Auf DVD und Blu-ray: Bauernopfer

Fesselndes Filmerlebnis über Schach

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So nah ran wie möglich geht nicht nur Tobey Maguire als Bobby Fischer ans Schachbrett, sondern auch Edward Zwick bei seinem Biopic über den genialen amerikanischen Schachspieler.

Genial: Mit den Augen und Ohren des paranoiden Schachwunders Bobby Fischer wird in „Bauernopfer“ eine symbolische Schlacht des Kalten Krieges zum fesselnden Filmerlebnis.

Es ist das Kandidatenturnier für die Schachweltmeisterschaft 1962: Auf einmal plagen den amerikanischen Großmeister Bobby Fischer (Tobey Maguire) die tickenden Schachuhren, die kratzenden Bleistifte und das dumpfe Pochen hastig ausgedrückter Zigaretten. Nervös reibt er sich die Augen, fällt immer wieder gegen die Stuhllehne zurück, stützt den Kopf mit beiden Daumen und Zeigefingern auf dem Tisch ab. Anschließend wird er wutschnaubend von einer Verschwörung der russischen Kontrahenten sprechen und das eigene Karriere-Ende verkünden. Es sind nicht die Stärken, sondern die Schwächen des legendären Schachgenies Fisher, die aus den Zuschauern atemlose Mitspieler des Biopics „Bauernopfer - Spiel der Könige“ (2014, erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand) machen.

Bonny Fischers Unberechenbarkeit am Brett zeichnet auch sein Leben aus. Regisseur Edward Zwick kanalisiert daraus einen dynamischen und wendungsreichen Erzählfluss. Nachdem sich Fischer durch den Abschied unter Protest ins Aus beförderte, geht es für ihn eigentlich erst richtig los. Der undurchsichtige Anwalt Paul Marshall (Michael Stuhlbarg) überredet ihn zur Rückkehr in den internationalen Wettbewerb - gegen gute Bezahlung und im Dienst der US-Regierung, die Ende der 1960er-Jahre einen symbolischen Sieg im Kalten Krieg erringen will. Warum nicht im Schach, in dem die Sowjets doch so stark sind?

Zusammen mit Marshall und dem zum Priester konvertierten ehemaligen Kollegen Father Bill Lombardy (Peter Sarsgaard) nimmt Fischer den Kampf gegen die russische Schachvormacht auf und begibt sich auf eine Jahre dauernde Ochsentour zu Turnieren in aller Welt. Ziel ist der Weltmeisterschaftsgewinn gegen Kreml-Protegé Boris Spasski (Liev Schreiber). Probleme gibt es weniger mit den Gegnern als mit Fischers hypersensibler Exzentrik, seinen Honorarforderungen - und seiner Paranoia. Der jüdische Amerikaner wähnt sich gleichermaßen im Visier von KGB, CIA und Mossad.

Mit den Bedrohungen der eigenen Ambitionen, die jeder kennt, nicht mit den Triumphen, die nur wenige genießen dürfen, vereinigt dieser Bobby Fischer Sympathien auf sich. Tobey Maguire verkörpert perfekt jene Mischung aus Verträumtheit, Widerborstigkeit und Unschuld, die den Erfolg des Schach-Genies ebnete und ihm ebenso im Weg stand. Der Dickkopf Bobby Fischers bleibt verschlossen. Aber dafür sieht und hört der Film mit seinen Augen und Ohren. Fischers inneres und äußeres Ringen ist nicht zuletzt dank der fantastischen Tonspur unmittelbar erfahrbar, sodass wir bei der 6. Partie im Weltmeisterschaftskampf, die Schachgeschichte geschrieben hat, beinahe mitzuspielen meinen.

tsch

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