Visions

Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen

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„Visions“ erzählt von einer werdenden Mutter, die in einem abgelegenen Weingebiet von gruseligen Visionen geplagt wird.

Weinberge und Schwangerschaft: Bevor der Horror-Thriller „Visions“ sein überraschendes Ende enthüllt, ist man bereits vor Langeweile eingeschlafen.

Horror in Wäldern? Ein Klassiker schlechthin. Horror in Spukhäusern? Ebenso. Horror auf hoher See, unter Tage und in der Zombie-Apokalypse - alles schon da gewesen. Wie wäre es also mal mit einer Horrorgeschichte über Schwangerschaft in den kalifornischen Weinbergen, dachten sich die Macher des US-Spuks „Visions“. Leider wird aus dem Setting nur wenig gemacht: Die Weinberge dienen in „Visions“ (2015) nämlich nur als herzlich egale Hintergrunduntermalung eines auch sonst völlig beliebigen Pseudo-Schockers, der nach schwacher Leinwandperformance (bundesweit 25.000 Besucher) ins Heimkino kommt.

Die Geschichte der vierten, überraschend prominent besetzten Spielfilm-Arbeit von „Saw VI“- und „Saw 3D“-Regisseur Kevin Greutert geht in etwa so: Die hochschwangere Eveleigh (Isla Fisher) und ihr Mann David (Anson Mount) suchen in den abgelegenen Weinbergen Kaliforniens ein neues Leben. Speziell Eveleigh möchte sich von einem schweren Autounfall erholen, bei dem eine andere Frau ein Jahr zuvor ihr Baby verlor.

Gar nicht so leicht, denn auf dem Anwesen des Paares geht nicht alles mit rechten Dingen zu. Vermutet zumindest die bisweilen absurd theatralisch gespielte weibliche Hauptfigur, die bald von gruseligen Visionen geplagt wird. Bettgestelle biegen sich, Kinderstimmen ertönen, Scheiben klirren. Allein: Ihr Mann hält es mit Helmut Schmidts „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen.“ Auch der Doktor (Jim Parsons) glaubt der Frau nicht - klarer Fall von Schwangerschaftsverwirrung und posttraumatischer Depression. Hier bietet die Geschichte tatsächlich ihren einzigen interessanten Ansatz: im Bild der Frau, die gefälligst zu gebären hat und von Männern bevormundet wird.

Doch anstatt diese gar kritisch anmutenden Gedanken weiterzuführen, ergeht sich „Visions“ gewissermaßen im Gegenteil: Eveleigh lernt beim Schwangeren-Yoga eine andere Hochschwangere (Gillian Jacobs) kennen, die sich der esoterischen Mutterschaftsbeschwörung verschrieben hat. So wühlen sich klischeehafte Charaktere mühselig durch einen schwammig-beliebigen Plot mit halbherzigen Schockversuchen. Dass sich die zum Teil völlig unlogischen Puzzle- und Versatzstücke am zugegebenermaßen ganz cleveren Ende dann doch zu einem Gesamtbild fügen, nützt leider nicht viel: Vorher ist man eingeschlafen.

Erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

tsch

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