eben auch in jeder Erzählung des ungewöhnlichen Filmemachers gibt: Mord und Totschlag.

Es ist eine eigenwillige Mixtur aus Western, Thriller und einem Hauch Komödie, die Tarantino hier kompromisslos in Szene setzte. Gewissermaßen als Bühnenstück, interessant fotografiert im fast vergessenen, extrabreiten Ultra Panavision 70 und klanglich brillant untermalt von Ennio Morricone, der mit einem Oscar für die beste Filmmusik ausgezeichnet wurde. So ist „The Hateful 8“ ein Film, der ob seiner gezielten Längen das Potenzial zu gefallen ebenso hat wie zu erzürnen. Mit feinen Dialogen, mit einigen humorvollen Momenten und am Ende mit reichlich Blut. Sowas mag man oder nicht. Tarantino ist und bleibt der eitelste Filmemacher dieses Planeten. Was er macht, ist Kunst. Glaubt er. Und wahrscheinlich hat er ja auch Recht.

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