Die Prinzessin nicht vergessen ..

Kingsglaive: Final Fantasy XV

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Reichlich Action gibt's im neuesten „Final Fantasy“-Film. Bei der Handlung wurde dafür gespart. Als Lückenfüller bis zum neuen Spiel reicht's aber.

Schwerter gegen Knarren: In „Kingsglaive: Final Fantasy XV“ gibt es Action ohne nennenswerte Pausen. Bei all der Kämpferei kommt die Story allerdings zu kurz.

Bis zum heiß ersehnten Videospiel „Final Fantasy XV“ müssen sich die Fans noch gedulden: Entwickler Square Enix verschob die Veröffentlichung auf den 29. November. Umso besser, dass es einen Lückenfüller in Filmform gibt: „Kingsglaive: Final Fantasy XV“ (2016) erweitert die Handlung des Spiels. In Japan und den USA lief das Animationsspektakel im Kino, hierzulande erscheint es direkt auf DVD, Blu-ray und als Video-on-Demand.

Die Story ist schnell erzählt: Die Königreiche Lucis und Niflheim befinden sich im Krieg. Mit einer List (Friedensverhandlungen wurden in den Raum gestellt) durchbrechen die Niflheimer die Verteidigung. König Regis von Lucis sendet seine Spezialeinheit, die mit magischen Fähigkeiten versehene Kingsglaive, in die Schlacht. Und im Grunde war's das schon an Inhalt - abgesehen davon, dass natürlich auch noch eine Prinzessin gerettet werden soll.

Stört man sich an einsilbigen Dialogen und der vorhersehbaren Story nicht, bekommt man immerhin reichlich Action geboten: Es vergehen kaum fünf Minuten ohne Duell, das Schnitttempo ist hoch, die Verstärker der Heimkino-Anlage laufen fast durchgehend auf Hochtouren - und zwar auf allen Kanälen. Noch dazu gibt's viele beeindruckende Bilder: Zwar begeistern die enorm detailreichen CGI-Welten nicht mehr so wie beim ersten „Final Fantasy“-Film vor 15 Jahren, atemberaubend sind sie dennoch.

Die fantastische Architektur und die Landschaften fesseln, Fans der Spiele fühlen sich auch bei Begriffen wie Gils (die Währung) und Chocobo (gelbe Laufvögel) sofort heimisch - bis mit einem brachialen Stilbruch die Realität in die Welt einbricht, die sich bisher als Mischung aus steampunkigem Mittelalter und postapokalyptischer Moderne verstand: penetrantes Product Placement. Beats-Reklamen und Audi-Logos in „Final Fantasy“ fühlen sich einfach falsch an.

Ein weiteres Manko fällt dem geneigten Anime-Fan im Disc-Menü auf: Die originale japanische Tonspur lässt Sony bei der Ausführung für den deutschen Markt entfallen. Gerade in diesem Genre ist das Schauen des Originals mit Untertiteln aber gang und gäbe. Ein Ausweichen auf die englische Synchro bietet sich als kleines Trostpflaster an: Mit Sean Bean („Der Herr der Ringe“, „Game of Thrones“), Aaron Paul („Breaking Bad“) und Lena Headey („Game of Thrones“) gibt es dort prominente Stimmen zu hören. Wer eine dekorative Bereicherung für die Sammlung sucht, greift zur Steelbook-Edition.

tsch

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