Komiker im Gespräch

Axel Stein über Filme, Fußball und Freundschaft

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„Ich gehe sogar zu Schalke ins Stadion“, sagt 1. FC-Köln-Fan Axel Stein. Im SAT.1-Film „Volltreffer“ spielt er einen eingefleischten BVB-Fan, der in letzter Minute einen Transfer verhindern muss.

Axel Stein ist so was wie der Schauspieler der Stunde. Jetzt ist der 34-Jährige, der einst als „Hausmeister Krause“-Spross für Lacher sorgte, binnen weniger Wochen in einem großen Kinofilm („Männertag“) und in zwei SAT.1-Movies zu sehen.

Die Schauspieler Axel Stein und Tom Beck sind im wahren Leben beste Freunde. Jetzt sind sie auch wieder gemeinsam in Filmen zu sehen: In „Männertag“ (Kinostart 8.9.) und „Dating Alarm“ (Dienstag, 20.9., 20.15 Uhr, SAT. 1) spielen Stein und Beck Seite an Seite. Ein Gespräch mit Stein darüber, was ihn und Beck so sehr verbindet - und über Fußball, denn der 34-Jährige hat auch eine Rolle im Film „Volltreffer“ (Dienstag, 4.10., 20.15 Uhr, SAT. 1), nämlich die eines großen BVB-Fans, der sich gegen die Transferpolitik des ewigen Liga-Konkurrenten FC Bayern München stemmt.

nordbuzz: Herr Stein, haben Sie schon Pläne fürs Wochenende?

Axel Stein: Oh, Wochenenden sind bei mir generell immer voll verplant. Wieso? Was ist da los?

nordbuzz: Ich dachte, das wüssten Sie: Ihr Klub, der 1. FC Köln, hat sein nächstes Bundesligaspiel.

Stein: Ach, stimmt! Im Moment komme ich nicht so oft dazu, die Spiele zu verfolgen, das ist sehr schade. Ich war bestimmt auch schon ein Jahr nicht mehr im Stadion. Die Atmosphäre dort vermisse ich sehr.

nordbuzz: Und wenn Sie im Stadion sind: Läuft das bei Ihnen ganz gesittet ab, oder ist die ein oder andere Schiri-Pöbelei von Ihrer Seite durchaus denkbar?

Stein: Das Wichtigste ist erst mal das Trikot. Ins Stadion gehe ich nur im Trikot. Und zur Pöbelei: Natürlich ist ab und zu mal eine Entscheidung des Schiedsrichters dabei, die ich so nicht unterschreiben würde. Das führt dann zu einer gewissen Unzufriedenheit - und die muss raus, ist ja logisch.

nordbuzz: Schon mal was wirklich Verrücktes wegen Fußball gemacht?

Stein: Also, was Fußballgucken angeht, gerade wichtige Spiele, sind mir schon so einige gute Ausreden eingefallen, damit ich pünktlich vorm Fernseher sitzen konnte. Aber da muss ich jetzt aufpassen, dass ich mich nicht verplaudere (lacht).

nordbuzz: In „Volltreffer“ machen Sie tatsächlich ein bisschen was Verrücktes, nämlich die bewusste Manipulation einer Bayern-Funktionärin. Schauspielerisch ist das aber auch nicht ohne - allein, dass Sie für Ihre Rolle ins Borussia-Trikot schlüpfen müssen.

„Ich gehe sogar zu Schalke ins Stadion“

Stein: Das ist mir nicht sehr schwer gefallen. Ich habe auch Sympathien für den BVB - und auch für den FC Bayern, das kann ich ganz offen sagen. Ich bin jetzt nicht so hardcore-mäßig unterwegs, dass ich sagen würde: Es gibt nichts Besseres als den FC! Ich gehe sogar zu Schalke ins Stadion.

nordbuzz: Im Film versuchen Sie, einen spektakulären Spielertransfer von Dortmund nach Bayern zu verhindern. Die Transferpolitik im Profifußball wird in der Realität ja immer irrer. Halten Sie die ständig höheren Transfersummen für gerechtfertigt?

