Secrets and Lies (Neue Serie:) - Mi. 27.04 - VOX: 20.15 Uhr

Unter Verdacht

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Detective Andrea Cornell (Juliette Lewis) glaubt, dass Ben Crawford (Ryan Philippe) ein Mörder ist.

Der einstige Teenie-Schwarm Ryan Philippe kehrt mit "Secret and Lies" zurück - hätte er das mal besser nicht getan!

"Studio 54", "Eiskalte Engel", "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" - Ende der 90-er stand Schauspieler Ryan Philippe mit diesen Teenie-Dramen ganz oben. Damals war der Mittzwanziger omnipräsent in "Bravo", "Popcorn" und sonstiger Jugend-Presse, seinen Posterboy-Qualitäten sei Dank. Der Ruhm aber währte nur kurz, es folgte der Abstieg in die Niederungen erfolgloser B-Movies. Denn ein Schauspiel-Talent war Philippe noch nie. Das beweist auch die neue Crime-Serie "Secrets and Lies", in der Philippe die Hauptrolle ergattern konnte. Aber vielleicht ist sein mangelndes Talent auch egal: Denn rein optisch hat sich Philippe kaum verändert. Und das, obwohl er bereits 41 und dreifacher Vater ist, eine Scheidung und diverse gescheiterte Beziehungen hinter sich hat.

Ryan Philippe spielt in "Secrets and Lies", bei VOX jetzt in Doppelfolgen zu sehen, den Familienvater Ben Crawford. Der Anstreicher lebt mit seiner Frau Christy (KaDee Strickland) und den zwei Töchtern in einer Kleinstadt, wie sie so oft Schauplatz von amerikanischen Serien und Filmen ist: Hier, hinter den stets frisch gestrichenen Fassaden, verbergen sich Geheimnisse und lauern die Lügen - das zumindest will der Serientitel weismachen.

Eines Morgens beim Joggen entdeckt Ben die Leiche eines Jungen aus der Nachbarschaft. Im Wald, achtlos in den Dreck geworfen, liegt der kleine Tom, Sohn einer Nachbarin, Freund von Bens Tochter. Entsetzt ruft Ben die Polizei, noch nicht ahnend, was er damit auslösen wird: Die Untersuchungen leitet Detective Andrea Cornell (Juliette Lewis), eine der wohl unsympathischsten Fernsehermittlerinnen aller Zeiten. "Für Cornell ist es egal, dass sich die Leute durch ihr Auftreten unwohl fühlen, oder durch sie aus dem Gleichgewicht geraten", sagt Juliette Lewis über ihre Rolle. "Sie beschwichtigt nicht und zeigt auch keine Höflichkeiten." Diese knallharte Frau kommt schnell zu der Überzeugung, Ben habe die Leiche nicht gefunden, sondern den kleinen Tom gar selbst ermordet.

Bald glauben das sogar seine Nachbarn und Freunde, die Medien jagen den schüchternen Maler. "Ich bin selbst Vater und eine Person des öffentlichen Lebens, die es kennt, wenn Medien sich auf einen stürzen. Das war eine Art, wie ich mich mit dem Charakter verbunden gefühlt habe", erzählt Philippe. Von differenzierter Medienkritik ist "Secrets and Lies" allerdings meilenweit entfernt, die Spannung soll hier im Vordergrund stehen. Denn Ben will seine Unschuld beweisen - und macht sich selbst auf die Suche nach dem Mörder.

Das ist dann aber leider wenig aufregend und arg vorhersehbar. Vor allem aber leidet "Secret and Lies" am schier unertäglich hölzernen Spiel seiner Hauptdarsteller. Sollte es jemals einen anderen Grund als sein Aussehen gegeben haben, um Ryan Philippe einen "Bravo"-Starschnitt zu widmen - hier findet man ihn nicht. Und gegen die platten Dialoge der furchtbaren Drehbücher schafft es auch Juliette Lewis nicht, ihrer Figur Farbe zu verleihen. So uncharismatische, eindimensionale Hauptdarsteller hatte eine Krimiserie selten.

Der US-Sender ABC hat "Secrets and Lies" dennoch um eine zweite Staffel verlängert. Ryan Philippe wird dann nicht mehr dabei sein, die männliche Hauptrolle in der völlig neu angelegten Erzählung übernimmt Michael Ealy. Juliette Lewis aber wird als griesgrämige Polizistin zurückkehren. Ob man will oder nicht.

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