Die Bestimmung - Allegiant

Rette sich, wer kann

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Aufgrund der flachen Buchvorlage vermag in „Die Bestimmung - Allegiant“ einfach keine rechte Spannung aufkommen.

Der vorletzte Teil der erfolgreichen „Die Bestimmung“-Reihe krankt an einer allzu oberflächlichen Vorlage, die wenig Möglichkeiten für echte Spannung schauspielerische Entfaltung lässt.

Natürlich: Man hat wieder große Bilder, pfiffige Spezialeffekte, dazu ein romantisches Knistern vor dystopischer Kulisse. Wem das alleine aber nicht genügt, der sollte die Finger von „Die Bestimmung - Allegiant“ (2016) lassen. Mit einem platten Skript und hölzernen Charakteren gerät der dritte Teil der Sci-Fi-Reihe, der hierzulande immerhin ein paar Hunderttausend Besucher in die Kinos lockte, zu einer bösen Enttäuschung. Selbst talentierte Schauspieler wie Shailene Woodley, Jeff Daniels und Miles Teller vermögen nicht gegen die öde Romanvorlage von Veronica Roth anzuspielen.

In Chicago ist die alte Regierung gestürzt worden. Die Tyrannen von gestern werden in grausamen Schauprozessen hingerichtet, die fiese Evelyn (Naomi Watts) ist nun an der Macht. Die Heldin Tris (Shailene Woodley), die in diesem Teil ihren bislang blassesten Part spielt, beobachtet diese Entwicklung natürlich mit großer Skepsis.

Also entschließt sie sich gemeinsam mit ihrem Love-Interest Four (Theo James) zu fliehen, begleitet von Tris' Bruder Caleb (Ansel Elgort), Christina (Zoë Kravitz) und dem nur auf seinen eigenen Vorteil bedachten Peter (Miles Teller). Ihr über eine himmelhohe Mauer führender Ausbruch aus der von Evelyn komplett abgeriegelten Stadt, in der die Konflikte zwischen rivalisierenden Gruppierungen sich weiter zuspitzen, ist auch schon der spannungsreichste Moment des Films.

Die Welt draußen scheint zunächst unbewohnbar zu sein, selbst der Himmel weint blutige Tränen. Doch wartet in dieser von Robert Schwentke durchaus ansehnlich inszenierten Unwirtlichkeit noch jemand: die Bewohner des hübsch futuristisch aussehenden Amts für genetisches Sozialwesen samt ihres allmächtigen Leiters David (Jeff Daniels). Durch ihn erfährt die Heldin, dass Chicago nur ein riesiges Genexperiment ist - und sie dessen einziges erfolgreiches „Ergebnis“.

Diese Geschichte, von vorne bis hinten erschreckend vorhersehbar, wirkt vermutlich nur auf die treuesten Fans der Reihe nicht einschläfernd. Alle anderen Zuschauer können nur versuchen, sich auf visuell recht beeindruckende, mit Hilfe modernster Drohnentechnik realisierte Kämpfe und ein paar schicke Flugobjekte zu freuen, um nicht wegzunicken.

Erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

tsch

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