US-Serie „Lucifer“ verärgert konservative Mütter auf den Plan

Zu viele Sympathien für den Teufel?

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Könnte auch James Bond sein: Lucifer (Tom Ellis) ist der Hölle entstiegen, um in Los Angeles etwas mehr Freude zu erleben.

Die neue Serie „Lucifer“, die ab Freitag, 15. Juli bei Amazon Video, zu sehen ist, sorgte in den USA schom im Vorfeld der Ausstrahlung für Diskussionen. Besorgte Mütter vermuteten die Glorifizierung des Teufels.

In der neuen US-Serie „Lucifer“, die ab Freitag, 15. Juli, bei Amazon Prime per Streaming zu sehen ist, hat ausgerechnet der Höllenfürst genug vom düsteren Treiben in seinem finsteren Reich. Es lockt ihn nach Los Angeles, geradewegs in die Stadt der Engel, wo er sich mehr Vergnügen verspricht. Dort betreibt er den Nachtclub Lux, wo er es sich, selbstredend bevorzugt zwischen leicht bekleideten Girls, bequem macht. Der Lucifer-Darsteller, der walisische Schauspieler Tom Ellis (37, „Merlin - Die neuen Abenteuer“, „Rush“) erzählt im Interview, bei seiner Rollenauswahl des sprichwörtlichen Bösen hätte er sich innerhalb seiner Familie kaum gegen Widerstände durchsetzen müssen. Ein US-amerikanischer Verband sehr konservativer Mütter hingegen wollte die Ausstrahlung der Serie unbedingt verhindern. Ihr Vorwurf: Satan würde darin glorifiziert.

Wenn zu Beginn der Pilotfolge Lucifer Morningstar (Ellis) in einem edlen Vintage Convertible durch das nächtliche Los Angeles etwas zu schnell fährt, macht er im schwarzen Designer-Outfit kaum den Eindruck des unfassbar Bösen. Im Gegenteil! Einer Verkehrskontrolle durch einen Motorrad-Cop entkommt er durch unglaublich viel Charme. Ja, so sieht ein cooler Typ aus, wie viele möglicherweise auch sein wollen.

Dass in dem smarten Kerl im Anzug, ausgestattet mit viel Talent und Hingabe für das Pianospie,l das sprichwörtlich Böse innewohnt, wird nicht etwa dadurch ersichtlich, dass er mit Hörnern und auf gespaltenen Hufen stehend, urplötzlich Grausamkeiten unter den Menschen in Los Angeles verübt. Lucifer ist mehr ein Meister der Manipulation. Er erkennt die Schwächen seines Gegenübers, ohne allerdings menschliche Gefühle zunächst richtig zu verstehen. Erst im Laufe der Serie lernt er diese besser kennen. Für Lucifer persönlich verschwimmen die Grenzen zwischen schwarz und weiß, Gut und Böse. Mehr und mehr wird er selbst immer menschlicher.

Genau an dieser Entwicklung aber, die den Bösen aus der Hölle gar zu einem Kumpel von nebenan macht, stören sich zumindest in einem teilweise bigotten Amerika angeblich besorgte Erwachsene. In einer Petition forderte ein Verband konservativer Mütter, die One Million Moms, bereits die Absetzung der Serie - noch vor der Erstausstrahlung im US-TV im Januar dieses Jahres beim Network Fox. Der Vorwurf: Die Serie würde den Teufel verherrlichen. Knapp 30.000 Unterschriften gingen ein. Bei den „Müttern“ hieß es unter anderem: „Die Serie stellt Lucifer als einen netten Typen in den Mittelpunkt ... Die Previews des Piloten zeigen Gewalt, einen Nachtclub mit leicht bekleideten Frauen und einen Dämon.“

Angesprochen auf diese Vorwürfe, kann Hauptdarsteller Ellis nur lächeln. Vor allem erstaunt es ihn, dass ein erster Aufruhr der „Mütter“ begann, noch bevor die Serie, die lose auf einer Figur aus dem Comic „The Sandman“ basiert, zu sehen war. „Genau um dieses Denken nur in schwarz oder weiß, Gut und Böse, geht es. Die Serie führt bestimmt keine theologische Debatte. Vielmehr zeigt sie, dass es immer auch Grautöne in menschlichen Beziehungen gibt. Es geht sehr viel um Rücksichtnahme.“

Gerade die „besorgten Mütter“ wollten diese mit einem starren, sehr konservativen erzchristlichen Bild nicht zeigen. In Ellis' eigener Familie dagegen sei die Rollenverteilung des 37-Jährigen mit großer Neugier aufgenommen worden. Vorbehalte hätte es keine gegeben, wie der Waliser erzählt. Das erstaunt durchaus. Ellis' Vater ist Priester. Für alle, die sich nicht verschrecken lassen, ist es ja möglicherweise eine gute Nachricht: „Lucifer“, eine der erfolgreichsten Serien bei Amazon Prime in Großbritannien, geht weiter, die zweite Staffel wird bereits produziert.

tsch

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