Tom Ellis

Süßer Teufel

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Könnte auch James Bond sein: Lucifer (Tom Ellis) ist der Hölle entstiegen, um in Los Angeles etwas mehr Freude zu erleben.

Der Waliser Tom Ellis ist in der neuen US-Serie „Lucifer“ als erstaunlich umgänglicher „Fürst der Dunkelheit“ zu sehen. Mit sehr viel Charme leitet er einen Nachtclub und hilft sogar der Polizei bei der Verbrecherjagd.

Nein, Hörner trägt er keine. Auch auf gespaltenen Hufen steht er nicht. Tom Ellis (37) sieht sogar teuflisch gut aus in seiner Hauptrolle als das Böse. In der neuen US-Serie „Lucifer“, die am Freitag, 15. Juli, bei Amazon Prime startet, verkörpert der Waliser den Fürsten der Dunkelheit als erstaunlich umgänglichen Typen. Unten in der Hölle langweilt er sich, in Los Angeles dagegen lernt er menschliche Gefühle kennen. „Emotionen sind ihm zunächst fremd“, erklärt der sympathische Schauspieler beim Interviewtermin in London. Gut möglich jedoch, dass aus dem Bösen am Ende sogar ein echt guter Kerl wird ... Eine Aussicht, die Ellis zumindest nicht verneinen wollte.

nordbuzz: In „Lucifer“ spielen Sie den „Fürst der Finsternis“. Viel „mächtiger“ geht es kaum. Stellt Sie diese Rolle als Schauspieler vor eine besondere Herausforderung?

Tom Ellis: Ja, denn immerhin: Ich spiele den Teufel. Das ist schon etwas Besonderes. Und die Herausforderung schlechthin! Schließlich gibt es keine Vorgabe, wie Lucifer sich in einer bestimmten Situation verhalten muss oder sollte. Als Schauspieler habe ich dadurch einen enormen Handlungsspielraum. Allerdings ist dieser auch prall gefüllt. „Lucifer“ in der Serie wechselt zwischen komischen und ernsten Momenten. Es gibt Actionszenen, und er ist ein Meister am Piano.

nordbuzz: Sie sind nicht der erste in der Rolle des Teufels. Haben Sie sich an einem anderen Schauspieler orientiert?

Ellis: Die ersten Seiten des Drehbuchs haben mich an die „Faust“-Persiflage „Faust 68“ („Bedazzled“ im englischen Original, d. Red.) aus den 1960er-Jahren mit Peter Cook erinnert. Er hat Luzifer mehr als einen Menschen denn als das Böse dargestellt. Der Film diente mir durchaus als Inspiration. Faszinierend an der Serie ist, dass der Teufel eben nicht mehr der Teufel sein will.

nordbuzz: Was sucht Luzifer im modernen Los Angeles dann? Etwa das Gute?

Ellis: In der Hölle hat er alles unter Kontrolle. Alles geschieht nach seinem Willen. Das beginnt ihn zu langweilen. Unter den Menschen dagegen erlebt er Gefühle und Emotionen, die er so nicht kannte und die er nicht einzuschätzen weiß. So begibt er sich mitunter auf eine Reise - möglicherweise bis zu einer eigenen Erlösung.

nordbuzz: Das bedeutet doch, dass das Böse zum Ende der Serie, wie lange sie auch immer laufen wird, ein echt guter Kerl wird, oder?

Ellis: Obwohl ich das so nicht bestätigen kann, könnte es augenscheinlich darauf hinauslaufen. Spannend aber ist, wie er diesen Weg einschlagen wird.

nordbuzz: Droht in einer Serienrolle nicht immer auch die Gefahr, dass man mit dieser zu sehr in Verbindung gebracht wird?

Ellis: Auch nach populären Serien wie „EastEnders“ oder „Rush“ ist das nicht passiert. Ich bin aber auch nicht so naiv zu glauben, dass meine Rolle als Luzifer möglicherweise dem ein oder anderen Fan nicht gefällt.

nordbuzz: Bereits vor dem Start im US-Fernsehen gab es Ärger um die Serie. Eine Organisation sehr konservativer christlicher und vor allem besorgter Mütter wollten sie stoppen. Ihre Begründung in einer Petition: Der Teufel würde verherrlicht werden.

Ellis: Diese fundamentale Organisation der „One Million Moms“ hatte Vergleichbares doch schon öfter versucht. Soweit ich weiß, waren sie damit noch nie erfolgreich. Geärgert bei dieser Eingabe hat mich nur, dass diese amerikanischen sogenannten Mütter etwas von einer Glorifizierung des Bösen behauptet haben, obwohl sie noch keine einzige Folge sehen konnten. Das sagt schon alles über diesen Verband aus.

nordbuzz: Könnte es in Europa eine vergleichbare Eingabe geben?

Ellis: Das glaube ich nicht. Im Vergleich zu den Staaten, in denen der christliche Glaube vor allem kulturell sehr wichtig ist, sind die Europäer einige Schritt weiter. Auch wenn es auf dem Kontinent bestimmt Menschen gibt, die die Serie wegen der Darstellung des Teufels meiden, werden sie „Lucifer“ nicht gleich verbieten wollen.

nordbuzz: Sie haben drei Töchter. Was haben die denn dazu gesagt, dass ihr Vater nun den Fürsten der Dunkelheit spielt?

Ellis: Angst hatten sie jedenfalls keine. Sie waren eher beeindruckt. Da sie noch zu jung sind, haben sie bisher nur einzelne Szenen gesehen. Sie meinten, dass ich im Fernsehen komisch klingen würde.

Teleschau: Was war das Böseste, das Sie bisher gemacht haben?

Ellis: Als ich acht Jahre alt war, habe ich in einem Laden einmal Süßigkeiten geklaut. Allerdings: Ich wurde dabei erwischt!

tsch

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