Papa und die Braut aus Kuba - Fr. 15.04 - ARD: 20.15 Uhr

Sonne, Rum und Salsa

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Durch Esperanza (Isabelle Redfern) erwacht bei Clemens (Walter Kreye) die Freude am Salsa.

Zum 70. bekommt der Papa eine Reise nach Kuba geschenkt - und kehrt prompt mit kubanischer Freundin zurück. Da fürchtet der Anhang ums Erbe.

Dieser Freitagsfilm im Ersten hält, was er verspricht: Der Herr Papa (Walter Kreye) bekommt von seinen Kindern (Sohn und Tochter) zum 70. eine Reise nach Kuba geschenkt. Und was passiert? Prompt verliebt er sich dort in eine adrette Kubanerin. Die ist natürlich viel jünger als er, aber auch wieder nicht so jung, dass es ganz schrecklich peinlich wäre. Man ist so jung, wie man sich fühlt: Dieser These wird "Papa und die Braut aus Kuba" durchaus gerecht. Papa erlebt den zweiten Frühling. Gut gebräunt und noch besser gelaunt kehrt er aus dem Urlaub zurück - mitsamt der Frau, die er nun heiraten will.

Für die Familie daheim ist die Frau aus der Wundertüte ein Schock. Es geht schließlich um mehr: Clemens' zweiter Frühling löst bei Sohn Peter (Johann von Bülow) und Tochter Martina (Annika Kuhl) höchste Bedenken aus: Das Familienerbe, die Fabrik steht auf dem Spiel. Peter hätte sie längst gerne übernommen, doch im Alten erwachen neue Kräfte. Doch auch für Tochter Martina (Annika Kuhl) geht die neue Liaison zu weit. Hat sie umsonst ihren Traumberuf Tierärztin sausen lassen und dafür BWL studiert, ganz nach dem Willen des Vaters?

Das Culture-Clash-Komödienspiel steht und fällt mit der Besetzung. Die deutsche Theater- und Serienschauspielerin Isabelle Redfern "stemmt" die Rolle der Kubanerin Esperanza mit Bravour. Staunend, aber keineswegs naiv tritt sie der feindlichen Familienverschwörung entgegen. Kreye hingegen nimmt man den verliebten Alturlauber im zweiten Frühling ab, als hätte er nie etwas anderes gespielt. Dass zu allem Überfluss die Wim-Wenders-Schauspielerin Lisa Kreuzer eine gefrustete Freundin geben muss, die sich ihrerseits mit Heiratshoffnungen trägt, ist dann fast schon zu viel des Guten. Kein Wunder, dass sie in Komödienstadlnähe bei Esperanzas Anblick gleich in Ohnmacht fällt.

Die Gräben zwischen deutscher Enge und karibischem Lebensgefühl lösen sich allmählich, als die Familie von Esperanzas Sohn erfährt, den sie Clemens verheimlicht hat. Gerne würde man die brave Kubanerin als Heiratsschwindlerin ertappen, zumal Papas Konto bereits erhebliche Lücken aufzuweisen scheint. Wie gut, dass die Fronten wackeln. Insbesondere Enkelin Sabrina (Ella-Maria Gollmer) hält zu Clemens, die beiden sind wie Pech und Schwefel. Man wusste es ja immer schon: Generationen überspringend geht's am Besten.

Dass das alles ein leichter, um nicht zu sagen dünner Komödienstoff ist (Regie: Karsten M. Schmidt, Drehbuch: Hardi Sturm), braucht nicht eigens betont zu werden. Immerhin haben es die Macher geschafft, ganz ohne die probate Reise nach Kuba auszukommen, um das für den Film notwendige Lebensgefühl zu erzeugen. Stattdessen setzen sie ein kleines Animationsfilmchen ein - von Salsa, Rum und Sonne. Fertig ist das Kuba-Glück. Daran aber, wie verblüffend leicht sich die treudeutsche Fabrikantenfamilie zuletzt zum Guten wendet, muss man einfach glauben. Zumindest so lange, bis der Hochzeitstrauß geworfen ist.

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