House of Cards - Staffel 4

Wahlkampf à la Underwood

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In der Öffentlichkeit zeigen sich Claire (Robin Wright) und Frank Underwood (Kevin Spacey) als unzertrennliches Paar.

Die nun auch auf DVD und Blu-ray Disc erhältliche Staffel 4 von „House of Cards“ lässt Präsident Underwood brutaler wüten als je zuvor.

Im November haben die USA die Wahl zwischen Hillary Clinton und Donald Trump. Passend zum Endspurt der mit Spannung erwarteten Präsidentschaftswahl treibt zunächst aber TV-Präsident Frank Underwood endlich auch auf DVD und Blu-ray Disc wieder sein Unwesen. Die vierte Staffel „House of Cards“, hierzulande erst von Sky exklusiv ausgestrahlt, zeigt Kevin Spacey in 13 neuen Folgen als skrupellosen mächtigsten Mann der Welt, der sich wie seine echten Ebenbilder in den Wahlkampf stürzt. Underwood will wiedergewählt werden. Klar, dass dafür die politischen Gegner wieder dran glauben müssen und auch die Ehe mit seiner nicht minder machtbesessenen Frau Claire (Robin Wright) einiges aushalten muss. Nach der etwas langatmigen Realpolitik-geprägten Staffel 3 präsentiert sich der wesentlich spannendere vierte Durchgang mit herausragend gespielter Charakter-Kälte wieder als veritabler Polit-Thriller.

Dass Staffel 4 vor dem real existierenden Wahlkampf-Drama um Donald Trump gedreht wurde, sieht man den Folgen an: Es zeugt von gewisser Ironie, dass Underwoods erbitterter republikanischer Gegner eher einem aalglatten Spießer wie Ted Cruz nachempfunden wurde. Dass ein Trump nominiert werden würde, der in seiner surrealen Politiker-Erscheinung einen Underwood beinahe übertrifft, ahnten die Macher nicht. So legt sich Underwood, brillant zynisch-diabolisch von Spacey verkörpert, mit Ex-Armee-Held Will Conway (Joel Kinnaman) um das höchste Amt der Welt an.

Bevor es aber soweit ist, muss er die eindeutig Clinton nachempfundene demokratische Konkurrentin Heather Dunbar (Elizabeth Marvel) in den Vorwahlen ausschalten. Dass es dabei nicht bei verbalen Angriffen bleibt, wissen „House of Cards“-Fans natürlich. Mit seiner - von Wright wundervoll berechnend verkörperten - Frau Claire arrangiert sich Underwood auf genial inszenierte Weise trotz Trennung zu Machtzwecken, um in der Öffentlichkeit das vertrauenswürdige Paar zu geben. Ihrer Hilfe bedarf Underwood für seine zutiefst moralisch verwerfliche und über Leichen gehenden Pläne, sein Amt zu erhalten. Seinen Serien-Amtskollegen und Putin-Verschnitt Viktor Petrov (Lars Mikkelsen) übertrifft er dabei um Längen.

Mit bombastischen Partei-Conventions, islamistischen Geiselnahmen und verschwörerischen G7-Gipfeln liefert die vierte Staffel von „House of Cards“ bitterböse Anspielungen auf die nicht minder brutale Realität. Vor allem gegen Ende spitzt sich die Thriller-Serie dermaßen zu, dass der Unterschied zur vergleichsweise braven Vorgänger-Season größer nicht sein könnte. Noch etwas scheint anders: Freute man sich in den ersten drei Staffeln insgeheim, dass Underwoods perfide Spielchen funktionierten, ist man als Zuschauer mittlerweile froh, dass er aufklärerischen Gegenwind erhält.

Auch als Video-on-Demand erhältlich.

tsch

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