Im Kino ein Flop

Starbesetzte Tragikomödie: „Rock The Kasbah“

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Vom Kinopublikum wurde „Rock the Kasbah“ kaum wahrgenommen, nun erscheint der Film auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

Eine etwas eintönige Ein-Mann-Show: Bill Murray darf im The-Clash-Stil die Kasbah rocken.

Bill Murray überstrahlt alles andere auf dem Cover zu „Rock The Kasbah“ (2015). Dabei ist darauf auch Bruce Willis zu sehen, und auch der Name Zooey Deschanel ist irgendwo zu lesen. Die Erklärung ist eine einfache: Die Barry-Levinson-Tragikomödie lässt keinen Platz für Nebenfiguren. Alle Aufmerksamkeit gilt Murray, der einen derangierten, abgerockten Egomanen spielt. Eigentlich eine Rolle wie gemacht für den populären Hollywood-Kauz. Dennoch floppte der Film hierzulande an den Kinokassen (etwa 13.000 Besucher). Nun folgt die Zweitverwertung der Ein-Mann-Show auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

Der abgehalfterte Rock-Manager Richie Lanz (Murray) schwärmt mit Vorliebe von den alten Tagen. Und von sich selbst: Er habe Madonna entdeckt, Slash einst den ikonischen Hut aufgesetzt und Jimi Hendrix überredet, die amerikanische Nationalhymne in Woodstock zu spielen. Doch die Tage des Rock'n'Roll sind vorüber. Inzwischen schlägt sich Richie in seiner Motel-gleichen Ramschwohnung in Van Nuys, einem L.A.-Außenbezirk, nur noch mit Möchtegern-Talenten herum.

Dennoch flammt in dem abgebrannten Sturschädel immer wieder etwas Optimismus auf. Richies bestes Pferd im Stall, White-Trash-Perle Ronnie (Zooey Deschanel), muss es richten. Die ungelenkige Sängerin soll vor 2.000 US-Soldaten in Kabul spielen. Richtig, in Afghanistan. Statt eines starken Auftritts legt Ronnie jedoch mit der Hilfe des Söldners Bombay Brian (Bruce Willis) einen Abgang hin. So beschließt Richie zwischen Staub, Ruinen und Explosionen, sich dem Untergrund in Kabul anzuschließen. Zumindest bis er, der ja immer noch ein Gespür für große Talente hat, die bildhübsche Salima (Leem Lubany) singen hört.

„Rock The Kasbah“ hätte zu einem Dokument im modernen Kriegswirrwar werden können, Levinson und Drehbuchautor Mitch Glazer bevorzugten stattdessen einen Murray-Alleingang gesprenkelt mit nichtssagenden Gast-Auftritten. Zwar kommen sie vor, die Einheimischen wie „Besucher“ aus dem Westen, die teilnahmslos akzeptieren müssen, dass überall und immer wieder etwas hochgehen kann. Doch im Star-Wahn bleibt das Ganze nicht mehr als ein Rauschen.

tsch

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