Mittelmäßig: Komödie „Daddy's Home“

Humor als Wagnis von gestern

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Happy Patchwork sieht anders aus: Brad (Will Ferrell, links), Dusty (Mark Wahlberg) und Sarah (Linda Cardellini) müssen sich mit der Situation erst arrangieren.

Die Familienkomödie „Daddy's Home“ repräsentiert exakt, was mit mittelmäßigem Humor gemeint ist.

Der Lexikoneintrag zu „Amerikanische Durchschnittskomödie“ kann gelöscht werden. An seiner Stelle ließe sich ohne Zögern der Film „Daddy's Home“ (2015, nun fürs Heimkino erhältlich) einsetzen. Denn der hat mit Mark Wahlberg und Will Ferrell nicht nur die beiden mittelmäßigsten Idealtypen des mittelmäßigen Hollywood-Mainstreams an Bord. Obendrauf liefert die Neo-Familienkomödie um Stief- und leibliche Väter ungefähr die exakte Definition eines Humors, der nirgendwo anecken mag und sanft moralisiert - dabei aber nicht völlig langweilt.

Schon thematisch versucht „Daddy's Home“ auf müdeste Art, irgendwie moderne Familienkonstrukte aufzugreifen - selbstredend ohne auch nur ein einziges Wagnis einzugehen. Eine Familie mit Stiefvater sorgt heute nicht einmal mehr in ZDF-Vorabendserien für Aufreger. Wie dem auch sei, in Sean Anders' und John Morris' Komödie dient der (natürlich) recht biedere, korrekte, dauernette Stief-Daddy Brad, gespielt vom dafür wie gegossenen Will Ferrell, als Aufhänger für eine Geschichte, die man eben klischeehaft vorabendreif nennen würde, wenn der Vorabend sich nicht längst davon weitgehend emanzipiert hätte.

Brad wird von seiner Frau Sarah (Linda Cardellini) zwar sehr geliebt, von deren Kindern Megan (Scarlett Estevez) und Dylan (Owen Vaccaro) allerdings noch immer skeptisch beäugt. So ist es bereits ein Riesenerfolg für den Radio-Direktor, als seine Stiefkinder ihn auf ihren Familienzeichnungen nicht mehr gemeuchelt und ermordet darstellen. Die Freude über die Annäherung währt nicht lang, denn: Daddy kommt nach Hause. Dusty heißt er, ist Sarahs Ex-Mann und Vater der Kinder - und gerade erst aus dem Knast entlassen. Vor allem aber erscheint der ebenfalls passend von Mark Wahlberg verkörperte Draufgänger mit Lederjacke, Motorrad und Rocker-Attitüde so unwahrscheinlich viel cooler als Brad es je sein kann.

In dieser Konstellation harmonieren Wahlberg und Ferrell überraschend gut miteinander, und auch die vor Jahrzehnten bereits überholte Gegenüberstellung von hartem Biker-Typen und spießigem Büro-Arbeiter besitzt in ihrer hoffnungslos altbackenen Konstruktion schon unfreiwilliges Komik-Potenzial. „Daddy's Home“ hangelt sich ächzend von einer - meist gähnenden - Pointe zur nächsten.

Erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

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