Star Wars: Das Erwachen der Macht

Star Wars: Die nächste Generation

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Rey (Daisy Ridley) und Finn (John Boyega) sind gemeinsam auf der Flucht. Welches Schicksal verbindet sie?

Kein Film in der Geschichte des Kinos sorgte für so viel Spekulation vorab. Nach riesigem Box-Office-Erfolg gibt es "Star Wars: Das Erwachen der Macht" nun fürs Heimkino.

Der Respekt ist diesem Film anzumerken. Der Respekt vor der Geschichte, vor dem Mythos und nicht zuletzt vor den Millionen Fans weltweit, die sich irgendwann in "Star Wars" verliebt haben. J.J. Abrams wollte mit "Star Wars: Das Erwachen der Macht" (2015) einen Film drehen, der tief in der Tradition der Reihe verwurzelt ist. Der sie logisch fortschreibt und der das ältere wie das jüngere Publikum gleichermaßen zu begeistern versteht. Das ist ihm gelungen. Und die meisten der knapp neun Millionen Kinobesucher alleine in Deutschland geben ihm recht. Nun erscheint das Sci-Fi-Spektakel auf DVD und Blu-ray Disc - und Disney enttäuscht die Heimkino-Enthusiasten.

"Star Wars: Das Erwachen der Macht" ist - nicht nur, was seine Geschichte betrifft, sondern auch seinen Stil - eine Reminiszenz an die alten Episoden IV bis VI, die die Saat für den Mythos legten. Viel mehr noch, und das ließe sich dem neuen Film durchaus vorwerfen: Die Autoren J. J. Abrams, Michael Arndt und Altmeister Lawrence Kasdan bedienen sich derart umfangreich an ihren Vorgängern, dass streckenweise der Eindruck entsteht, es hier mit einer Art teurem Remake zu tun zu haben. Viele klassische Elemente tauchen wieder auf, sogar die Grundstruktur der Story ist ähnlich, manchmal sogar gleich. Thema: Da ist ein Todesstern - und der muss weg. Aber: Es wird auch mit Teil VII so sein wie mit manchem der alten Filme. Seine Bedeutung, seine Größe und letzten Endes sogar seine Qualität wird sich erst völlig offenbaren, wenn alle drei neuen Teile im Kino gelaufen sind und sich zu einem großen Ganzen gefügt haben.

Eine gute halbe Stunde, erfreulich wenig bei gut zwei Stunden Spielzeit, wird investiert, um die wichtigsten neuen Charaktere vorzustellen. Der Film spielt rund 30 Jahre nach dem sechsten Teil, "Die Rückkehr der Jedi-Ritter". Eine Nachfolgeorganisation des Imperiums, die sich "First Order" nennt, arbeitet an einer Terrorherrschaft. Und wieder sollen es drei Helden sein, die den Kampf gegen das Böse aufnehmen.

Zum einen ist da Rey (Daisy Ridley), die sich auf dem Wüstenplaneten Jakku als Schrottsammlerin verdingt. Sie trifft auf Finn (John Boyega), einen ehemaligen Sturmtruppler, der zur guten Seite der Macht übergelaufen ist. Und schließlich geht es um den gefangenen Piloten Poe Dameron (Oscar Isaac), der befreit wird. Er spielt in Teil VII eine wesentlich kleinere Rolle als zunächst angenommen, hat jedoch mit Witz und Draufgängertum im Han-Solo-Stil das Zeug, zu einem echten Sympathieträger der Zukunft zu werden.

Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Luke Skywalker, der spurlos verschwunden ist. Dabei müssen sie sich dem neuen Schurken Kylo Ren (Adam Driver) stellen, der das gleiche Ziel verfolgt. Bald schon wird offenbart, um wen es sich hierbei tatsächlich handelt, was seiner Figur per se eine besondere Bedeutung verleiht. Er dient dem so genannten Supreme Leader Snoke, einer gefühlt 50 Meter großen Hologramm-Figur, die eher an Voldemort denn an Palpatine erinnert. Driver indes tut sich spürbar schwer, diesem Charakter, der natürlich das Pendant zu Darth Vader ist, eine gewisse Größe, eine außergewöhnliche Bedrohlichkeit zu verleihen.

Charmant vorangetrieben wird die Story von einem alten Bekannten: Han Solo ist zurück, spürbar gealtert, was sich gerade dann zeigt, wenn er es zu Fuß eilig hat. Aber Harrison Ford stellt diesen Charakter mit einer eindrucksvollen Leichtigkeit ein weiteres Mal hin.

Der Film erfüllt die hoch gesteckten Erwartungen: Er legt ein ungeheures Tempo vor. Die Actionszenen reihen sich atemlos vor einer schlicht brillanten Soundkulisse aneinander. Das Maß und auch die Qualität des Humors stimmt. "Das Erwachen der Macht" besitzt den Charme der Episoden IV bis VI und fügt sich wie selbstverständlich in diese Parallelwelt ein. Das hier ist ohne Frage echtes "Star Wars", vielleicht nicht mit der epochalen Größe, die aus der Vergangenheit in der Erinnerung blieb. Der Film schafft eine vielversprechende Grundlage für die beiden Fortsetzungen, die für 2017 und 2019 vorgesehen sind. In der Zwischenzeit gibt's mit "Rogue One" (Kinostart: 15. Dezember) ein Spin-off über die Helden, die vor Episode IV die Pläne des Todessterns für die Rebellion erbeuteten.

Schade ist, dass Disney zunächst nur die "Light"-Version des Films in die Heimkinos bringt. Zwar sind Bild und Ton makellos. Aber: Statt Atmos-Sound, in dem der Film produziert wurde, landen auf der Blu-ray Disc eine deutsche 5.1-Master-Audio-Spur und eine englische 7.1-HiRes-Audio-Spur. Wo ist die Ultra HD Blu-ray? Wo die Blu-ray 3D? Wer weiß, vielleicht gibt es ja zum Weihnachtsgeschäft die erste Special Edition. Der einzige Trost bis dahin: Die Bonus-Disc bietet über zwei Stunden Featurettes mit Einblicken in die Entstehung des Films und diversen O-Tönen vom ganzen Team.

Auch als Video-on-Demand erhältlich.

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