Auferstanden

Tatort Jerusalem

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„Auferstanden“ macht aus der Geschichte von der Auferstehung Jesu einen historischen Krimi.

„Auferstanden“, nach geringem Leinwanderfolg nun fürs Heimkino erhältlich, macht aus dem Osterwunder einen Jesus-Krimi, Himmelfahrt inklusive.

Zeugen befragen, Tatorte inspizieren, Leichen untersuchen - würde „Auferstanden“ (2015) nicht im Jerusalem des Jahres 33 spielen, sondern im Köln oder Stuttgart von heute: Man könnte fast meinen, man befände sich in einem „Tatort“. Zugegeben, der Tote, um den es hier geht, ist Jesus Christus. Aber prominente Leichen findet man auch im Sonntagskrimi zuhauf. Lediglich der Ermittler in diesem historischen Kriminalstück hat einen etwas ungewöhnlichen Hintergrund: Clavius heißt er, er ist Tribun und nicht Kommissar. Seine Aufgabe: herauszufinden, wer die Leiche Jesu gestohlen hat. An eine Auferstehung glaubt der Römer nämlich nicht.

Als „Auferstanden“ einsetzt, hängt Jesus (Cliff Curtis) schon am Kreuz. Das Volk ist außer sich, sieht es doch in dem Gekreuzigten den Sohn Gottes. Clavius (Joseph Fiennes) hingegen betet zu Zeus und schneidet Messias-Anhängern schon mal kurzerhand die Kehle durch. Es ist also ein Zweifler, durch dessen Augen wir hier auf das biblische Geschehen blicken. Gerüchten, Jesus habe seine Wiederauferstehung angekündigt, schenkt Clavius keinen Glauben.

Jüdische Priester aber befürchten, die Jünger Jesu könnten seinen Leichnam stehlen, um so das Auferstehungswunder vorzutäuschen. Clavius soll das auf Geheiß von Pontius Pilatus (Peter Firth) verhindern und kommandiert zwei Wachen zum Grab Jesu. Am nächsten Morgen aber sind die Wachleute verkatert - und Jesus verschwunden. Der Moment, in dem Clavius vom gewöhnlichen Tribun zum kriminalistischen Ermittler wird, ist gekommen.

Anders als beim „Tatort“ kennt man hier die Lösung des Falles freilich aus dem Religionsunterricht, und spätestens als Clavius auf den tatsächlich auferstandenen Christus trifft, ist die Luft raus. Als spannende Polizist-jagt-Täter-Story taugt „Auferstanden“ also kaum. Und so wandelt sich der Jesus-Krimi schnell zum religiösen Erweckungsstück. Denn obwohl Clavius seinen Augen erst nicht traut, als er vor Jesus steht, ist er vom Messias und seinen Wundern am Ende doch schwer beeindruckt. Was Regisseur Kevin Reynolds mit diesem Film aber nun eigentlich wollte - es erschließt sich bis zuletzt nicht.

Erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

tsch

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