ARTE zeigt den „Summer of Scandals“ (Sa., 16.07., bis So., 21.08.)

Es ist ein Skandal ...

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Immer wieder mal wieder für einen Skandal gut: Lady Gaga, in blau, beim Popschwerpunkt „Summer of Scandals“ des Kultusenders ARTE. Zwischen 16. Juli und 21. August laufen unter diesem Motto Dokumentationen, Konzerte und Spielfime bei ARTE.

Zehn Jahre gibt es den sommerlichen Pop-Schwerpunkt beim Kultursender ARTE. Auch wenn die Originalität der Titel mittlerweile zu wünschen übrig lässt, die Programme dahinter sind auch in diesem Jahr wieder klasse.

Eine Dokumentation über das Entstehen des Punk in New York, London und Düsseldorf, durch die Campino führt, Biografien von Guns n'Roses und Dennis Hopper, neue Konzertfilme der wiedervereinigten Libertines oder von Iggy Pop ... - Die genannten Erstausstrahlungen sind nur ein paar Beispiele des „Summer of Scandals“, mit dem ARTE vom 16. Juli bis 21. August seine Samstag- und Sonntagabende füllt. Seit zehn Jahren gibt es den popkulturellen Sommer bei ARTE, und der Programmschwerpunkt beschert dem Sender verlässlich überdurchschnittliche Quoten. Liegt der normale Marktanteil des deutsch-französischen Kulturkanals bei lediglich einem Prozent, steigt dieser während der sommerlichen „Popzeit“ auf 1,3 bis 1,65 Prozent.

1,65 Prozent - den Rekordwert, so ein Sendersprecher bei der Vorstellung der neuen Programme am Montagmittag in Hamburg, bescherte ARTE der „Summer of Peace“ im vergangenen Jahr. Man kann nicht sagen, dass sich jenes Konzept, das 2007 mit dem „Summer of Love“ begann, mittlerweile totgelaufen habe. Einen deutlich jüngeren Altersdurchschnitt zaubern die Programme für den Straßburger Spartenkanal außerdem in deren Sendestatistik. 2016 konnte Punkrock-Ikone Iggy Pop als „Host“ für die Skandalprogramme gewonnen werden. Der 69-Jährige wird ein paar augenzwinkernde Ansagen sprechen, mindestens zwei pro Sendeabend, heißt es bei ARTE.

Am Samstag, 16.07., beginnt also der „Summer of Scandals“ mit einem Film über die italienische Allround-Provokateurin Cicciolina („La Cicciolina - Godmother of Scandals“, 21.45), „Explicit! Die skandalösesten Musikvideos“ und besagtes Live-Konzert der Libertines um Pete Doherty aus dem Pariser „Olympia“ (0.40 Uhr) gibt es am selben Abend zu sehen. Dass sämtliche Filme neu sind und ARTE in diesem Jahr sehr wenig mit Wiederholungen arbeitet, muss man dem Sender hoch anrechnen. Ebenfalls eine Erstausstrahlung ist am Sonntag, 17.07., 20.15 Uhr, „Guns n'Roses - Die gefährlichste Band der Welt“. So auch am Samstag darauf (23.07., 22 Uhr) „Milli Vanilli: From Fame to Shame“. Der Film von Oliver Schwehm untersucht jenes Pop-Projekt, das sich um 1990 herum drei Nummer eins Hits in den USA sicherte und damit bis heute als erfolgreichste deutsche „Band“ in Amerika gilt. Noch bekannter wurden die beiden Front-Beaus des Frankfurter Produzenten Frank Farian allerdings dadurch, dass sie gar nicht selbst sangen und dadurch zum Skandal im Popgeschäft avancierten.

Selbst singen und schwitzen dürfte hingegen Iggy Pop, von dem am selben Abend ein neuer Konzertfilm zu sehen ist. Der schnöde „Konzert Iggy Pop“ (Sa., 23.07., 23.55 Uhr) betitelte Mitschnitt wurde während der Frühjahrs-US-Tournee des frischgebackenen ARTE-Ansagers aufgenommen. „Tratsch und Totschlag - Aufstieg und Niedergang der Skandalpresse“ heißt ein französischer Dokumentarfilm von Jean-Baptiste Péretié (Sa., 24.07., 21.35 Uhr), der sich mit der Historie des Boulevard-Journalismus beschäftigt. „Punk! Campino auf den Spuren“, eine Doku über die Genese des Punk, findet sich am Samstag, 13.08., 21.55 Uhr, im Programm. Der Film „I Am Divine“ über die provokative, legendäre Drag Queen Divine von Emmy-Preisträger Jeffrey Schwarz ist für Sonntag, 14.08., 21.45 Uhr, vorgesehen. Eine weiterere biografische Doku über einen der bekanntesten Provokateure des Pop hört auf den Titel „Dennis Hopper - Uneasy Rider“ (So., 21.08., 21.10 Uhr). Hermann Vaske erinnert an den amerikanischen Schauspieler, Regisseur, Fotografen und Künstler, der am 17. Mai 80 Jahre alt geworden wäre.

Neben Dokus und Konzerten hält der ARTE-Sommer zahlreiche Filmklassiker bereit, die ins Skandal-Genre hineinpassen: „Das große Fressen“ (So., 17.07., 21.45 Uhr), „Im Reich der Sinne“ (So., 24.07., 22.50 Uhr), das Stanley Kubrick-Double Feature „Lolita“ und „Eyes Wide Shut“ (So., 31.07., 20.15 Uhr und 22.45 Uhr), „The Wild Bunch“ von Sam Pekinpah (So., 07.08., 21.45 Uhr) und „Das Leben des Brian“ (So., 14.08., 20.15 Uhr). „Rammstein in Amerika“ (Sa., 20.08., 22.55), der zwar schon einmal gezeigt wurde, bleibt allein schon ob seiner optischen Wucht interessant, während der Konzertfilm „Wacken Open Air 2016“ (Sa., 20.08., 0.20 Uhr) eine sicherlich viel beachtete Erstausstrahlung für die selbe Zielgruppe sein wird.

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