Sieben Jahre nach dem Start: Servus TV gibt auf

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Servus TV setzte unter anderem auf Eishockey. In Deutschland erhoffte man sich, mit der Übertragung von DEL-Spielen neue Zielgruppen zu erschließen, doch der große Erfolg blieb auch hier aus. Künftig wird die DEL auf Sport1 übertragen.

Der 2009 mit großen Ambitionen gestartete österreichische Privatfernsehsender Servus TV gibt offenbar auf.

Der Sender sei für das Unternehmen "wirtschaftlich untragbar geworden", wurde am Dienstag in einer Erklärung des Red Bull Media House verlautbart. Man habe sich "der Sorgfaltspflicht eines ordentlichen Geschäftsmannes entsprechend entschlossen, den Betrieb von Servus TV einzustellen", hieß es zur großen Überraschung sämtlicher Adressaten. "Servus TV wurde im Jahr 2009 als Sender mit hohem Anspruch an Qualität und Unterhaltung gestartet", so die Mitteilung aus dem von Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz gegründeten Medienunternehmen. "Obwohl wir Jahr für Jahr einen nahezu dreistelligen Millionenbetrag in Servus TV investiert haben, lässt sieben Jahre nach Einführung die aktuelle Markt- und Wettbewerbssituation keine wirklich positive Entwicklung erwarten." Erst vor drei Wochen hatte Mateschitz seinen Fernsehsender umgekrempelt: Geschäftsführer Martin Blank schied überraschend aus, auf ihn folgte Ferdinand Wegscheider als alleiniger Senderchef. Doch nun das Aus, das, obwohl es relativ lapidar kommuniziert wurde, für einen Knalleffekt in der Medienbranche sorgte. Als ein Grund für das Servus-TV-Ende werden "die Veränderungen am globalen Medienmarkt" ins Feld geführt: "Sie bestärken uns in dieser Entscheidung, weil digitale Angebote die klassischen, linearen Programme verdrängen", ließen die Salzburger wissen. Wann das Programm abgeschaltet werden soll, steht noch nicht fest. "Bis auf Weiteres" soll der Sendebetrieb uneingeschränkt weiterlaufen. Das Printmagazin "Servus in Stadt und Land" ist von der Maßnahme übrigens nicht betroffen.

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