Stein: Was wir im „Volltreffer“-Film zeigen, ist ein ziemlich aktuelles Thema - allein, wenn man mal den Fall Mario Götze betrachtet. Ich weiß aber nicht, ob ich mich zu den im Fußball mittlerweile gezahlten Summen äußern sollte, weil ich da ein ganz gefährliches Halbwissen habe. Klar, manche Beträge erreichen da Dimensionen, die man sich niemals hätte vorstellen können - aber ich weiß im Einzelfall nicht, was genau an wen geflossen ist, von daher sage ich dazu mal lieber nichts.

nordbuzz: Gucken Sie eigentlich Fußball auch mit Ihrem Kumpel Tom Beck, mit dem Sie demnächst wieder zusammen in zwei Filmen zu sehen sein werden - „Männertag“ im Kino und „Dating Alarm“ auf SAT.1?

Stein: Klar. Tom und ich sind privat echt eng befreundet, verstehen uns wirklich gut. Aber wir sind natürlich beide viel unterwegs, deshalb finden gemeinsame Fußballabende leider nicht so oft statt. Dafür freuen wir uns immer, wenn wir wie jetzt gemeinsame Projekte haben und uns dafür sehen und etwas zusammen unternehmen können.

„Angenehmer als mit Tom geht es gar nicht“

nordbuzz: Wie lange gibt es diese Freundschaft schon?

Stein: Wir kennen uns seit ungefähr sieben Jahren. Einige gemeinsame Filme haben uns sehr zusammengeschweißt. Und auch, was das Arbeiten betrifft, kann ich sagen: Angenehmer als mit Tom geht es gar nicht.

nordbuzz: Was verbindet Sie und Tom so sehr?

Stein: Der Humor. Wir nehmen uns beide nicht so ernst und können gut über uns selbst lachen. Wir sind auch beide sehr positiv eingestellte Menschen, sehen immer erst das Gute in allem. Und wir gucken beide immer nach vorne.

nordbuzz: Haben Sie sich auch schon mal in Liebeskummermomenten getröstet wie im Film?

Stein: Ich weiß jetzt gar nicht, wann Tom das letzte Mal Liebeskummer gehabt hat (lacht). Das kam, glaube ich, noch nicht so häufig vor.

nordbuzz: Es ist aber nicht wie in „Dating Alarm“, dass bei Ihnen und Tom auch der eher Geordnete - Ihre Filmrolle - auf einen Schwerenöter - Toms Rolle - trifft?

Stein: Jetzt muss ich natürlich aufpassen, was ich sage (lacht). Ich würde es mal so ausdrücken: Ich bin privat ein bisschen spießiger als Tom. Ich wohne nicht in der Großstadt und bin allgemein froh, wenn ich auch mal meine Ruhe habe. Ich bin auch nicht der Typ, der abends noch in die Kneipe muss und bis früh morgens Vollgas gibt.

nordbuzz: Keine Partys für Sie?

Stein: Kann ich mir gar nicht erlauben. Ich versuche, dem Job, den ich habe, gerecht zu werden und ihn zu schätzen zu wissen. Und das bedeutet nun mal, dass ich viel powern und Leistung bringen muss. Viel Rock'n'Roll ist da nicht drin. Es ist ja auch so, dass wenn ein Projekt zu Ende ist, ein anderes schon vorbereitet wird. Vieles läuft auch parallel. Und ich bin bei allem sehr akribisch dabei.

nordbuzz: Sie haben sich vorhin selbst als spießig beschrieben. Was zeichnet diese Spießigkeit aus?

Stein: Ich habe eine gewisse Verantwortung einigen Leuten gegenüber, nämlich meiner Familie und meinen Kumpels. Ich habe die Möglichkeit, sie an meinem Leben teilhaben zu lassen und uns für die Zukunft abzusichern. Da bin ich sehr gewissenhaft, vielleicht auch manchmal übertrieben gewissenhaft. Einige Leute haben mich auch schon gefragt, warum ich mir so viel Verantwortung aufhalse. Aber ich finde ja: Wer Gutes tut, dem wiederfährt auch Gutes.

tsch

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