Die dunkle Seite des Mondes

Das Tier im Manne

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Verliert sein altes Leben mehr und mehr aus dem Blick: Urs Blank (Moritz Bleibtreu, vorn) spielt in „Die dunkle Seite des Mondes“ einen Wirtschaftsanwalt, dem sein Leben entgleitet.

Ein erfolgreicher Wirtschaftsanwalt verliert die Kontrolle über sein Leben. „Die dunkle Seite des Mondes“ ist die Film-Adaption des gleichnamigen Bestsellerromans von Martin Suter.

Im Buch „Die dunkle Seite des Mondes“ des Schweizer Bestsellerautors Martin Suter geht es um einen erfolgreichen Mann mittleren Alters. Wie einst „Homo Faber“ glaubt auch er, die Welt um sich herum und natürlich sich selbst kontrollieren zu können. Wie man sich denken kann: Suters Romanheld, in Stephan Ricks Verfilmung (2015, nun fürs Heimkino erhältlich) wird er grandios von Moritz Bleibtreu verkörpert, scheitert an dieser Aufgabe. Der erfolgreiche Frankfurter Wirtschaftsanwalt Urs Blank stellt mit einem klugen Schachzug einen Konkurrenten seines Auftraggebers ins wirtschaftliche Abseits. Der schießt sich daraufhin vor Blanks Augen in den Kopf. Das Leben des Juristen gerät danach mehr und mehr aus den Fugen.

Am Anfang ist es nur eine Ahnung. Die Suche nach einem Leben, das mehr sein muss als das Aushecken vertraglicher Winkelzüge, die körperliche Selbstoptimierung im Fitnessstudio oder der Drink zum Smalltalk seines kunstsinnig kühlen Freundeskreises. Als sich Urs Blank kurzzeitig im Wald verirrt, lernt er die freigeistige Lucille (Nira von Waldstätten) kennen. Fasziniert von der jungen Frau mit dem so gänzlich anderen Lebensstil verlässt Urs seine Frau Evelyn (Doris Schretzmeyer) und zieht zu der jüngeren Geliebten.

Eine gemeinsame Exkursion zu einem Waldguru (André Hennicke) dient einer Gruppen-Selbsterfahrung mit halluzinogenen Pilzen. Doch der Trip ist heftiger als gedacht. Der Genuss des Gewächses bringt die dunkle Seite Urs Blanks hervor. Nach seiner Rückkehr aus dem Wald übernehmen zunehmend Gewaltfantasien und bösartige Ausbrüche die Kontrolle über das Leben des ehemals so rationalen Wirtschafts-Facharbeiters. Als sich sein Zustand immer weiter verschlechtert, zieht sich der Rest von dem, was einmal Urs Blank war, in den Wald zurück. Er begibt sich auf die Suche nach jenem extrem seltenen Pilz, der seinen psychotischen Schub verursacht haben soll ...

Rick kleidet die von Bleibtreu mitreißend, ja fantastisch gespielte Wandlung der Figur in ebenso edle wie düstere Bilder, die das überschaubare Budget des Films völlig vergessen machen. Tatsächlich trägt Bleibtreu diesen Film nahezu im Alleingang. Auch sorgt er dafür, dass dieser über weite Strecken sehr stimmungsvolle Psychothriller nicht zu einem schlechten Film mutiert, wenngleich das letzte Drittel äußerst räuberpistolig wird.

Erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

tsch

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