Auf DVD: „The Fear Of 13“

Ein Thriller, den das Leben schrieb

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Was geht in Nick Harris vor? Welche Gedanken hat jemand, der zum Tode verurteilt ist.

Nick Harris hat eine Bitte an das US-Gericht: Er wurde zum Tode verurteilt und möchte nach 20 Jahren endlich exekutiert werden. Die Doku „The Fear Of 13“ erzählt seine Geschichte.

Nick Harris war in den USA zum Tode verurteilt. Über 20 Jahre lang saß er in seiner Zelle, hoffte erst auf eine Wendung in seinem Fall, irgendwann aber war es schlicht genug. In einem Brief wendete er sich an das zuständige Gericht. Seine Bitte, und sein Recht: Exekutiert mich endlich! Dokumentarfilmer David Sington führte ein vier Tage langes Interview mit Harris. Der daraus entstandene, mitreißende Film „The Fear of 13“ erscheint nun direkt auf DVD und als Video-on-Demand.

Wichtig: Wer diesen Film verfolgen möchte, sollte unbedingt darauf verzichten, sich vorher über den Fall zu informieren. Nur dann entfaltet sich das Potenzial der Erzählung. Denn zu sehen ist ausschließlich Nick Harris, ergänzt um ein paar Aufnahmen zu Visualisierungszwecken, beim Erzählen seiner Geschichte.

Die ist nicht geradlinig. Von seiner Verhaftung schwenkt er um zu seiner Kindheit, vom Fall vor Gericht zum Leben im Gefängnisblock. Er erzählt davon, wie er begann, seine Lesefertigkeit zu verbessern - bis Wörter wie Triskaidekaphobie, die titelgebende Angst vor der Zahl 13, kein Problem mehr waren.

Nach und nach erhält der Zuschauer Informationen über den Fall aus Harris' Sicht. Gleichzeitig lernt er den Menschen Harris kennen, seine guten und seine schlechten Seiten, all seine Emotionen. Man fühlt unweigerlich mit, ist innerlich zerrissen. Schließlich ist er ein zum Tode verurteilter Mörder! Die folgenden Wendungen in der Geschichte sind filmreif, nahezu unglaublich - doch allesamt wahr. Und so steuert der Film als Real-Life-Krimi-Thriller zu einem emotionalen Ende, das beim Zuschauer lange nachwirken wird. Absolut sehenswert!

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