Sullivan Stapleton

Sehr männlich auf dem Weg nach Hollywood

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Darum geht es bei „Blindspot“: Eine junge Frau (Jaimie Alexander) wird am New Yorker Times Square aufgefunden, sie kann sich an nichts erinnern, und ihr Körper ist vollständig tätowiert. Eines der Tattoos enthält den Namen von FBI-Agent Kurt Weller (Sullivan Stapleton). Doch was hat das zu bedeuten?

In der neuen Crime-Serie „Blindspot“ muss ein FBI-Agent die Gedächtnislücken einer ihm zunächst unbekannten Jane Doe (Jaimie Alexander) entschlüsseln. Im US-TV war die Reihe im vergangenen Herbst herausragend gestartet.

Der Australier Sullivan Stapleton ist ein sehr entspannter Mensch. Dass er mit der Hauptrolle des FBI-Agenten Kurt Weller in der neuen US-Crime-Serie „Blindspot“ (ab 8. September, donnerstags, 20.15 Uhr, SAT.1) auch für den quotenstärksten Serien-Neustart der US-Herbst-Season 2015 mitverantwortlich war, scheint ihn kaum zu kratzen. Der 39-Jährige aus Melbourne, der in der Rolle des Themistokles in „300: Rise of an Empire“ (2014) seinen internationalen Durchbruch feierte, hält sich bei der Bewertung des Serienerfolgs im US-TV beim Network NBC auffällig zurück. Die Blumen verteilt er anderen. Über seinen Job vor der Kamera sagt er im Interview nur ganz cool: „Ich gehe in die Arbeit. Oder ich lese das Drehbuch der kommenden Folge. Falls ich darin nicht umkomme, bin ich zufrieden.“

nordbuzz: Zahlreiche internationale Krimi-Serien laufen heute rund um die Uhr irgendwo im Fernsehen. Wie unterscheidet sich „Blindspot“ von den anderen?

Sullivan Stapleton: Da ist zunächst Jaimie Alexander als unbekannte Jane Doe. Sie ist mit ihren ganzen Tattoos auf makellosem Körper natürlich eine Erscheinung. Zudem dient New York als herausragende Kulisse. Action beispielsweise bei Verfolgungsjagden wirken inmitten der Häuserschluchten noch einmal überzeugender.

nordbuzz: Durch die Straßen New Yorks wurden doch aber schon einige Kriminelle gejagt ...

Stapleton: Gibt es eine Location, die den Times Square überbieten kann? In der Anfangsszene zum Beispiel klettert Jane Doe aus einer Sporttasche - direkt am Times Square. Um die Szene so realistisch wie möglich zu gestalten, wurde der Platz gegen 3 Uhr morgens geräumt. Zudem wurde komplett ohne Visual Effects gearbeitet. Oft sieht der Zuschauer Vergleichbares wohl nicht mehr.

nordbuzz: Von Ihrem Anteil am Erfolg der Serie haben Sie jetzt immer noch nichts erzählt!

Stapleton: Wichtiger als andere muss ich mich auch nicht nehmen. Möglicherweise gleiche ich da dem Charakter des Kurt Weller, den ich spiele. Er als FBI-Agent und ich als Schauspieler nehmen unsere Jobs sehr ernst. Während der Produktion der Serie bleibt ohnehin nicht viel Zeit, sich selbst zu feiern.

nordbuzz: Wie darf man sich den Alltag eines Serienstars denn nun vorstellen?

Stapleton: Man ist täglich stundenlang am Set. An freien Wochenenden schlafe ich gerne aus. Oder ich lese das Drehbuch der kommenden Folge. Falls ich darin dann nicht umkomme, bin ich zufrieden.

nordbuzz: So schnell wird das nicht passieren. Im US-TV läuft nun die zweite Staffel an. Eine dritte ist so gut wie sicher. Was fasziniert die Zuschauer an „Blindspot“?

Stapleton: Anders als bei den vielen anderen Krimi-Serien wird bei „Blindspot“ nicht einfach nur ein Fall pro Episode abgeschlossen. Es gibt einen weiterführenden Spannungsbogen, der sich durch die komplette Handlung der Serie zieht. Keiner der Darsteller weiß, wohin es seinen Charakter führen wird. Das macht jede Folge zu einem Erlebnis - sowohl für die Schauspieler als auch für die Zuschauer.

nordbuzz: Sie spielen einen FBI-Agenten. Wie haben Sie sich auf diese Rolle vorbereitet?

Stapleton: Ich hatte mich tatsächlich mit einigen FBI-Agenten im Vorfeld getroffen. Sie gewährten mir einen sehr intensiven Einblick in ihre Arbeit. Seit diesen Treffen ist mein Respekt den Beamten gegenüber gestiegen.

nordbuzz: Was haben Sie über diese Leute gelernt?

Stapleton: Sie müssen stets sehr entschieden auftreten. Ein Fehler kann über Leben und Tod entscheiden. An einem Filmset dagegen wird bei einem Missgeschick nur eine Szene eben neu gedreht.

nordbuzz: „Blindspot“-Schöpfer Martin Gero nannte Sie unlängst den derzeit „männlichsten Mann“ auf den TV-Bildschirmen. Eröffnet Ihnen dieses Lob nicht endgültig das Tor fürs große Hollywoodkino?

Stapleton: Zunächst hoffe ich, dass die Serie noch vier bis fünf Staffeln laufen wird. Alles Weitere wird sich zeigen. Ich bin von der eher überschaubaren Szene in Australien nach Amerika zwar wegen der Arbeit gekommen - immerhin ist dort die größte Filmindustrie der Welt -, aber Hollywood ist nicht zwangsweise das Ziel. Da bleibe ich sehr gelassen. Denn: Wenn man es richtig anstellt, öffnen sich sowieso immer Türen zu neuen, spannenden Projekten.

tsch

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