Die internationale Krimiserie „Cape Town“ startet bei 13th Street

Südafrika, einmal anders

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Krimiserie „Cape Town“ bei 13th Street: Szene mit Trond Espen Seim und der südafrikanischen Schauspielerin Jessica Haines.

Die deutsche Produzentin Annette Reeker versammelte in Kapstadt ein internationales Team von Schauspielern, um einen „exotischen“ Krimi zu drehen.

Dass Deutsche in Südafrika drehen, ist heute nichts Ungewöhnliches mehr. Vor allem die Region Kapstadt verfügt über traumhafte Locations, gut ausgebildete Filmleute und finanzielle günstige Produktionsbedindungen. „Cape Town“ (ab Montag, 4. Juli, 21 Uhr, 13th Street), eine Krimiserie nach dem Roman „Dead Before Dying“ von Deon Meyer, setzt sich jedoch in mehrfacher Hinsicht von deutschen Wohlfühlfilmen vor südafrikanischer Kulisse ab. Die Münchnerin Annette Reeker, Produzentin der „Taunuskrimis“, finanzierte das Projekt privat ohne einen Fernsehsender im Rücken. Zudem orientiert sich der Sechsteiler über eine Mordserie am Kap keineswegs an deutscher TV-Ästhetik, sondern an US-amerikanischer Krimi-Serienware à la „Criminal Minds“.

Der Unterschied zu den Vorbildern? Eine interessante neue Kulisse, ein - eher sanftes - Durchdringen der gesellschaftlichen Probleme des Landes und ein erstaunlich internationaler Cast. „Cape Town“ ist keine Serie, die man gesehen haben muss. Es sei denn, man ist wie Axel Milberg, der einen zwielichtigen Strippenzieher in der feinen Gesellschaft spielt, ausgewiesener Fan und Kenner der faszinierenden Stadt an Kap. Trotzdem sind die sechs Teile, die Krimispezialist 13th Street nun binnen zweier Tage als deutsche Premiere zeigt, ein erstaunliches TV-Projekt. Annette Reeker, früher als Autorin für „Switch“ aktiv, suchte sich für die rund eine Million Euro teuren Folgen private Investoren.

Mit dem Ziel, das Krimiprodukt international zu vermarkten. Dafür engagierte sie ein buntes, sicherlich nicht zweitklassiges Ensemble, welches Anknüpfungspunkte in viele TV-Märkte schaffen sollte: Der norwegischen Star-Schauspieler Trond Espen Seim („Der Wolf“) übernahm die Hauptrolle des Ermittlers Mat Joubert, Deutsch-Amerikaner Boris Kodjoe („Resident Evil“) ist als dessen Partner Sanctus Snook zu sehen. Auch Axel Milberg oder der aus Südafrika stammende Hollywood-Star Arnold Vosloo („Die Mumie“) ließen sich für die konventionell erzählte, aber in professionelle Bilder gegossene Serie ans Kap locken.

„Cape Town“ erzählt die Geschichte eines kaputten Bullen, der nach dem gewaltsamen Tod seiner Frau sämtlichen Lebensmut verloren hat. Auch hinter der Kamera agierte ein internationales Team, in dem nur die Schlüsselpositionen Regie (Peter Ladkani, der zahlreiche Werbe-Awards gewann) und Kamera (Florian Schilling, „Die Tränen meiner Mutter“) mit Deutschen besetzte wurden. Trond Espen Seim, einer der bekanntesten Schauspieler Norwegens und deutschen Zuschauern durch die in Bergen spielende Krimi-Reihe „Der Wolf“ bekannt, ist wie geschaffen für die Rolle. Als attraktiver, wunderbar gebrochener Womanizer liefert der skandinavische Nick Nolte-Typ eine starke Vorstellung ab. Dass die restlichen Figuren etwas blasser geraten sind, nun gut.

Die Bilder aus Kapstadt und Umgebung können sich sehen lassen: „Cape Town“ ist ein sehr solide inszeniertes Krimiprodukt. Branchen-Insider werden mit Spannung beobachten, ob Reeker mit ihrem ungewöhnlichen Weg, eine Serie zu realisieren, reüssiert oder scheitert. 13th Street zeigt jeweils drei Folgen „Cape Town“ an zwei aufeinander folgenden Abenden im Zweikanalton - entweder auf Deutsch oder in südafrikanischem Englisch als Originalton.

tsch

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