Im Handel: The Boy

Puppe und mehr

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Ganz neu ist die Sache mit dem Puppenhorror nicht. „The Boy“ hält jedoch die eine oder andere Überraschung bereit ...

Erst spukig wie „Conjuring - Die Heimsuchung“, dann „Phantom der Oper“ mit Slasher-Monster: „The Boy“ bringt Abwechslung ins Horror-Genre.

Manche Dinge sind besser zu unterlassen, auch wenn sie noch so unter den Nägeln brennen. In den Augen von Greta und ihrem neuen Fast-Freund Malcolm tut Gretas ehemaliger Lebensgefährte Cole etwas Ungeheuerliches: Voller Wut zerschmettert er etwas, das er bloß für ein Spielzeug hält - die anderen jedoch für ein lebendes Wesen. Die Wände des Schlosses, in dem sich dies zuträgt, scheinen aufzuheulen. Doch hinter der Puppe aus „The Boy“ (2015) steckt mehr, als man zunächst klischeehaft vermutet. Nach passablem Kinoerfolg erscheint der (mit einer Altersfreigabe von 12 Jahren recht zahme) Horrorfilm nun auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

Die junge Amerikanerin Greta Evans (Lauren Cohan, „The Walking Dead“) tritt auf einem englischen Schloss eine Stelle als Nanny für den kleinen Brahms an. Zu ihrem Erstaunen sind die Eltern, Mr. (Jim Norton) und Mrs. Heelshire (Diana Hardcastle), mindestens in ihren Sechzigern. Und Brahms ist nichts weiter als eine Porzellanpuppe in der Schuluniform eines Jungen. Die ganze Situation wirkt ziemlich lächerlich.

Malcolm (Rupert Evans), der das abgelegene Schloss mit dem Notwendigsten versorgt, erzählt ihr, dass der echte Brahms (Jett Klyne) vor 30 Jahren in einem Feuer umkam und die Puppe nun seine Stelle übernommen hat. Für Greta ist das kein Grund, mit dem Ding feinfühlig umzugehen, als die Heelshires angeblich in den Urlaub fahren. Doch im Haus geschehen seltsame Dinge, die Greta in Angst und Schrecken versetzen - und nur Brahms zum Urheber haben können. Noch dazu taucht ihr Ex-Freund Cole (Ben Robson) überraschend im Schloss auf.

Für die Gänsehautproduktion bedient sich Regisseur William Brent Bell unoriginell aus dem Repertoire: Laut und schockhaft schlagen Türen zu, das Licht erlischt, das Telefon bleibt stumm. Ihm kommt jedoch die Technik zu Hilfe: „The Boy“ ist der erste Horrorfilm, der in Dolby Atmos ins Heimkino kommt. Die Räumlichkeit von Musik und Atmo: beeindruckend. Die Lokalisierbarkeit einzelner Effekte: erstklassig! Wenngleich es nur zwei Szenen eixstieren, in denen es wirklich erschreckende, diskrete Geräusche „von oben“ gibt, lässt der Film erahnen, welche Möglichkeiten das Tonformat für dieses Genre bereithält. Das darf jetzt gerne noch perfektioniert werden!

tsch

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