Sein letztes Werk

„Rampage: President Down“ - Finaler Filmböller von Uwe Boll

+
In seinem letzten Film, „Rampage: President Down“, bewegt sich Uwe Boll einmal mehr an der Grenze des guten Geschmacks: Er lässt den US-Präsidenten umbringen.

„The president is dead“: Dr. Uwe Boll, der zukünftig keine Filme mehr drehen will, macht auch in seinem letzten Werk keine Gefangenen.

Das Weiße Haus haben schon viele Filmemacher in Schutt und Asche gelegt. Aber den US-Präsidenten töten lassen? Uwe Boll, über Jahre verschrien als der „schlechteste Regisseur der Welt“, erweist sich in „Rampage: President Down“ (2016), seinem offiziell letzten Werk, einmal mehr als filmischer Grenzgänger mit einer Vorliebe für das Radikale. Nachdem die Produktion aufgrund einer im letzten Jahr gescheiterten Crowdfunding-Kampagne schon auf der Kippe stand, ist der kompromisslose Thriller nun auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand erhältlich. Boll hatte für das Finale seiner „Rampage“-Trilogie auf ein eigenes Gehalt verzichtet.

Es gehe einfach nicht mehr: „Die Branche hat sich so negativ entwickelt, dass sich Independent-Filme nicht mehr refinanzieren lassen“, erklärt Boll im Interview. Die Geschichte um den Extremisten Bill Williamson (Brendan Fletcher), der im Lauf der ersten beiden „Rampage“-Filme zum größten Massenmörder der US-Geschichte avancierte, wollte der vielkritisierte 51-Jährige dann aber doch noch zu Ende erzählen, bevor er sich aus dem Filmgeschäft zurückzieht.

Nach dem Anschlag auf den Präsidenten, dessen Tod natürlich die ganze Welt in Aufruhr versetzt, verschanzt sich Williamson irgendwo in der Pampa tief im Wald. Während er ein Hassvideo nach dem anderen in die Welt verschickt, um auf Gier, Verschwendung und andere Missstände hinzuweisen, läuft die fieberhafte Suche nach dem Täter. Man macht ISIS für das Attentat verantwortlich, beschießt den Mittleren Osten mit Langstreckenraketen, und Williamson lacht sich ins Fäustchen. Ein paar FBI-Schlaufüchse kommen ihm dann aber doch auf die Schliche - es kommt zum großen Showdown.

Nüchtern, geradlinig und spürbar um Realismus bemüht, verabschiedet sich Uwe Boll mit einem weiteren echten Filmböller, der vor nichts haltmacht. Nicht vor dem US-Präsidenten und auch nicht davor, Mark Zuckerberg und Britney Spears ins Visier zu nehmen. Zum „besten Regisseur der Welt“ wird man Uwe Boll nach diesem Film womöglich nicht mehr erklären. Doch zeigt der zukünftige Ex-Regisseur, -Produzent und -Drehbuchautor mit „President Down“, dass er doch bedeutend besser ist beziehungsweise war als sein Ruf.

tsch

Kommentare

Das könnte Dich auch interessieren