Der Tel-Aviv-Krimi: Shiv'a - Do. 10.03 - ARD: 20.15 Uhr

Auf vermintem Gelände

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Auf ungewohnten Terrain: Sara Stein (Katharina Lorenz) übernimmt ihren ersten Fall in Israel.

Die Berliner Kommissarin Sara Stein (Katharina Lorenz) ist an ihrem neuen Wirkungskreis in der israelischen Millionenmetropole angekommen. Ihr erster Fall führt sie in ein Wespennest: Sie muss einen Polizistenmord aufklären.

Das ging schnell: In der Vorwoche stellte das Erste mit der Berlinerin Sara Stein (Katharina Lorenz) eine kantige neue Großstadt-Ermittlerin vor. Nun läuft mit "Der Tel-Aviv-Krimi: Shiv'a" bereits ihr zweiter Fall. Und in der Zeit zwischen ihren ersten beiden Einsätzen hat sich jede Menge getan: Die waschechte Kiez-Göre ist ihrem jungen Konzertpianisten David (Itay Tiran) nach Israel gefolgt, hat ihn geheiratet und sich auch schon auf dem neuen Revier in der pulsierenden Mittelmeer-Metropole etabliert. Nun ja, Letzteres noch nicht so ganz: Zwar bekommt sie von ihrem neuen Boss, Commander Shimon Ben Godin (Gill Frank), eine Verbrecherjagd zugeteilt. Doch unter ihren Kollegen schlägt der Deutschen viel Misstrauen entgegen.

Natürlich liegt dies an dem pikanten Fall, der höchstes Fingerspitzengefühl und Verständnis für die nicht immer offen sichtbaren Loyalitätsbezüge erfordert, die auch viel mit Religion, Herkunft und Traditionsverständnis zu tun haben: Sara stößt zu einer Einheit, die den Mord an Chief-Inspektor Noam Shavit aufklären soll. Der verdiente Kriminaler wurde in seiner eigenen Wohnung aufgefunden - gewaltsam erstickt mit einer Plastiktüte. Ein Verbrechen, das direkt in das Herz der Truppe zielt, war Noam doch ein allseits geschätzter, bestens vernetzter Kollege. Allerdings bringt genau das die Gefahr mit sich, dass möglicherweise zu "emotional" ermittelt wird. Deswegen setzt Commander Godin seinen Leuten die kühle Deutsche vor die Nase: Sara wird in die unangenehme Aufpasserinnenrolle gedrängt.

Tatsächlich gefällt ihr nicht ganz, wie schnell vor allem für Inspektor Jakoov Blok (Samuel Finzi) alle Spuren in eine vermeintlich eindeutige Richtung weisen. Für ihn ist klar, dass Noam vom einem Täter ermordet wurde, den der Kollege einst selbst verfolgt hatte. Wie schon bei einem von Noam untersuchten Raubmord wurden auch an seiner eigenen Leiche Faserspuren eines blauen Pullovers gefunden. Sara mag nicht so recht an Zufall glauben und stellt selbst eigene Nachforschungen an. Kein Wunder, dass sie ihre Mitstreiter schon bald gegen sich aufbringt (und sich selbst damit in höchste Gefahr).

Legte Regisseur Matthias Tiefenbacher mit dem ersten Fall, der noch komplett in Berlin spielte, einen beeindruckend vielschichtigen Großstadtkrimi vor, der sensibel Klischees umkurvte, gerät er nun bei den "Shiv'a"-Ermittlungen öfter in Gefahr, die Handlung auf eher erwartbare Gleise zu setzen. Wie schon beim Sara-Stein-Erstling punktet der Film mit einem realistisch düsteren und urban rauen Look. Um sich im neuen Umfeld Tel Alviv zurechtzufinden, muss sich allerdings nicht nur die Kommissarin, sondern auch das Publikum dramaturgisch auf einen streckenweise etwas bemühten Crashkurs in interkultureller Soziologie einlassen. Nicht immer die spannendste Form der Abendunterhaltung.

Name der Sendung Der Tel-Aviv-Krimi: Shiv'a
Sendedatum 10.03.2016
Sender ARD
Sendezeit 20:15:00
Genre Kriminalfilm
Filmbewertung ausgezeichnet
Genre Kriminalfilm
Filmname Der Tel-Aviv-Krimi: Shiv'a
Originaltitel
Regisseur Matthias Tiefenbacher
Schauspieler Katharina Lorenz
Schauspieler Samuel Finzi
Schauspieler Itay Tiran
Entstehungszeitraum 2015
Land D/ISR

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